Sie haben sicher schon mal einem Journalisten bei der Arbeit zugesehen, oder? Also das sieht dann so aus, dass der Journalist eifrig in einen Notizblock rein schreibt. Seitenweise. Und am Ende ist der Artikel dann doch nur 90 Zeilen lang (wenn überhaupt). Es fällt also viel „hinten runter“. Ich habe dann doch mal ein paar Sachen aus dem letzten Jahr aufgehoben für die man keinen Platz hatte, die aber zu schade sind, um unberücksichtigt zu bleiben.

1. Man staunt ja immer wieder über die kunstvollen Bauwerke, die Architekten erschaffen können. Aber im Bauen von Sätzen sind Sie fast genau so gut, wie ich bei einer Pressekonferenz feststellen konnte. Da erklärte nämlich der Architekt den staunenden Journalisten: „Das Gebäude steht selbstständig auf dem Platz!“ Wow!

2. Der Pressebericht eines heimischen Sportvereins von einem Wettkampftag enthält ein bemerkenswertes Motto, unter das der Verein den Wettkampftag für sich gestellt hatte: „Gewinnen war oberste Priorität!“

Wenn das Schule macht, wollen bald alle Sportvereine immer nur gewinnen...

3. Wenn Beamte dichten, erblickt in einer Pressemitteilung schon mal ein Satz wie dieser das Licht der Welt: „Die Methodik einer durchgängigen Fallzuständigkeit und Prozesssteuerung bei der beruflichen Perspektivplanung bzw. Eingliederung führte dabei zu organisatorischen Veränderungen bei Trägern des SGB II und zu einer quasi neuen Profession der sozialen Arbeit: Der Fallmanager, die Fallmanagerin.“ Gut, dass das mal klargestellt wurde.

4. Und an was Eltern so alles denken müssen, wenn sie ihr Kind in Uedem anmelden wollen, erklärt die Gemeinde in einer Pressemitteilung: „Zur Anmeldung sind das Familienstammbuch bzw. die Unterlagen zur Sorgeberechtigung, der ausgefüllte Anmeldebogen und vor allen Dingen das schulpflichtige Kind mitzubringen."

kronkorkenAuf dem Moyländer Weihnachtsmarkt verkaufte jemand Schmuck, der aus Kronkorken hergestellt wurde. Für 299 Euro konnte man zum Beispiel die große Kette mit den Heineken-, Cola- und anderen Kronkoren erwerben, die untere gab es schon für 99 Euro.

 

Das hier ist das Bücherregal in der Kreisgeschäftsstelle der CDU in Kleve. Auf den ersten Blick fallen eigentlich nur die Druckerpatronen auf den Regalen auf. Aber wer mal im Bücherregal stöbert, staunt. lenin1

 

Da finden sich neben Bücher über Adenauer und andere CDU-Größen doch glatt zwei Bücher über Lenin. Sehen Sie selbst: lenin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dieses Foto hat uns die Pressestelle der Luftwaffe in Kalkar geschickt. Es entstand bei einer Weihnachtsfeier in der Kaserne, bei der auch einige Bürgermeister anwesend waren. Frohes Fest!nikolaus

 

Olaf Plotke, 7. Januar 2011

karina2Wirklich schöner Besuch heute beim Kurier am Sonntag: Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) schaute in der Redaktion vorbei. Dieser Besuch hat Tradition und ist eine gute Gelegenheit, einmal über die große und kleine Politik zu sprechen. Und Pofalla bringt auch immer andere CDU-Größen mit, heute den Kreis-Parteivorsitzenden Dr. Günther Bergmann und CDU-Kreisgeschäftsführer Manfred Lorenz (Nicht im Bild - der Herr ganz in schwarz bin ich!). Mit dabei hatte der Minister aber auch eine Mitarbeiterin aus dem Ministerium: Karina Döhrn, seine Pressesprecherin. Die studierte Politologin darf man, denke ich, ganz objektiv als ausgesprochen gut aussehend bezeichnen. Kein Wunder, die junge Frau hat früher immerhin mal den "Elite Model Look"-Wettbewerb gewonnen und sich dabei gegen mehr als 4587 andere schöne Frauen durchgesetzt. Das schreibt zumindest die BILD-Zeitung, die in diesen Fragen bekanntlich immer sehr gut unterrichtet ist.  karina1

 

Olaf Plotke, 5. Januar 2011

 

Von Journalisten wird ja erwartet, dass sie kritisch sind. Das sind zwar die wenigsten, aber die anderen tun wenigstens so als ob.

Was Journalisten eher selten machen, ist loben. Politiker zum Beispiel.

Okay, da mag der ein oder andere Leser denken, „Da fällt mir jetzt so spontan auch nicht ein, wen ich wofür loben sollte“, aber mir schon.

Und zwar finde ich, dass Kalkars Bürgermeister Gerhard Fonck (Foto) und der gesamte Rat eigentlich recht gut mit dem Bürgerbegehren umgegangen sind, dass sie da vor einigen Wochen auf den Tisch bekamen.Fonck

Zwar wurde es gestern mit großer Mehrheit abgelehnt, aber man hat die Bedenken der Bürger (immerhin mehr als 1.200) nicht so einfach „mir nichts, dir nichts“ von Tisch gewischt. Die CDU hat einige Ideen der Bürger aufgegriffen und konnte auch den Rest des Rates davon überzeugen, mitzumachen. Jetzt wird es andere Poller geben und es bleiben sogar einige der historischen Lampen erhalten.

Zwar hat sich der Rat mit seiner Idee eines neuen Beleuchtungskonzepts trotzdem klar durchgesetzt, aber das Signal an die Bürger ist klar: „Wir nehmen Euch ernst!“

Das ist richtig und es ist klug.

Bürgermeister Gerhard Fonck wird vielleicht mitbekommen haben, wie Bürger in anderen Städten auf die Ignoranz und „kalte Schulter“ von Rat und Verwaltung reagiert haben, z.B. in Emmerich, wo sich gegen Bürgermeister Johannes Diks und die Parteien CDU und SPD gleich mehrere Bürgerbewegungen formieren. Und dann haben sie sich vielleicht gesagt: „Das brauchen wir hier in Kalkar aber mal gar nicht.“

Und so hat man in Kalkar gemacht, was zum Beispiel die Bürgerbewegung für den Erhalt der Hauptschule in Elten beim Emmericher Rat vermisst hat: Man ist auf sie zugegangen (Zum Artikel über die Schließung der Hauptschule, hier klicken.).

Wie auch immer.

Ich finde, dass der Kalkarer Rat das gut gemacht hat.

marktnetz


Am Kalkarer Markt sind die Arbeit seit Anfang des Monats in vollem Gange.

 

Olaf Plotke, 17. Dezember 2010

Dass es um die Lesekompetenz unserer Schüler nicht zum Besten steht, liest man leider immer wieder. Dass aber auch unsere Studenten damit so ihre Probleme haben, war mir bis heute neu. Die Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, Prof. Dr. Marie-Louise Klotz (Foto), belehrte die staunende Presse heute ganz beiläufig eines Besseren. professorin

Es war bei der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung des 1. Klever Triathlons am 26. Juni 2011. Auch Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Marie-Louise Klotz war anwesend. Welche Aufgabe sie zwischen den ganzen Veranstaltern und Geldgebern genau hatte, blieb für mich irgendwie im Dunkeln. Aber sie wirbt und spricht derzeit auf so vielen Veranstaltungen für und über die Hochschule, dass man fast den Eindruck haben könnte, sie müsse den Erfolg der Uni herbeireden.

Als dann fast alle wichtigen Leute auf der Pressekonferenz schon etwas gesagt hatten, kam auch Frau Professor an die Reihe. Und sie dachte laut darüber nach, dass ja auch die Studenten, die man geschlechtsneutral nur noch Studierende nennt, beim Triathlon mitmachen könnten. Das fanden alle gut und freuten sich.

Frau Professor aber erklärte noch, dass man die Studierenden auch noch über die Veranstaltung informieren müsste.

Ich warf dann ein, dass die künftigen Akademiker doch einfach eine Zeitung, z.B. den beliebten Kurier am Sonntag, zur Hand nehmen könnten.

Und dann sagte Frau Professor den bemerkenswerten Satz, der bei den versammelten Journalisten ungläubiges Staunen auslöste: „Die Studierenden lesen aber keine Zeitung.“

Ich dachte, ich hätte mich verhört und fragte deshalb noch mal nach.

Nein, ich hatte mich nicht verhört, denn die Rektorin bekräftigte ihre Aussage noch mal: „Die Studierenden lesen natürlich keine Zeitung!“

Wieso natürlich? „Viele sind der deutschen Sprache gar nicht mächtig“, sagte Prof. Dr. Klotz.

Aha.

Ich weiß, dass in Kleve nun ein paar junge Leute aus Bangladesh studieren und von denen würde natürlich keiner erwarten, dass die schon eine deutsche Zeitung lesen können.

Wenn tatsächlich viele Studierende der deutschen Sprache nicht mächtig wären, aber in Kleve, also in Deutschland, studieren, dann fände ich das schon etwas traurig.

Allerdings braucht man vermutlich auch kein Deutsch, um in den Studiengängen Bio Science and Health, Systems Engineering, Gender Studies, Usability Engineering, Production of Membranes und Agricultural Technology and Electronics einen Abschluss zu machen.

Wie man nun den Triathlon an der Hochschule bekannt machen soll, hat die Rektorin auch noch verraten: Man muss die Studenten direkt ansprechen - vermutlich weil geschriebene Texte auf Prospekten und Plakaten ihrer Ansicht nach nicht gelesen werden.

Wenn das mal die Macher des „Neugierig auf Kleve“-Stadtführers gewusst hätten, der kürzlich präsentiert wurde. Der soll nämlich auch Studierenden helfen, ihre neue Heimat zu entdecken. Leider hat der Stadtführer 200 Seiten, auf denen ganz, ganz viele Wörter stehen. Und dummerweise alles in deutscher Sprache.

Das war jetzt natürlich Ironie.

Denn was Frau Prof. Dr. Klotz da über ihre Studenten gesagt hat, ist natürlich Unfug. Die meisten Akademiker in spe werden sehr wohl regelmäßig Zeitung lesen und selbst die ausländischen Studenten haben sicher in der Regel keine Probleme mit der deutschen Sprache.

Es stellt sich aber für mich die Frage, welches Bild die Präsidentin eigentlich von ihren Studenten hat?

Noch mehr würde mich allerdings interessieren, welches Bild die Studenten von ihrer Präsidentin haben, wenn sie das hier gelesen haben.

Ich habe es sicherheitshalber mal in unser Internetangebot geschrieben und nicht in die Zeitung...

 

Olaf Plotke, 13. Dezember 2010

Am Eröffnungstag war es auf dem Moyländer Weihnachtsmarkt noch richtig knackig kalt. Und weil die Händler in den Buden nicht frieren wollten, haben sie sich vorsorglich Propangasöfen mitgebracht. Die machen schön warm. Zumindest, wenn man sie anmacht. Dafür braucht man aber erstmal ein Streichelholz oder Feuerzeug. Und genau das hatte ein Händler vergessen.

Macht nichts - kann man sich ja leihen.

Er blickte sich um und sah neben seiner Bude einen Feuerwehrmann in Uniform. "Hallo Kamerad", sagte er, "Kannst Du mir mal Feuer geben?"

Der Feuerwehrmann reagierte logischerweise verblüfft: "Ich? Wieso ich? Ich habe kein Feuer!"

Der Händler jetzt seinerseits ungläubig: "Ja, aber Du bist doch Feuerwehrmann!"

"Ja, genau", nickte der Uniformierte. "Wir wehren das Feuer ab und legen es nicht!"

 

Olaf Plotke, 11. November 2010

 

Auf dem heute eröffneten Moyländer Weihnachtsmarkt gibt es keine Bühne und deshalb auch keine Weihnachtsmusik. Gut, dass das Bürgermeister Peter Driessen beim heutigen Presserundgang noch mal gesagt hat. Wäre mir gar nicht aufgefallen. Ich dachte nämlich, dass ich das nur nicht mehr höre, weil es in meinen Ohren zu dieser Weihnachtsmarkt-Geräuschkulisse zusammen geschmolzen ist. Stimmt aber nicht. In Moyland gibt es dieses Jahr keine Weihnachtsmusik. Merkt vermutlich auch sonst keiner. Ein Glück, werden vermutlich vor allem die Händler in den Buden denken, die sich das immer den ganzen Tag lang anhören durften.

Ein politisches Thema wird der "stille" Weihnachtsmarkt wohl nicht werden.

Die Gemeinde Bedburg-Hau beschäftigt ohnehin etwas ganz anderes. Nämlich das Sicherheitskonzept, das ihr die Kreisverwaltung geschickt hat. Das muss man nämlich umsetzen, damit man so eine Massenveranstaltung wie den Weihnachtsmarkt überhaupt durchführen darf.

Am 24. November hat die Gemeinde den Antrag auf Genehmigung der Veranstaltung gestellt. Und am 7. Dezember kam dann auch schon die Genehmigung samt 60-seitigem Brand- und Sicherheitsvorschriften in Bedburg-Hau an. Einen Tag vor Eröffnung des Marktes!

Als Laie denkt man sich da natürlich:  "Huch, so richtig viel Zeit ist das ja nicht, um 60 Seiten in schönstem Beamtendeutsch durchzulesen, zu verstehen und dann auch noch die geforderten Maßnahmen umzusetzen."

Aber Walter Hoffmann von der Gemeindeverwaltung (Foto) gab heute beim Presserundgang Entwarnung. Denn der Kreis schreibt zwar vor, was die Gemeinde in Moyland umzusetzen hat, aber so Hoffmann: "Kontrollbehörde für die Einhaltung sind wir ja selbst." hoffman2

Ich finde, das klingt irgendwie beunruhigend.

Interessant finde ich aber auf alle Fälle den zeitlichen Ablauf.

Erst am 24. November stellt die Gemeinde den Antrag auf Erteilung der Genehmigung, den Weihnachtsmarkt überhaupt durchführen zu dürfen (Wobei die doch wissen könnte wie lange so eine Genehmigung schon mal dauern kann). Und dann braucht es aber nochmal knapp 2 Wochen bis die Genehmigung vom Kreis auch tatsächlich erteilt wird. Und das gerade mal einen Tag vor Eröffnung!

Ein Glück, dass wenigstens die oft zu Unrecht gescholtene Post so flott war und die Genehmigung binnen eines Tages zugestellt hat (siehe Foto). Sonst hätte man in Bedburg-Hau womöglich erst heute oder morgen erfahren, dass man überhaupt einen Weihnachtsmarkt durchführen darf.

Okay, Weihnachten kommt ja bekanntlich immer so plötzlich. hoffman5

 

Olaf Plotke, 8. Dezember 2010