Ich habe schon lange die Theorie, dass immer dann, wenn Architekten sich vor Begeisterung für ein Bauwerk überschlagen und Architektenkammern dafür Preise verleihen, es sich im Grunde um ein Gebäude handelt, dass Nicht-Architekten (also fast alle) als langweilig, trist und im schlimmsten Fall sogar als Bausünde empfinden.

Ich habe das in meinen Jahren bei einem Immobilienkonzern mehrmals kopfschüttelnd besichtigen können und sehe mich nun wieder bestätigt, nachdem ich erfahren habe, dass das neue Gocher Rathaus einen Preis des Bundes Deutscher Architekten, Linker Niederrhein erhalten hat. Die Jury urteilte: "Die Architektur ist als Ganzes und bis ins Detail hinein geprägt durch große Sorgfalt und kultivierte Klarheit, sie wirkt gleichzeitig nahbar, offen und kommunikativ." Das ist natürlich übelstes Bla-Bla wie wir es sonst nur aus der Museumsszene kennen. Aber Architekten sind vermutlich auch Künstler. Angeblich ja sogar jeder Mensch (Beuys). Wenn man das im Sinne von "Jeder Mensch schafft künstliches" versteht, stimmt es sicher. Ob das dann auch immer gleich "kultivierte Klarheit" ist, weiß ich nicht.

Also das ausgezeichnete Rathaus habe ich heute mal mit offenen Augen besichtigt. Meiner Ansicht nach versprüht es zumindest innen eher den Charme einer Bunkeranlage. Was Architekten an nackten Betonwänden toll finden, erschließt sich mir nicht. Für mich sieht das aus wie angefangen und nicht fertig gebaut.  Vielleicht soll das aber auch signalisieren: "Seht her, liebe Bürger, wir gehen ganz sorgsam mit Euern Gebühren um und leisten uns nicht mal Putz oder Tapeten für unsere Wände!"  Ein Architekt kann mir aber sicher erklären, warum Gebäude mit Bunker-Atmosphäre heute "offen und kommunikativ" wirken sollen. Muss aber auch nicht.gochrathaus3gochrathaus4

Von außen ist das Rathaus natürlich schicker. Da erfreut eine große Glasfassade das Auge.

Man muss wissen, das Architekten große Glasflächen lieben. Und die sehen ja auch toll aus. Zumindest am ersten Tag und wenn noch keiner drin ist.

Nun ist das Rathaus natürlich ein Ort, an dem viel und hart gearbeitet wird. Das kann man sehen, denn die Büros sind dank der Glasfassade sehr transparent. Insofern stimmt es, wenn die Architekten sagen "offen". Kommunikativ stimmt auch irgendwie. Wenn sich da mal einer der Mitarbeiter in der Nase bohrt, ist er mit Sicherheit Stadtgespräch. Ob das da einer macht, weiß ich natürlich nicht.

Ich weiß aber, dass da irgendwer den alten Trick kennt, statt aufzuräumen, einfach allen Plunder hinter einem großen Schrank zu verstecken. Habe ich als Kind auch gemacht, wenn ich nicht richtig aufräumen wollte. Bei mir ging das auch ganz gut, weil meine Eltern die Spielsachen von der Kinderzimmertür aus auch nicht sehen konnten und mein Zimmer also tiptop aufgeräumt aussah.

Im Gocher Rathaus ist es wohl ähnlich. Ich stelle mir vor, dass da einer die ollen Kartons , die er nicht auspacken wollte, einfach so hinter einem großen Schrank verschwinden ließ, dass der Chef das nicht sehen konnte, wenn er den Rgochrathausaum betrat.

Dumm nur, dass der gewitzte Mitarbeiter vergessen hat, dass das Rathaus raumhohe Glasflächen hat. Nun kann jeder Besucher von außen schon sehen, welcher Raum dringend mal aufgeräumt werden sollte (Er ist in der 1. Etage!). Kleiner Tipp: Wenn ein Mitarbeiter des Rathauses nach dem Lesen dieses Blogs sich erbarmt und die Kartons in den Keller bringt, dann kann er auch noch den ollen Zettel vom Schrank nehmen.

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Wie gesagt, so eine Glasfassade sieht toll aus.

Wenn noch keiner eingezogen ist...

 

Olaf Plotke, 29.März 2011

 

 

 

Jetzt da sich die erste Aufregung um die angeblich mangelnde Körperhygiene des ehemaligen Grünen-Ratskandidaten Friedrich Foerster (Foto) gelegt hat, wage ich jetzt doch einmal einen nüchternen Blick auf den Rauswurf, den der Klever Fraktionsvorsitzende Siegbert Garisch da angestrengt hat.

Also die Begründung von Garisch mit dem „dissozialen Verhalten“ halte ich immer noch für sensationell dämlich. Ich bin auch weiter der Ansicht, dass Herr Garisch deshalb von seinen Ämtern im Rat zurücktreten sollte.

Allerdings habe ich mich in den vergangenen Tagen mehrmals gefragt, warum er das mit dem „dissozialen Verhalten“, also dem ganzen Müffel-Kram überhaupt in die Begründung geschrieben hat. Die ersten beiden Punkte „Amtsanmaßung“ und „Diffamierung und Beleidigung“ sind ja wohl schon heftig genug – zumindest wenn er die beweisen kann.

Obwohl daran zumindest was den Punkt "Beleidigung" angeht, wohl kaum noch ein Zweifel bestehen kann. Auf kleveblog.de bezeichnet Foerster die Grünen-Kreisvorstände Anne Peters, Hermann-Josef Brendieck und Michael Bay kackfrech als „kriminell“, „intrigengeil“ und „korrupt“. Er behauptet zwar, das auch beweisen zu können, aber daran kann man doch ernsthafte Zweifel haben. Wahrscheinlicher ist es da schon, dass ihn die Drei wegen übler Nachrede o.ä. anzeigen. Dann sähen sich die „Parteifreunde“ allerdings nicht vor dem Partei-, sondern vor einem richtigen Gericht wieder.

Vermutlich für genau diesen Fall hatte Foerster auch schon mal ein „politisches Blutbad“ angedroht, wie ich in der gedruckten Ausgabe des Kurier am Sonntag bereits geschrieben habe.

Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie sind das alles keine Sprüche eines unschuldigen Opfers als das sich Foerster gerne präsentiert.

Ein Opfer ist er gleichwohl trotzdem geworden. Und zwar der Geister, die er selber rief.

Denn er war es ja selbst, der den Antrag Garischs öffentlich machte und die ganz große Medienwelle lostrat. Die Bild-Zeitung hat sich auf ihre Weise dafür bedankt und Foerster in einer Ausgabe auf ihrer Titelseite zum „Verlierer des Tages“ gekürt. „Meine Kinder dürfen sich jetzt Sprüche anhören wie: “Ey, Dein Alter, das Stinktier, ist ja der Looser des Tages – Glückwunsch!”, schreibt Foerster beinahe selbstmitleidig in einem Kommentar auf kleveblog.de.

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Olaf Plotke, 21. März 2011

Bei den Klever Grünen fliegen heute die Fetzen. Der Fraktionsvorsitzende Siegbert Garisch will, dass das Mitglied Friedrich Foerster aus der Partei ausgeschlossen wird. Seine Begründungen für den beantragten Rauswurf sind mindestens absurd, wenn nicht sogar beleidigend, unter anderem wird Foerster „mangelnde Körperpflege, unangemessene Kleidung und verwahrloste äußere Erscheinung“ vorgeworfen. foersternetz

Nun ist Foerster (siehe Archivfoto links) sicherlich kein Adonis und Bart und lange zum Zopf gebundene Haare muss man ja auch nicht mögen, aber das ist am Ende auch alles Geschmackssache. Angesichts der Kleidung, die derzeit bei den Haute Couture-Schauen in Paris gezeigt wird, kann man sich nicht sicher sein, dass der Foerster-Look nicht schon nächste Saison topmodisch ist.

Man muss allerdings kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die heutige Mitgliederversammlung der Klever Grünen so ganz und gar nicht gut laufen wird für Siegbert Garisch. Erstmal werden vermutlich einige Fernsehsender anwesend sein, um diese Lokalposse auch in ihrer ganzen Absurdität für den Rest der Republik festzuhalten und Garisch die Chance zu geben, sich vor einem Millionenpublikum lächerlich zu machen.

Ich würde Herrn Garisch auch unbedingt empfehlen, sich vorher nochmal zu rasieren, damit er am Ende nicht so vor der Kamera auftaucht, wie man ihn schon mal im Rat sehen kann (siehe Archivfoto unten). garischnetz

Mag ja sein, dass an den anderen Begründungen für den Rausschmiss-Antrag was dran ist (Amtsanmaßung, Diffamierung und Beleidigung von Grünen-Politikern), aber mit den Ausfällen über angeblich „mangelnde Körperpflege“, „unangemessen Kleidung und verwahrloste äußere Erscheinung“ hat sich Garisch selbst disqualifiziert.

Ich würde mich nicht wundern, wenn er noch im Laufe der Mitgliederversammlung (oder vorher schon) von seinem Amt des Fraktionsvorsitzenden zurücktreten und sein Ratsmandat abgeben wird.

Dass gerade ein Grüner so idiotische Begründungen für einen Parteiausschlussantrag anführt, ist schon irre. Immerhin wurde der Grüne Joschka Fischer als Umweltminister einst in Turnschuhen vereidigt und der grüne Spitzenpolitiker Jürgen Trittin hatte in seiner Ministerzeit einen Nietzsche-mäßigen Bart, der bei mir durchaus Walross-Assoziationen auslöste.

Meine Frau und ich haben beim Neujahrsempfang der Kreis Klever Grünen im Kurhaus übrigens direkt neben Friedrich Foerster (trug Anzug zu Turnschuhen) gesessen. Ich teile Herrn Garisch und allen Lesern hier nun mit, dass wir zwar nicht unter den Achseln von Herrn Foerster geschnuppert haben, uns aber auch nichts unangenehm aufgefallen ist. Zumindest nicht an Herrn Foerster.


Olaf Plotke, 11. März 2011

 

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Dieser Herr heißt Günther Zins und ist Künstler. Ein berühmter sogar. So berühmt, dass er in diesem Jahr gleich in zwei Museen im Kreis ausstellt: im Schloss Moyland und im Museum Goch - und zwar gleichzeitig!

Berühmt ist er für wirklich faszinierende Stahlkonstruktionen, die man hier auch im Foto erkennen kann. Vielleicht haben Sie ja schon mal ein Kunstwerk von ihm gesehen, z.B. in den Gartenanlagen in Kleve.

In diesem Notiz-Blog will ich Ihnen aber keine Kunst-Lektion erteilen, was ich auch gar nicht könnte. Wenden Sie sich dafür bitte an Experten, die so Sätze sagen können wie diesen hier: „Das Wasser ist das alte, ursprüngliche Element, das Video ist ein Element der heutigen Zeit. Beide sind in ihrer fließenden Erscheinung wesensverwandt: immatrielle, bewegte, veränderliche, unendliche Bilder." (Fabrizio Plessi bei der Einweihung seines "Digital River for Erlangen).

Oder diesen hier, der aus dem Magazin der Deutschen Bahn stammen soll: "Dass sie ihr Gegenüber nur für den Moment eines Lidschlags anschaut, scheint einer Askese des Blicks geschuldet zu sein, die das Arbeiten mit dem Auge erst möglich macht." (Den habe ich auf einer Seite gefunden, die wirre Sätze zur Kunst sammelt.)

Sie wissen jetzt also, dass Kunst immer auch etwas mit geschwollenem Geschwätz zu tun hat. Wobei der Künstler das eigentlich nicht macht. Künstler sagen Dinge, die wir verstehen. So wie diesen Ausspruch von Picasso, den ich sehr mag: "Ich trage eine Frau lieber zu Grabe, als sie mit einem anderen glücklich zu sehen."

Günther Zins sagt eher wenig. Zumindest bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der oben erwähnten Doppelausstellung. Während die Kunsterklärer aus den Museen in Goch (Dr. Stephan Mann) und Moyland (Dr. Barbara Strieder) den Journalisten im Atelier von Zins seine Kunst erklärten, stand der Künstler dabei und lächelte sympathisch. Vielleicht lächelte er, weil er auch nicht alles verstand, was die Kunsterklärer da erklärten. Der Besuch im Atelier von Zins in Kleve bot auf alle Fälle die hübsche Gelegenheit, mal ungestört in der Werkstatt eines Künstlers ganz legal herumschnüffeln zu können. Und meine treuen Notiz-Blog-Leser haben jetzt die einmalige Gelegenheit, ein wenig mitzuschnüffeln.

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So sieht es also bei ihm aus.

Der erste Eindruck: Der Mann muss mal wieder aufräumen!

Überall stehen und hängen Stahlgebilde herum, hier und da abgestütz von einem Holzklotz, auf alle Fälle alles so schön durcheinander wie man sich das so vorstellt bei einem richtigen Künstler. Also lieber nicht aufräumen.

Auch ein paar Bücher lagen wohl gestapelt auf dem Schreibtisch (Ich dachte zuerst extra für den Besuch der Museumsdirektoren da hingelegt):

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Während das oberste Buch natürlich noch deutlich signalisiert "Hallo, schau her, wie intellektuell ich bin - ich lesen James Joyce!" , schluckt man dann aber doch beim zweiten Band von oben: Ein Sammelband "Reader´s Digest" ("Das Beste aus") mit Kurzfassungen der Romane "Die Schatzinsel", "David Copperfield", "Madame Curie" und "Wenn die Natur ruft".

Allerdings muss ich zugeben, dass die Bücher etwas angestaubt wirkten und vermutlich schon länger nicht mehr aufgeschlagen wurden, was man vielleicht verstehen kann, wenn man schon mal Joyce oder ein von "Reader´s Digest" zusammengeschnipseltes Buch gelesen hat.

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Und dann noch diese Entdeckung auf einem Beistelltisch: der "Mega-Rätselblock". Ganz im Gegensatz zum nicht weniger rätselhaften "Ulysees" übrigens regelmäßiger in Gebrauch wie ich vermute. Zumindest war das Cover staubfrei.

Aber warum kauft sich der Mann den "Mega-Rätselblock". Es würde ihm doch auch ein Griff zu einem beliebigen Kunstkatalog über eine seiner Ausstellung reichen.

Auf der Website des Museum Schloss Moyland findet man über die Kunstwerke von Günther Zins diesen Satz: "Sie verdrängen den Raum nicht, sondern machen ihn über Begriffe wie Linie, Fläche und Volumen erfahrbar."

Das letzte Wort ist ganz wichtig. Wenn Sie es bislang noch nicht regelmäßig benutzt haben, sollten Sie es ganz dringend in Ihren Wortschatz aufnehmen, damit Sie bei der nächsten Cocktailparty auch mitreden können. Hier ein paar Beispiele, was alles erfahrbar gemacht werden kann:

"Gott durch Kunst erfahrbar machen!"

"Ich möchte Farben erfahrbar machen!"

"Gesundheitsberufe erfahrbar machen"

"Internationalen Dialog für alle Menschen erfahrbar machen"

"Typizität erfahrbar machen"

"Menschenwürde erfahrbar machen"

"Kirchenräume erfahrbar machen"

"Rechtschreibung erfahrbar machen"

Und sogar Menschen, die sonst mit Kunst so gar nicht am Hut haben, kann geholfen werden:

"Kunst für Frauen erfahrbar gemacht"

Wieder um eine Erfahrung reicher. Danke.

Olaf Plotke, 3. März 2011

 

Für mich das Kostüm der Session:

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Entdeckt bei der Schwanenfunker-Sitzung in Kleve.

Olaf Plotke, 1. März 2011

 

Günter van Meegen ist aus Partei und Fraktion der Grünen in Bedburg-Hau ausgetreten. Darüber habe ich auf der Kurier-Website berichtet. Und weil der gute Mann sein Ratsmandat behält und künftig als Fraktionsloser im Rat sitzen wird, habe ich geschrieben, dass er auch künftig monatlich die 187,30 Euro erhält, die die Gemeinde ihren Ratsmitgliedern als Aufwandsentschädigung überweist. Das ist sicher kein Vermögen, aber man darf es doch wohl mal bemerken.

Nun habe ich aber geschrieben, dass das Ratsmandat "gut dotiert" sei. Und das ärgert nun scheinbar ein paar Günter van Meegen-Fans, die jetzt auf kleveblog ihrem Ärger Luft machen. "Stimmungsmache" unterstellt mir da ein gewisser Bernd Derksen.

Der hatte sich in Kommentaren am 5. 3. 2009 bei kleveblog noch sehr deutlich für die Transparenz bei Aufwandsentschädigungen und Einkünften der Kommunalpolitiker ausgesprochen. Aber damals ging es ja auch um Landrat Wolfgang Spreen (CDU). Und der bekommt fraglos ein Vielfaches vom Bedburg-Hauer Ratsmitglied van Meegen. Aber wenn Transparenz gefordert wird, dann muss das m.E. für alle gelten. Das "gut dotiert" ist vielleicht ein wenig übertrieben, ist aber auch immer eine Sache des Blickwinkels. Für einen Sparkassendirektor ist das wohl nicht viel Geld, aber für einen Krankenpfleger doch vielleicht ganz nett. Und ich finde, dass man 183,70 Euro im Ratssaal angenehmer dazuverdient, als bei der Arbeit im Lager eines Discounters. geld

Die Grünen werden also künftig nur noch mit drei Vertretern im Gemeinderat sitzen. Damit behalten sie den Fraktionsstatus, was wichtig ist, weil sie dann neben den Aufwandsentschädigungen nochmal zusätzlich Geld von der Gemeinde für ihre politische Arbeit, für Briefe, Fortbildungen etc. erhalten. Und der Fraktionsvorsitzende Wilfried Krüger bekommt auch weiterhin monatlich 183,70 Euro x 3 überwiesen.

Freiwillige Spenden des Ratsmitgliedes van Meegen werden bei den Grünen aber künftig wohl ausbleiben. Er kann seine 183,70 Euro, die man als Ratsmitglied erhält, ganz allein für sich behalten. Es ist nämlich üblich, dass Ratsmitglieder ihrer Partei oder Fraktion regelmäßig eine Spende zukommen lassen. Warum das so ist? Das ist so eine Art Gentlemen´s agreement, weil die Partei ja auch den nächsten Wahlkampf finanzieren muss, der dann wieder einige eigene Kandidaten in den Rat befördert.

77 Menschen im Wahlkreis 7 in Hasselt haben bei der Kommunalwahl im Jahr 2009 Günter van Meegen gewählt (14,37%). Damit erzielte er von allen Kandidaten in seinem Wahlkreis das schlechteste Ergebnis. Das ist sicher nicht ungewöhnlich für die Grünen und sollte an dieser Stelle nicht als Häme oder so verstanden werden. Nur mal so zum Vergleich: Heinz Verhaaren von der CDU erhielt in Hasselt die meisten Stimmen, nämlich 253 Stimmen, und wurde so direkt in den Gemeinderat gewählt. Günter van Meegen zog über die Reserveliste seiner Partei an, bei der er an Platz 2 stand.

Das soll hier nicht kritisiert werden, so funktioniert unsere Demokratie und das ist auch gut so. Die Grünen haben Günter van Meegen zu einem ihrer Spitzenmänner bestimmt und ihm mit Platz 2 auf der Reserveliste einen sicheren Posten im Gemeinderat verschafft.

Mir geht es hier um die Frage, ob es eigentlich in Ordnung ist, dass van Meegen sein Ratsmandat behält, obwohl er bei den Grünen ausgestiegen ist?

Ich sage offen, dass ich das nicht in Ordnung finde.

Denn es waren eben nur 77 Menschen, die direkt Günter van Meegen gewählt haben. Mehr nicht. Dass er im Rat sitzt, verdankt er seiner ehemaligen Partei. Günter van Meegen sieht sich nach seinen eigenen Worten in der Pflicht im Rat "weiterhin die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, die mich gewählt haben" zu vertreten (Zitat aus van Meegens Presseerklärung). Das wären dann die Interessen der besagten 77 Wähler. Bisschen wenig für meinen Geschmack.

Und deshalb finde ich, dass er als aufrechter Politiker sein Ratsmandat auch abgeben sollte, damit die Grünen weiterhin in der Stärke im Rat sitzen können wie die Wähler das bei der Wahl bestimmt haben, nämlich mit 4 Mitgliedern und nicht mit 3.

 

Olaf Plotke, 24. Februar 2011