Wahl Goch3In Goch geht die Angst um. Das Rathaus droht in die Hände der Vandalen zu fallen. Nicht auszudenken, was passiert, wenn der BFG-Bürgermeisterkandidat Ulrich Knickrehm (Foto oben) am 27. September die Wahl gewinnen sollte. Der hat bekanntlich am Sonntag im ersten Wahlgang 42,91 Prozent der Stimmen geholt und der einzig wahre Kandidat, Heinz van Baal von der CDU (Foto unten rechts), nur magere 31,55 Prozent.

Wie konnte das passieren? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass der Kandidat einer Partei, die Goch seit vielen Jahrzehnten erfolgreich zur Nummer 1 im Kreis Kleve in der Hitparade der am höchsten verschuldeten Städten gemacht hat, so abstürzt?

Wahl Goch5CDU-Chef Josef van de Kamp hat die Situation messerscharf analysiert und den Schuldigen gefunden: den Wähler.

„Wir müssen jetzt auch den letzten erreichen, der noch nicht verstanden hat, worum es geht“, erklärt van de Kamp in der RP die CDU-Strategie für den Wahlkampf-Endspurt bis zur Stichwahl. Das wird natürlich eine Herkulesaufgabe, weil es ja offenbar ziemlich viele Wähler in Goch gibt, die es „nicht verstanden“ haben. Und wenn man da bis zum Letzten gehen möchte...

Ähnlich unterbelichtet sind übrigens die Wähler in Kalkar, die doch glatt Dr. Britta Schulz mit 36,12 Prozent wählten und dem CDU-Bürgermeister Gerhard Fonck nur 32,8 Prozent gönnten. „Ich hab’ manchmal das Gefühl, vor lauter ‚Personenwahl’ wird ganz vergessen, dass es um die Stadt geht“, erklärte Gerhard Fonck nach der Wahl. Und um die Stadt geht es natürlich nur ihm. Denn er ist gut vernetzt - „zum Wohle Kalkars“, wie er in der RP bescheiden zugibt, „zum Beispiel durch wichtige Funktionen in der Bürgermeisterkonferenz.“ Ganz im Gegensatz zu seiner Mitbewerberin Dr. Britta Schulz, die zwar gar nicht an der Bürgermeisterkonferenz teilnehmen kann, weil sie keine Bürgermeisterin ist, aber das sind zu vernachlässigende Details. Frau Schulz also war bislang noch bei keiner einzigen Sitzung der Bürgermeisterkonferenz des Kreises Kleve und das ist einfach unfassbar! Woran man wieder einmal sieht, dass es ihr nur um die eigene Karriere geht, während Gerhard Fonck allein an Kalkar denkt. Der Gute.

Also hier nun das Wahlprogramm der CDU für die Stichwahlen auf den Punkt gebracht: Wer 27. September nicht den Bürgermeisterkandidaten der CDU wählt, ist doof.

"Lasst euch niemand das Ziel verrücken, der nach eigener Wahl einhergeht in Demut und Geistlichkeit der Engel, davon er nie etwas gesehen hat, und ist ohne Ursache aufgeblasen in seinem fleischlichen Sinn." (Kolosser 2,18)

Olaf Plotke, 16. September 2015

Kommentare   

#1 Jörg Lorenz 16.09.2015 15:20
In einem kleinen Ort in der Mitte des Kreises kenne ich viele fb-affine Menschen, die an der Analyse des Herrn van de Kamp nichts, aber auch gar nichts auszusetzen haben.
Zitieren
#2 Norbert van de Sand 16.09.2015 16:55
"Unterbelichtete Wähler":
In Uedem haben 83 % der Wähler nicht begriffen, dass sie den Puppenspieler Bömler wählen sollten und stattdessen den CDU-Mann Weber gewählt haben! Wie doof sind die denn in Uedem? Jedenfalls doofer als in Kalkar! Oder auch nicht!!!
Zitieren
#3 Mario Paufler 16.09.2015 17:06
Lieber Olaf,

wie du eventuell bemerkt hast, wird am 27. September gar nicht die CDU wählen.

Die Wähler, die nicht den BFG - Bürgermeisterkandidaten gewählt haben, sind auch nicht doof.
Eventuell haben die auch Ihre Gründe. Eventuell haben ihn auch Menschen gewählt, die davon überzeugt sind, das Herr van Baal es besser machen wird.
Oder eventuell wollen die auch den Herrn Knickrehm verhindern.

Wie wäre es, wenn Sie wie so ein richtiger Journalist recherchiert was in den letzten 16 Monaten im Rat (das ist die Zeit nach der Kommunalwahl) durch wenn beantragt und wer wie gestimmt hat?
So richtig viel hat der "Macher" Knickrehm (obwohl die CDU keine Mehrheit hat) nicht bewegt.
Zitieren
#4 HP.Lecker 16.09.2015 17:38
zitiere Mario Paufler:

Wie wäre es, wenn Sie wie so ein richtiger Journalist recherchiert was in den letzten 16 Monaten im Rat (das ist die Zeit nach der Kommunalwahl) durch wenn beantragt und wer wie gestimmt hat?
So richtig viel hat der "Macher" Knickrehm (obwohl die CDU keine Mehrheit hat) nicht bewegt.


Hierzu ein Zitat der CDU-Frau Katharina Verhoeven. Sie schreibt im facebook:

Zitat:
Schade das immer die cdu für alles herhalten muss. Beide Kandidaten sind/waren seit über 20 Jahre im Rat. Und es wurden eben nicht alle Entscheidungen alleine von einer Partei bestimmt sondern (seit elf Jahren die ich dabei bin) als Kompromisse. Und das würde ich als Wähler auch weiterhin erwarten. Kompromisse anstatt Enthaltungen. Und auch wenn ich CDU Frau bin brauch keiner jetzt mit mir schimpfen. Die großen Entscheidungen wurden im Rat einstimmig getroffen und das heißt von allen und nicht nur von der CDU. Denn die Zeiten der alleinigen Mehrheit sind seit Ewigkeit schon vorbei.
Einstimmigkeit bedeutet doch auch, dass das BFG den Beschlüssen ebenfalls zugestimmt hat, oder?
Zitieren
#5 Erbarmen bitte! 17.09.2015 09:08
Was ist denn so falsch an dem Satz von Josef van de Kamp?
Wenn man sich das Ergebnis der Wahl anschaut, ann man sich doch wirklich fragen, ob einige Wähler denn begriffen haben, worum es hier geht.
Herr Knickrehm ist für das Amt ungeeignet, er hätte keine Mehrheit im Rat. Die Folge wäre ein fünfjähriger Stillstand in Goch.
Insofern ist dann auch der Zuspitzung von Herrn Plotke im Prinzip sogar zuzustimmen.
Zitieren
#6 Martin van Elten 17.09.2015 11:38
zitiere Erbarmen bitte!:

Herr Knickrehm ist für das Amt ungeeignet, er hätte keine Mehrheit im Rat. Die Folge wäre ein fünfjähriger Stillstand in Goch.
.


Wo liegt denn da der Unterschied zwischen Knickrehm und van Baal? Weder ein CDU-Bürgermeister noch ein BfG-Bürgermeister haben eine "eigene Mehrheit" hinter sich. Beide sind auf die Zustimmung anderer Fraktionen angewiesen. Wer den Gocher Stadtrat mal beobachtet hat, weiß auch, dass in Goch Fraktionen kein Problem damit haben den anderen Fraktionen zuzustimmen. Und: Ein Bürgermeister Knickrehm kann auch Mehrheiten jenseits der CDU schmieden. Beispiel hierfür die Schließung der Pfalzdorfer Hauptschule (siehe z.B. www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-kleve-und-der-region/hauptschule-pfalzdorf-laeuft-aus-id9991462.html). Die Handlungsoptionen sind vielfältig und keine Fraktion kann sich in Goch Ideen verweigern.

Diese Konstellationen haben mit einem Bürgermeister Knickrehm eine Mehrheit, dazu können natürlich auch noch übergroße Mehrheiten gebildet werden.

BfG- CDU
BfG- SPD- Grüne
BfG- SPD- FDP- ZIG
Zitieren
#7 Michael Welbers 18.09.2015 17:37
Zitat:
Hierzu ein Zitat der CDU-Frau Katharina Verhoeven. Sie schreibt im facebook:

Zitat:
Schade das immer die cdu für alles herhalten muss. Beide Kandidaten sind/waren seit über 20 Jahre im Rat. Und es wurden eben nicht alle Entscheidungen alleine von einer Partei bestimmt sondern (seit elf Jahren die ich dabei bin) als Kompromisse. Und das würde ich als Wähler auch weiterhin erwarten. Kompromisse anstatt Enthaltungen. Und auch wenn ich CDU Frau bin brauch keiner jetzt mit mir schimpfen. Die großen Entscheidungen wurden im Rat einstimmig getroffen und das heißt von allen und nicht nur von der CDU. Denn die Zeiten der alleinigen Mehrheit sind seit Ewigkeit schon vorbei.
Einstimmigkeit bedeutet doch auch, dass das BFG den Beschlüssen ebenfalls zugestimmt hat, oder?
Die Zeiten, denen Katharina hinterherweint sind die Zeiten wo die CDU mit einer deutlichen Mehrheit die Beschlussvorlagen eingebracht hat und SPD sowie auch die Grünen nur nickend durchgewunken haben. Es waren Zeiten wo die BFG in Goch zwei Sitze im Stadtrat hatte - das ist der Rest der Geschichte.
Zitieren
#8 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 18.09.2015 21:52
Warum können die Gocher Altparteien nicht einfach zugeben: Wir haben die Stadt in die Pleite geführt .... ?
Zitieren
#9 Matze 25.09.2015 15:27
Auch in Emmerich ist die CDU nur zweite Wahl. Wir drücken alle Hinze die Daumen.
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren