Margret Vosseler: Konflikte werden weggelächelt.In den Niederrhein Nachrichten wurde am Wochenende auf der Titelseite ziemlich gemein über die CDU-Landtagsabgeordnete Margret Vosseler hergezogen, wie ich finde. Ein CDU-Mitglied, das zu feige war, seinen Namen preis zu geben, lästerte über die angeblich mangelnden Qualitäten von Margret Vosseler ab. "Sie fülle ihr Amt mehr wie eine repräsentative Bürgermeisterin aus", heißt es da.

Na und?

Das hat doch gar keinen Neuigkeitswert. Jeder weiß doch, dass Frau Vosseler nur gewählt wurde, weil sie aus dem Südkreis kommt. Hätten die CDU-Mitglieder Wert gelegt auf eine profilierte und landesweit etablierte Politikerin, dann hätte man seinerzeit ja Ulrike Ulrich gewählt.

Ist Frau Vosseler deshalb wie der CDU-Feigling meint, eine Fehlbesetzung, nur weil sie keine gute Rednerin ist und nicht den "Polter-Hans" wie Manfred Palmen gibt?

Nein! Denn sie hat eine Qualität, die 2009 kein anderer Bewerber gezeigt hat. Sie hatte damals nämlich den Mut, gegen den Willen des Kreis Klever CDU-Ehrenvorsitzenden und Kanzleramtsministers Ronald Pofalla gegen dessen Wunschkandidatin Ulrike Ulrich anzutreten. Einen Mut, den Paul Düllings aus Issum z.B. nicht hatte, der damals auch mal laut darüber nachgedachte, gegen Frau Ulrich anzutreten. Dann gab es angeblich ein paar klare Worte von Ronald "Ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen" Pofalla und Düllings kniff. Vosseler nicht.

Insofern ist die Kritik des CDU-Heckenschützen in den Niederrhein Nachrichten ziemlich unverständlich, der Vosseler auch vorhält, sie hätte an Sitzungen nicht teilgenommen, um Konfrontationen zu vermeiden und sei erst zum Essen erschienen. So wie ich Frau Vosseler wahrgenommen habe, scheut sie Konfrontationen nicht. Sie lächelt sie einfach weg.

Und dass sie das Essen womöglicher wichtiger findet, als irgendein CDU-Polit-Geschwafel, kann man ihr ja unter Umständen auch nicht verdenken. In der Regel geht es am Büffet deutlich spannender zu. Und da sind genau wie in der Politik Stehvermögen, Taktik und eine gewisse Kaltschnäuzigkeit gefragt, wenn man nicht nur die Reste essen möchte.

Olaf Plotke, 20. März 2012

Kommentare   

#1 Bernd Derksen 20.03.2012 20:16
Ja, daher bewerte ich anonym (bzw. unter Fantasienamen) geschriebene harte Kritik auch hier sehr kritisch.

Schön, die vielen "Spitzen" im Artikel.
Eine Partei, die sich offenbar keine Debatte über Kandidaten (d.h. innerparteiliche Demokratie) zutraut, darf ruhig "durch den Kakao" gezogen werden. Gerade in unserer schwarzen Gegend.
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#2 Jens-Uwe Habedank 20.03.2012 20:50
Ich mag Frau Vosseler nicht unbedingt, ich mag die CDU schon gar nicht - aber Olaf Plotke hat recht!
Guter Artikel!
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#3 Willem Heuvens 22.03.2012 09:38
Es geht hier nicht um eine Neiddebatte, aber wenn man sieht, wieviel Frau Vosseler bekommt und wieviel ein leistungsstarker Arbeitnehmer, dann stimmen die Verhältnisse einfach nicht mehr.
Sie sollte auf ihrem Hof arbeiten und dort ihr Geld (versuchen) zu verdienen.
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