vergessenVerdreckt, verrutscht, vergessen - Bodo Wißen war mal für fünf Jahre Landtagsabgeordneter für den Nordkreis Kleve. Durch viel Glück war er über die Landesliste der SPD ins Parlament eingezogen. Als er im Jahr 2012 zum dritten Mal für das Landesparlament in Düsseldorf kandidierte, stand die Hochschule Rhein-Waal noch nicht, die man im Hintergrund des Fotos hier sieht. Der Wiedereinzug gelang nicht und Wißen wurde von Hannelore Kraft mit einem Posten in Brüssel versorgt. Während er fortan also weit weg vom Kreis Kleve in der europäischen Hauptstadt residierte, erlebte sein altes Wahlplakat an der Briener Straße, wie die Hochschule am Spoykanal wuchs. Es tat viele Sommer und Winter lang tapfer seinen Dienst, sah die Hochschule wachsen, Studenten aus fernen Ländern kommen und gehen, sah wie eine Präsidentin abgewählt wurde und konnte sogar hautnah die Sanierung der Briener Straße miterleben.

Nun rückt die Landtagswahl langsam näher und das wahrlich KRAFTvolle Plakat bewirbt im Oktober 2016 immer noch tapfer den SPD-Mann, den im Kreis Kleve vermutlich längst keiner mehr kennt - der Wähler vergisst ja so schnell (auch zum Glück der SPD). Die Sozialdemokraten werden das tapfere Plakat nun einfach hängen lassen. Denn im nächsten Jahr kandidiert hier für den Landtag mit Thorsten Rupp ein Mann für die SPD den auch keiner kennt. Außerdem soll man an bewährten Dingen festhalten - gilt gerade für eine traditionsbewusste Partei wie die SPD und ganz besonders für ein Plakat, das länger hält als so manches Wahlversprechen.

"Niemand flickt einen Lappen von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid; sonst zerreißt er das neue, und der Lappen vom neuen reimt sich nicht auf das alte."     (Lukas 5,36)

Olaf Plotke, 17. Oktober 2016

Kommentare   

#1 Erbarmen bitte! 18.10.2016 09:27
Welche Luftpumpe die SPD aufstellt ist doch egal.
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#2 Basta 18.10.2016 12:48
Genauso egal wie der Bergmann, denn die Zeche wird geschlossen.
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#3 Bernd Derksen 18.10.2016 19:55
Ich erinnere mich, dass andernorts schon mal Parteien massive Strafen für nicht abgebaute Wahlkampfplakate zahlen müssen. ;-)

Scheint ja in der Nähe der SPD-Geschäftsstelle, oder? Und da stehen doch bestimmt immer derartige Schilder, oder? ;-)
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>Denn im nächsten Jahr kandidiert hier für den Landtag mit Thorsten Rupp ein Mann für die SPD den auch keiner kennt. >

(Er wird sowieso bei der Direktwahl chancenlos sein. Insofern war es vermutlich auch nicht besonders begehrt... Ich nehme also an, dass da ein Parteimitarbeiter sich halt nicht drücken konnte... )

Eine Landesliste hat die SPD ja noch nicht gewählt. Ich nehme mal an, dass man den Kreisvorsitzenden da über die Liste absichern möchte. Dann wird es vermutlich für Herrn Rupp nix werden.
Er arbeitet ja als Angestellter in der SPD-Landesgeschäftsstelle in Düsseldorf. Hat man denn personell nix mehr außer den eigenen Mitarbeitern?? ;-)
Der Kreisvorsitzende und Südkreis-Kandidat, Herr Killewald, scheint ja auch auf SPD-Ticket an seine letzten Jobs gekommen.

Vielleicht traut sich ja mal ein SPDler unter Realnamen zu reagieren...
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#4 O.Plotke 18.10.2016 19:59
Als ich heute (18. Oktober 2016) an der Briener Straße nachschaute, war das Plakat leider verschwunden.
Notiz-Blog wirkt. Leider. Schade um das tapfere Plakat.
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#5 Bernd Derksen 18.10.2016 20:12
Um das noch klar zu stellen:
Ich hatte von Herrn Wißen im Gespräch keinen schlechten Eindruck. Kann sogar sein, dass ich ihn deshalb beim letzten Mal gewählt habe. Habe keine Ahnung mehr. (Ich mache ja überall mal mein Kreuzchen.)
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Was für mich immer mehr ein Kriterium beim Ankreuzen wird:
Ist der jeweilige Kandidat in der Lage, sich auch kritisch und eigenständig mit den Parteispitzen, seiner Partei und deren Positionen auseinanderzusetzen. Abnicker scheinen mir halt allerorten ziemlich dominant. Für mich ist das ein grundlegendes Problem für die Parteiendemokratie und damit unsere Gesellschaft.
Und da sehe ich bei Herrn Rupp leider aufgrund seiner Vorgesetzten, Frau Kraft, wenig Spielraum.
Aber gut, das Gespräch zu meiner Meinungsbildung werde ich sicher bei Gelegenheit suchen. In der realen Welt! ;-)
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Dass man als politisch "Passiver" leicht über Aktive meckern, Ansprüche formulieren, etc. kann, ist ohnehin klar.
Insofern habe ich immer Respekt vor denen, die sich einbringen. Und erkenne das und das Hinnehmen der damit verbundenen Schattenseiten an.
(Auch wenn ich das nicht immer dazuschreibe (/n kann) . ;-) )
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#6 Bernd Derksen 18.10.2016 20:15
@#4
In der Erwartung dessen war ich mir eigentlich ziemlich sicher...
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#7 Jens-Uwe Habedank 18.10.2016 20:23
@ Bernd Derksen:
Stimmt - 14 Tage nach der Wahl spätestens müssen die Plakate entfernt sein. Als ich noch für WASG und Linke im Vorstand war, hagelte es regelmäßig Androhungen von Strafen; mit knapper Personaldecke schafften wir es nicht, immer diese Fristen einzuhalten...
Bei einer "Regierungspartei" scheint mal wohl eher ein Auge zu zu drücken?

Zu Listenwahlen bei der SPD: Hier ist mir noch gut eine Veranstaltung der SPD im KAG zum Thema Bildung, konkret Inklusion, in Erinnerung; muss so in 2012 gewesen sein und alle "Parteifürsten" waren anwesend - statt sich mit dem Thema zu beschäftigen, gingen Listen und Absprachen durch die Partei-Mitglieder-Runde - denn: Danach war Mitgliederversammlung mit Listenwahlen...
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