ausstellungvobahrw-webWenn Sie mal wissen wollen, wie und wo unsere Steuergelder so richtig schön sinnlos verbraten werden, dann besuchen Sie doch mal die Ausstellung „Forschung für Dich!“ in der Hauptstelle der Volksbank Kleverland. Dort präsentieren 21 Fachhochschulen aus NRW besondere Projekte, die den wissenschaftlichen Elfenbeinturm verlassen haben. Aus dem Thema hätte man was machen können. Hätte, hat man aber nicht. Herausgekommen ist eine vollkommen lieblos zusammengeschusterte Ausstellung, die so öde ist, dass dagegen einem Angler beim Angeln zugucken spannend erscheint. Wenn es wenigstens eine Privatinitiative gewesen wäre, aber der „Spaß“ wird durch das Wissenschafts- und Innovationsministerium NRW finanziert.
Die Ausstellung wandert kreuz und quer durch NRW und besteht aus 21 Aufstellern mit mehr oder wengier kreativen Fotos, auf denen mit einem kurzen Text ein Forschungsprojekt vorgestellt wird. Wen das wider Erwarten neugierig machen sollte, der kann an einem Computerterminal oder in einer Broschüre noch zwei DIN A4-Seiten Text über die jeweiligen Projekte lesen. Wenn man einen Computer nur dafür nutzt, um dort die Texte zum Lesen zu präsentieren, die man gleichzeitig in einer Broschüre ohnehin vorliegen hat, dann darf man schon an der Innovationskraft des angeblichen Innovationsministeriums, bzw. des von ihm beauftragten "Zentrums für Forschungskommunikation" zweifeln.
Mal ganz ehrlich: Wer tut sich so eine Ausstellung freiwilllig an?

Nichts gegen die einzelnen Projekte der Hochschulen. Da sind tolle Sachen dabei, nicht zuletzt das „Smart Villages“-Projekt unserer Hochschule Rhein-Waal, das dem Kalkarer Ortsteil Grieth neu beleben soll und da ja auch schon einiges bewirkt hat.
weinWenn man Menschen nahebringen will, wie sinnvoll Forschung „Made in NRW“ für sie selbst ist und gleichzeitig vielleicht auch bei künftigen Studierenden Aufmerksamkeit für die Fachhochschulen erregen will, dann sollte man vielleicht auch mal ein wenig Forschung darauf investieren, wie man sowas sinnvoll darstellt. In dieser Form ist es nämlich meiner Ansicht nur ein sinnloses Verbraten von Steuergeldern. Oder waren da noch irgendwo in einem Haushaltstopf Steuernittel übrig und bevor man die dem Finanzminister zurückgibt und weil aus dem Fenster werfen nicht innovativ genug ist, hat man dann eben so eine Ausstellung zusammengekloppt?
Aber was soll ich nur ich mich aufregen? Machen Sie sich einfach selbst ein Bild von der Ausstellung: Bis zum 31. Mai können sie die noch zu den normalen Öffnungszeiten in der Hauptstelle der Volksbank Kleverland angucken. Der Besuch lohnt sich in jedem Fall, denn man kann ja an der Informationstheke der Volksbank auch den „Wein des Monats“ kostenlos probieren (siehe Foto von der Eröffnung heute, rechts oben). Vielleicht gelingt es dabei ja auch dem ein oder anderen, sich die Ausstellung schön zu trinken. Wird aber schwierig...

"Wer viel sammelt, und sich selber nichts Gutes tut, der sammelt's andern, und andere werden's verprassen." (Jesus Sirach 14,4)

Olaf Plotke, 3. Mai 2016

Nota bene: Zur Ehrenrettung der Menschen auf dem Bild von Volksbank, Hochschule und aus Grieth sei noch gesagt, dass sie auch nichts dafür können, dass die Ausstellung so grottig geworden ist.

Kommentare   

#1 B.R. 03.05.2016 19:10
Da hat die PR Abteilung der Hochschule Kleve offensichtlich wieder ganze Arbeit geleistet. Überall in Deutschland werden in der Presse Artikel veröffentlicht, was für ein tolles Projekt man da wieder gestartet hat.

Ansonsten: Fehlanzeige
Gerne wird nämlich auch verschwiegen, dass man sich dabei in das gemachte Bett der Stadtplaner aus Coesfeld gesetzt hat.
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