kletternneu5„Organische Rauten greifen ineinander, bilden ein Netz, das einen Raum umfasst, der bis ans Dach der Mensa greift.“ So kunstvoll beschrieb ein lokaler Kunstexperte in einem Artikel das hässlichste Kunstwerk von Kleve: „Schattenwurf“ von Raimund kletternneu1Kummer, das an der Mensa der Hochschule Rhein-Waal in Kleve Platz wegnimmt. Es handelt sich um ein grünes Etwas, das mit seinen 5 Metern Höhe eher wie ein misslungenes Klettergerüst, denn wie ein Kunstwerk aussieht. Das dachten sich wohl auch die Verantwortlichen und schrieben deshalb zur Sicherheit auf Tafeln dran, dass man da 1. nicht drauf klettern darf und dass das 2. Kunst ist.

Seit eineinhalb Jahren gammelt das „Kunstwerk“ nun an der Hochschulmensa vor sich hin. An mehreren Stellen ist die Farbe ab und ein dunkler Dreck- und Schmierfilm überzieht das ganze Ding. Das Schönste an dem Teil ist m.E. noch das Edding-Gekritzel, das ein aufmerksamer Student drangeschmiert hat. Danke. Das grüne Etwas war bei der Einweihung schon keine Schönheit, jetzt ist es ein echter Schandfleck.

kletternneu2Es besteht angeblich aus einem Styroporkern und ist mit einen glasfaserverstärkten Kunststoff überzogen, dem man spezielle Farbpigmente beigemischt hat, die zehn Jahre UV-Schutz gewährleisten. Toll: Das „Kunstwerk“ bekommt also keinen Sonnenbrand!

Wenn es so weiter gammelt, wäre der UV-Schutz aber eh überflüssig, denn dann ist es ohnehin vor Ablauf der 10 Jahre zu Staub zerbröselt. Vielleicht wäre es das Beste, was man sich wünschen kann.

Aber letztlich müssen sich die Verantwortlichen fragen lassen: Was will man für die lächerliche Summe von 200.000 Euro schon erwarten, die man für das Kunstwerk locker gemacht hat?

„Es ist alles von Staub gemacht und wird wieder zu Staub.“ (Prediger 3,20)

Olaf Plotke, 8. März 2016

Kommentare   

#1 Heinz Goertz 08.03.2016 16:53
Mein Kommentar am 9.7.2015

#19 Heinz Goertz 09.07.2014 17:55
Bin gespannt, wann das Teil zerbröselt.

www.trigonart.com/3d-scan-prosopagnostisches-netz-6940
Sind die Begriffe

Sonne und frische Luft sind nichts für Kunststoffe. Die allermeisten Kunststoffe sind NICHT! UV-resistent, auch dieses Wunderwerk nicht.
Die verschiedenen Stabilisatoren entweichen mit der Zeit.


Über bleibt ein Haufen Sondermüll!


Und das an der Klever Hochschule, an der Professoren lehren, die so was unterrichten und erforschen!

Darf man fragen, ob die 200.000,- EURO Steuergelder waren? Wenn ja, wer hat es bezahlt?
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#2 Frau 08.03.2016 18:07
Es wurden aber auch schon öfter Fotoshootings in und auf dem Kunstwerk abgehalten. Bei Nachfrage, da doch nicht zu "bekletterndes" Kunstwerk, wurde geantwortet, dass man eine Genehmigung hätte.......!?
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#3 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 08.03.2016 18:15
Ich glaube, fast jeder Handwerksmeister hätte dieses Werk für ein Viertel der Summe erstellt ....
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#4 Heinz Goertz 08.03.2016 18:26
@2, Frau,

ist ja auch besser, dass es oft fotografiert wird, für die Studierenden der nächsten Jahre. Dann gibt es sicher schöne Fotografien, die in den Fluren der Hochschule hängen könnten. Frau Klotz sollte die ersten Abzüge bekommen. UND natürlich Herr Saha. Nutzt die Rest-Zerfallszeit,
liebe Fotografen!

In 10-20 Jahren haben sich die Molekularen Bestandteile des "Kunstwerks", in Atome auf gelöst, die, je nach Affinität, wiederum neue Zusammensetzungen bilden. Nichts geht verloren!
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#5 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 08.03.2016 18:42
Oscar Wilde sagte: Die Kunst drückt nichts als sich selbst aus ....
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#6 Frau 08.03.2016 19:14
#4 Heinz Goertz

........die Damen bei den Fotoshootings waren keine hiesigen Studentinnen............ wenn es so gewesen wäre, hätte es für Kleve noch Sinn gemacht.........
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#7 Arno Nymus 08.03.2016 22:57
Wow!
1. Hier scheint niemand etwas von Kunst zu verstehen. Aber was will man hier auch erwarten stimmts?
2. Gibt es in Deutschland Gesetze dazu das immer ein gewisses Budget beim Bau eines öffentlichen Gebäudes in Kunstobjekte gesteckt werden muss.

Finde die Art des Autors ganz furchtbar. Das niemand solch hetzende Artikel über den Kurier am Sonntag schreibt liegt vermutlich daran das es nich weniger Leute interessiert.
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#8 Heinz Goertz 09.03.2016 00:06
@7 Arno Nymus,

Hauptsache sie verstehen etwas von Kunst!

Gute Kunst zeichnet sich auch dadurch aus, dass sie dem Zahn der Zeit lange Stand hält. Unser Stück wird nicht sehr alt, dafür sorgen schon die verwendeten Materialien.

Die Dinger werden mit Hilfe von 3D-Scannern gemacht. Handwerklich nicht schlecht. Eben Kunsthandwerk!

ICH finde das Stück künstlerisch völlig bedeutungslos! Und das für 200.000,- Euro!
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#9 hetzwatch 09.03.2016 09:16
@Arno Nymus
Kritik = Hetze
Jubelperser = korrekte Demonstration
Pressefreiheit = lobende Brrichterstattung über Jubelperser

So?
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#10 Antje S. 11.03.2016 21:15
Aber irgendwie passt dieses Werk doch zur Hochschule. Es ist grün, hat viel Geld verschlungen (ist der 3D Drucker so teuer?), hat mit Bio und Chemie zu tun, ist ein großer Klotz, ein Netz-Kunstwerk, nur die Nachhaltigkeit wurde nicht berücksichtigt.
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#11 Martin Fingerhut 13.03.2016 09:30
Auf
www.kurier-am-sonntag.de/notizblog/7941-neues-aus-der-akademischen-welt-folge-327-mit-gehirn#comment-7321
berichtet O.Plotke :

### Er [ Prof. Kummer ] sagte auch, dass er sich vorstellte wie Cowboys mit ihren Pferden angeritten kämen, um ihre Pferde außerhalb des Saloons festzubinden. Was das mit dem Klettergerüst zu tun hat, habe ich nicht verstanden. ###

Wegen der Höhe und der grünen Farbe meinte Prof. Kummer bestimmt die CowBoys der SteinZeit :
Familie FlintStone auf ReitDinos.

Und am Ende ist es dann nicht Fred FlintStone,
der mit beiden Fäusten gegen die Tür hämmert, die ihm vor der Nase zuGeschlagen wurde,
sondern die Kunst selber,
die "Wiiiillllmma" schreit.

So, wie Prof. Kummer wohl meinte :
" Ich will ma ein KunstWerk werkeln. "

Kunst kommt von Können
- käme es von Wollen, hieße es Wullst.
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