northing kann2„Schaffen Sie das denn?“ Der Mann versucht gar nicht erst, seine Skepsis gegenüber der Dame zu verbergen. Die Dame ist Sonja Northing, Bürgermeisterin von Kleve, die gerade mit mir auf dem Bürgersteig einer Klever Einkaufsstraße steht. Der Mann ist ein bekannter Ex-Unternehmer der Schwanenstadt, bekennend konservativ. Und dann schiebt er auch noch diesen Satz hinterher: „Die Fußstapfen sind ja sehr groß, die Theo hinterlassen hat.“

Wenige Tage später auf der Schwanenfunkersitzung in der Stadthalle: Am „Büdchen“ ist für Michael Rübo, Sebastian Brenke, Bruno Kleindorp und Bernd Thiele auch die Bürgermeisterwahl Thema. „Hoffentlich hat Sonja das Ruder auch fest in der Hand“, sagt einer von ihnen.

Da ist er wieder dieser Zweifel. Kann die das überhaupt? Man hat diese nur oberflächlich unschuldig daherkommende Frage im Wahlkampf schon oft gehört und sie wird immer noch unverhohlen gestellt.

Konnte der Förderschullehrer Theo das eigentlich?

Da ist natürlich allein schon die Frage eine Unverschämtheit und kann entrüstete Reaktionen nach sich ziehen. Im Kreis Kleve vertrauen konservative Bürger ohne Bedenken Lehrern und Polizisten die Geschicke der Stadt an und finden nichts dabei. Weil die sich so gut mit Verwaltung auskennen? Oder weil sie so viel Führungserfahrung haben (bei Ausflügen mit der Schulklasse oder der Verkehrsregelung bei Ausfall einer Ampel)?

Aber so fragt man nicht.

Bei Sonja Northing ist der Zweifel aber angebracht. Denn sie hat zwar Verwaltung von der Pike auf gelernt, leitete den größten Fachbereich im Rathaus, aber ein Verwaltungsfachmann ist sie nicht und sie wird es auch nie werden, denn sie ist eben kein Mann.

Und das ist er, der kleine Unterschied.

"Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei." (1. Timotheus 2, 11-12)

Olaf Plotke, 1.Februar 2016

Kommentare   

#1 Till S. 01.02.2016 17:53
Die Klassifizierung der Haltung dieser ehrenwerten Männer ist dann so zu bestimmen wie beispielsweise eine Antwort von Till Schweiger auf die Frage, ob die Quantentheorie auf makroskopischer Ebene Zeitreisen ermöglicht, die für die Menschheit von praktischer Bedeutung wären?
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#2 Mut zur Wahrheit 01.02.2016 20:13
Im Palast der Republik wurde damals auch fleißig gefeiert und Reden gehalten.
Draußen stand die Realität und ein wenig später war das System Geschichte.

Aber das kann ja zum Glück heute nicht mehr passieren. Denn heute ist man schlau.
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#3 Insider 01.02.2016 23:38
Hier mal ein paar wahre Meisterleistungen unseres Ex-Prinzen und Meisterbürger sowie seinen Verwaltungsgehilfen.

Wenn man in einer Firma eine Führungsposition übergibt, sorgt man ab dem Zeitpunkt, wo der Nachfolger feststeht, dafür, dass der alte den/die neue Verantwortliche so ausführlich wie nur möglich einarbeitet.
Man durfte als Bürger erwarten, dass Theo die Sonja ab dem Wahlabend an allen wichtigen Verwaltungsgeschäften teilnehmen lässt.
Das von ihm wohlwollend inszenierte Pensum bestand aus 2 Übergabegesprächen!
Was hält man denn davon??????

Am ersten Tag überreichte der Kämmerer der neuen Chefin den Haushaltsentwurf mit der Bitte zur Unterschrift. Sie bat um einen Termin zur Erläuterung am nächsten Tag.
Das ging nicht, denn der Kämmerer hatte genau ab diesem Tag vom alten Chef nur seinen Urlaub genehmigt bekommen.
Echte Willkommenskultur.

Wirklich lästige Dinge wie das Umsetzen des Ratsbeschlusses zur Schließung der Schänzer Fähre ließ man einfach liegen, damit die Nachfolgerin dies lästigerweise vor dem nächsten Haushalt aufräumen muss.

Und ja, ich bin davon überzeugt, dass Sonja Northing die Verwaltung viel besser führen kann als ihr Vorgänger.

Vielleicht kann sie weniger gut Bierfässer anstechen, Sonntagsreden halten und anderen das Wort abschneiden.
Und ich bin davon überzeugt, dass sie ihre(n) zukünftige(n) Nachfolger(in) viel besser und angemessener einarbeiten wird, als es ihr Vorgänger in Kumpanei mit seinen 2 Handlangern getan hat.
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#4 Ron Manheim 02.02.2016 10:31
Wutausbrüche kennt man glücklicherweise von ihr noch nicht!
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#5 Nobody 02.02.2016 15:03
#3.Insider

Die Frage stellt sich, ob im "Jobcenter" überhaupt irgendeine "Übergabe" stattgefunden hat.
Das "Chaos", in dem Unterlagen, auf merkwürdige Weise verschwunden sind........etc.......wurde einfach "verlassen".....

Man kann manchmal nur noch mit dem Kopf schütteln!
Es ist einfach katastrophal, welche wirkungsvollen Paragraphen- / Rechtsschriften man Menschen, deren Muttersprache nicht "Deutsch" war und ist (hart arbeitende Menschen!!!), ohne Erklärung und Hinzuziehung eines Dolmetschers oder die Möglichkeit an anderer Stelle prüfen zu lassen, zur sofortigen Unterschrift, vorgelegt hat!!!
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