klatschenDie CDU Bedburg-Hau versteht sich als die Partei, an der in der Gemeinde kein Weg vorbei führt. Eigentlich muss man alle wichtige Fragen nur mit ihr besprechen - dann läuft das schon. Dafür muss man auch mal danke sagen. Was aber, wenn es keiner tut? Dann muss man selbst das selber machen. Hier der Originaltext einer Pressemitteilung der CDU Bedburg-Hau, die mich heute erreichte:

Mitarbeiter der HPH-Verwaltung danken der CDU Bedburg-Hau

Seitdem bekannt wurde, dass der Standort des HPH-Netzwerkes Niederrhein in Bedburg-Hau verbleibt, atmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung erstmals auf: „Einige haben uns bereits angerufen oder angeschrieben und sich für unseren Einsatz bedankt“, berichtet Silke Gorißen, Partei- und Fraktionsvorsitzende der CDU Bedburg-Hau. Silke Gorißen und Jörg Keßler, Pressesprecher der Fraktion, sind seit über einem Jahr Ansprechpartner der Mitarbeiter der Verwaltung. In vertraulichen Gesprächen hatten Mitarbeiter sie im vergangenen Jahr über die Pläne der Direktion des HPH-Netz Niederrhein informiert, den Standort Bedburg-Hau verlassen zu wollen. Insbesondere Duisburg stand als neuer Verwaltungssitz im Gespräch. Dort hatte man seitens der Betriebsleitung bereits eine Bauvoranfrage gestellt. Die CDU handelte sofort und brachte im Oktober 2014 einen Eilantrag in die Ratssitzung ein. Daraufhin beschloss der Rat einstimmig, Gespräche mit der Betriebsleitung des HPH-Netz Niederrhein aufzunehmen mit dem Ziel, den Standort in Bedburg-Hau, zumindest aber in unmittelbarer Nähe, zu erhalten.

„Wir begrüßen die nun gefällte Entscheidung für den Standort Bedburg-Hau. Uns liegen aber auch Informationen vor, dass die Entscheidung lediglich vorerst gelten soll. Nun müssen wir für die Mitarbeiter erreichen, dass die Verwaltung auf Dauer hier bleibt. Hierzu liegt uns aktuell noch keine Bestätigung vor“, so Silke Gorißen. Für viele Mitarbeiter käme ein Umzug ins Ruhrgebiet dem Verlust ihres Arbeitplatzes gleich. „Nicht wenige Beschäftigte hätten dann das Problem, Arbeit und Familie aus zeitlichen Gründen nicht mehr miteinander vereinbaren oder die Kosten für die langen Fahrten nicht tragen zu können“, gibt Jörg Keßler zu bedenken.

„Wir werden uns auch weiterhin für den Erhalt der Arbeitsplätze vor Ort einsetzen und stehen den Beschäftigten selbstverständlich als Ansprechpartner zur Verfügung“, betonen Gorißen und Keßler.  

V. i. S. d. P. Silke Gorißen, Jörg Keßler

"Ich will dich erheben, mein Gott, du König, und deinen Namen loben immer und ewiglich." (Psalm 145,1)

Olaf Plotke, 19. November 2015

Kommentare   

#1 Wolfgang Conrad 19.11.2015 21:25
Die gleichen Argumente hatten für die Mitarbeiter im Gruppendienst keine Bedeutung. Diesen wurde erklärt, dass die Zukunft des HPH-Netz Niederrhein in der Nähe der großen Städte liegt. In Duisburg befindet sich die größte Ansammlung von Einrichtungen des HPH-Netzes Niederrhein. Ist da nicht logisch, dass sich dort auch die Verwaltung befindet? Im Klinik-Gelände des LVR befindet sich keine Wohngruppe mehr.
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#2 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 19.11.2015 21:53
Laßt mich auf den Psalm in Olafs Bericht kurz antworten ...
- Im Lobe ist mehr Zudringlichkeit als im Tadel - Nietzsche
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#3 Bernd Derksen 19.11.2015 22:44
Politiker anderer Parteien würden sich und ihr Wirken in ihren Pressemitteilungen ja nie positiv darstellen... ;-)
__________
Apropos: Wo ist eigentlich die Pressemitteilung der SPD Uedem zum wahnsinnigen Wahlerfolg bei der diesjährigen Kommunalwahl? ;-)
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#4 Der Laie 20.11.2015 01:35
Das hat natürlich den Vorteil,das Besuche in den Wohngruppen während der
Arbeitszeit stattfinden und die Reisekosten Betriebsausgaben sind.
Warten wir mal ab, bis die Abteilung Controlling beim LVR auf den Plan tritt,denn der LVR finanziert sich aus den Umlagen der Kommunen.
Auch wenn sich andere Kommunen nicht um Forensik Neubauten reissen,bei Geld das man einsparen kann, ist sich jede Kommune selbst am Nächsten.
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#5 Klaus Stratemann 20.11.2015 07:40
Hallo erstmal,
ich freue mich darüber, dass es Politiker gibt (egal welcher Partei), die sich mit dem Thema Standortverlagerungen von Unternehmen auseinander setzen.
Sicherlich ist düs allerdings nur ein temporärer Erfolg für die Bedburg-Hauer Mitarbeiter.
Schließlich liegt die Standortfrage immer in der Verantwortung des Arbeitgebers.
Viele Arbeitgeber nutzen die Standortverlagerungen als weiche Form des Arbeitsplatzabbaus. Liegt es doch am Arbeitnehmer hinter seinem Arbeitsplatz herzuziehen, was aber auf Grund des persönlichen Umfelds meist nur schwer zu machen ist.

Ich wünsche den Bedburg-Hauern dauerhaften Erfolg mit der Behauptung ihres Standortes, die Anfahrt ins Ruhrgebiet kommt nämlich schon ohne sie sehr stockend zu stande, wie ich bei meiner täglichen Anreise nach Dssd selbst erfahre.
Ich habe früher auch mal in KLE arbeiten dürfen, bis mein Arbeitgeber, dessen Aktienmehrheiten übrigens unserer CDU geführten Bundesregierung gehören, auf die Idee kam Standorte in der ganzen Republik abzubauen und die Arbeit in Großstädten zu konzentrieren. Wirtschaftlich für mich nicht nachvollziehbar, da hier Mieten und Anfahrt immer problematisch sind.
Aber damit nicht genug, jetzt wo es quasi nur noch zentrale Standorte gibt, geht der AG hin und verlagert die Arbeitsinhalte von einer Großstadt zur anderen und umgekehrt. Irgendwann gibt der Mitarbeiter schon auf, denken sich sicherlich die Verantwortlichen.

Ich finde es ist an der Zeit mal drüber nachzudenken ob es weiterhin Sinn macht Geschäftsfahrzeuge aus dem Hause Porsche, Mercedes, Audi oder VW steuerlich zu Subventionieren oder statt dessen lieber Arbeitsplätze in der Fläche gern auch im Homeoffice. So würde man dem Verkehrschaos auf der Straße sicherlich einen Aderlass verpassen. Aber da kann dann auch kein Politiker im Aufsichtsrat sitzen. ;-)
VG, Ein Rheinlaender
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#6 Günter van Meegen 20.11.2015 11:45
Auch wir (Grüne) hatten bereits eine Pressemitteilung in Vorbereitung. Klar, auch wir freuen uns darüber dass hier Arbeitsplätze erhalten bleiben. Der Verbleib der HPH-Verwaltung hängt wohl eher damit zusammen, dass das Klinikgelände jetzt anders vermarktet wird und der Ausschuss für den LVR-Verbund Heilpädagogische Hilfen so entscheiden konnte und eher nicht von der Unterstützung der Politik.
Damals, beim Antrag der CDU, den wir alle unterstützten, dachte ich sofort auch an die anderen MitarbeiterInnen des HPH´s. Zu meiner Zeit hatte das HPH ca. 500 MitarbeiterInnen. Durch die Dezentralisierung mussten fast alle, von heute auf morgen, ihren Arbeitsplatz in Bedburg-Hau oder näheren Umgebung „aufgeben“ und sahen sich z. B. in Duisburg wieder. Auch hier wurden Existenzen bedroht, Familien auseinandergerissen. Ich habe es selbst auch mitgemacht und nur mit viel Glück meinen Arbeitsplatz bis zur Rente in Bedburg-Hau behalten dürfen; eigentlich sollte ich in Sonsbeck oder Kevelaer landen - wäre noch zu verkraften gewesen. Die meisten meiner ehemaligen ArbeitskollegInnen fahren heute noch weit über 100 Km, täglich, und nicht nur zu normalen Arbeitszeiten 8 – 16 Uhr, sondern Schichtbedingt auch zu ungünstigen Zeiten. Halbtagsbeschäftigte arbeiteten fast nur noch für ihr Auto. Viele haben aufgegeben.
Wer hat sich eigentlich damals für diese MitarbeiterInnen eingesetzt? Die Verwaltung, die jetzt bleiben darf? Die Politik, die auch damals die Situation kannte? Keiner!
Anderen Medienberichten entnehme ich, dass es sich um 20 Verwaltungsmitarbeiter handelt. 20 –das ist realistisch. Beim Antrag der CDU machte mich die angegebene Zahl 50 bereits stutzig. In der Begründung des Antrages steht, Zitat: „An die CDU-Fraktion sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 50-köpfigen Belegschaft....“
Und weiter in der CDU-Begründung Zitat: „Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, insbesondere diejenigen, die teilzeitbeschäftigt sind, befürchten, bei einem Umzug der Verwaltung ihre Arbeitsplätze aus Kostengründen, aber auch aus familiären Gründen, da für sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht mehr gegeben wäre, zu verlieren“
Ja, genau das haben viele MitarbeiterInnen noch heute zu verkraften, einige haben es auch schon hinter sich bzw. aufgegeben.
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