Einer für alle und alle für Kalkar: Das Bürgerforum Kalkar sieht sich ein Jahr nach seiner Gründung auf einem guten Weg. Foto: Michael Terhoeven

Kalkar (21.03.2015). Mehr Transparenz, mehr Kommunikation, mehr Bürgernähe hatte das Forum Kalkar vor der Kommunalwahl im vergangenen Jahr versprochen. „Und dieses Wahlversprechen haben wir gehalten“, sagte die Parteivorsitzende Dr. Britta Schulz bei einem Pressegespräch in der am vergangenen Sonntag eröffneten Geschäftsstelle „Bürger Forum Kalkar“. Ein Jahr sei es jetzt her, dass sich die Partei gegründet habe. Ein guter Zeitpunkt, um ein erstes Fazit zu ziehen.
Was hat sich das Forum Kalkar in den vergangenen Monaten alles anhören müssen. „Wir hätten keine Ahnung, seien Bremser, würden nichts auf die Beine gestellt bekommen“, fasst der stellvertretende Vorsitzende Dirk Altenburg grob zusammen. Vor allem die Verwaltungsspitze, also Bürgermeister Gerhard Fonck, habe in diesem Zusammenhang gegenüber den politischen Neulingen wenig Neutralität und noch weniger Größe bewiesen.„Sicherlich haben wir nicht alles richtig gemacht, doch dürfte unbestritten sein, dass ohne uns so manche Diskussion gar nicht erst geführt worden wäre“, sagt Dr. Britta Schulz. Ein Beispiel: der geplante Abriss der Kalkarer Grundschul-Sporthalle. „Die Vereine waren zum Teil gar nicht informiert. Sie wären vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, erinnert sich Dirk Altenburg mit einem Kopfschütteln. Genau diese falsche Art des Miteinanders sei in Kalkar in den vergangenen Jahren „normal“ gewesen. „Um dieses Gehabe zu beenden, sind wir in Kalkar angetreten“, so Fraktionschef Lutz Kühnen.
Erste Erfolge auf dem Weg zum Ziel hat das Forum für sich bereits auf der Habenseite verbucht. So wurde jüngst im zweiten Anlauf der Ausschuss für Bürgerbeteiligung und Gemeinwesen im Rat der Stadt Kalkar eingerichtet. Ende April soll dieser besetzt und dann auch mit Leben gefüllt werden. „Das ist nur durch die wirklich gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen möglich gewesen. Durch ihn werden die Bürger in Zukunft deutlich besser wahrgenommen und in politischen Entscheidungen eingebunden“, erklärt Dr. Britta Schulz. Wie er angenommen wird, werde die Zeit zeigen. Schulz: „Für mich steht fest, dass der nicht nur auf die Bürger warten sondern auch auf sie zugehen muss.“ Auf die Bürger zugehen, ihnen auf Augenhöhe begegnen will das Forum Kalkar auch mit seiner Geschäftsstelle an der Monrestraße. „Eine weitere Anlaufstelle zum Austausch von Meinungen, Anregungen und Ideen“, so Kühnen.
Was hat das Forum Kalkar als nächstes vor? „Es muss ein Modus gefunden werden, um die Ortsteile besser einzubinden“, sagt die Parteivorsitzende. Ihr schwebt u.a. die Suche nach Ortspaten vor. Zudem gilt es, einen Seniorenbeirat zu installieren. Dr. Schulz: Ich glaube, wir sind die einzige von 16 Kommunen im Kreis, die das bisher noch nicht geschafft hat.“ Interkommunale Zusammenarbeit, sowie die Entwicklung eines touristischen und ein innerstädtischen Konzeptes sind weitere Schwerpunktthemen der jungen Partei.

 

 

Text & Foto: Michael Terhoeven

Kommentare   

#1 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 21.03.2015 10:22
Interessant scheint, dass doch eine gewisse Mehrheit in Kalkar den Alt-Bürgermeister Fonck als neuen Bürgermeister im September diesen Jahres wählen möchte - so jedenfalls zeigt es ein Umfrageergebnis in einem anderen Wochenblatt.
Das heißt für mich, die Kalkarer sind mit Schuldenpolitik, mit nicht solider Finanz- und Wirtschaftspolitik und mit amateurhafter Stadtführung sehr zufrieden.
Wenn ich Kalkarer wäre, würde ich dem Forum eine Chance geben, den Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin zu stellen - es kann nur besser werden, denn: mal ehrlich gesagt - die Stadt steht finanziell sehr schlecht da.
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#2 Norbert van de Sand 21.03.2015 15:32
Heuvens:" die Kalkarer sind mit Schuldenpolitik, mit nicht solider Finanz- und Wirtschaftspolitik und mit amateurhafter Stadtführung sehr zufrieden."

FORUM ist damit anscheinend auch sehr zufrieden. Sie haben als einzige Fraktion bei der letzten Haushaltsberatung keine Aussage zu der katastropholen Haushaltslage gemacht, sondern vielmehr den Haushalt kommentarlos brav abgenickt! Kann es nach einem solch unverantwortlichen Verhalten in Kalkar besser werden??
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#3 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 21.03.2015 15:43
@ 2

.... wenn dem so ist, sollte man dies ansprechen und auch sachlich kritisieren. Zumindest habe ich als Nicht-Kalkarer erkannt, dass die finanzielle Lage des Kalkarer Haushalts einer Katastrophe gleicht.
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#4 Bernd Derksen 21.03.2015 16:09
@Norbert van de Sand
Bemerkenswert.
Kann man es nicht ein wenig damit "entschuldigen", dass es "Neuland" für sie ist?
(Und sie von einem erfahrenen Ratsherrn "verlassen" wurden? ;-) )
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#5 Norbert van de Sand 21.03.2015 17:50
@Willi Heuvens: Es ist so! Deswegen habe ich es (nicht nur hier) sachlich angesprochen! Die Vorsitzende Britta Schulz hat noch einen drauf gesetzt und die Haushalts der anderen Fraktionen als "vertane Zeit" bezeichnet. Nachzulesen im Protokoll der Ratssitzung: www.kalkar.de/www/eSitzung.nsf/HTML/F369D45B3ACBF856C1257DF70051337D/$FILE/10.%20Sitzung%20Niederschrift.pdf
In der Einschätzung der katastrophalen Haushaltslage sind wir ja einer Meinung!
@ Willi Derksen: Der "erfahrene Ratsherr" hat die Partei nicht verlassen, sondern er wurde von FORUM ohne Begründung (!) ausgeschlossen, was gerade für eine Partei, die mehr Transparenz bringen wollte, "ein Hammer" ist!
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#6 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 21.03.2015 18:52
Ich werde in Kürze mal nachhaken, das möchte ich nun wirklich wissen.
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#7 Dieter Brammen 25.03.2015 07:20
Wenn die Kassen in Kalkar leer sind frage ich mich wie das Forum diese wieder auffüllen will ? Mit höheren Abgaben der mündigen Bürger ?
Ich denke die einzige die es aktuell draufhat und von Geschäftsleuten ernst genommen wird ist Frau Birgit Mosler.
Alle anderen sind nur Blender !
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#8 Jens-Uwe Habedank 25.03.2015 22:32
Welch amüsante und interessante Kombination:
"Willi Derksen", #5 - zusammengeführt aus Bernd Derksen und Willi Heuvens ( die ich jeweils unabhängig voneinander schätze).
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#9 Norbert van de Sand 26.03.2015 18:06
@#8 Sorry, Jens-Uwe Habedank! Typische Freudsche Fehlleistung: Mein Skatbruder heißt Willi Derksen!
@ Dieter Brammen: Ob die Gartenbautechnikerin Birgit Mosler ohne jegliche Kommunalerfahrung den desolaten Haushalt in Kalkar sanieren kann, bezweifle ich.
Das Grundübel der Oppositionsparteien in Kalkar (wie inzwischen auch in Kleve): Man hätte nur einen erfahrenen und versierten Gegenkandidaten gegen den Platzhirsch Gerd Fonck aufstellen sollen; dann hätte man in Kalkar eine große Chance für einen Wechsel gehabt! 4 Gegenkandidaten gegen Fonck werden wahrscheinlich das alte Sprichwort bestätigen: "Viele Köche verderben den Brei!"
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#10 Bernd Derksen 26.03.2015 20:35
@Norbert van de Sand
Dann dürfte es wohl schlimmere Verwechslungen geben. ;-)
[Ich fühlte mich ja gemeint. Und habe ja schon oft genug selbst Namen falsch geschrieben, etc. ]
_____________
Schade, dass hier kein Forums-Unterstützer das eigene Vorgehen rechtfertigen bzw. verteidigen möchte...
Großartig anders als die anderen scheint man da in der öffentlichen Diskursbereitschaft auch nicht zu sein... ;-)
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