Hospital Kleve webKleverland (18.12.2016). Geburtsort: Emmerich. - Dieser Eintrag wird nach dem 30. Juni kommenden Jahres immer seltener in Personalausweisen zu finden sein. An diesem Tag schließt nämlich die Geburtshilfe des St. Willibrord-Spitals. Doch wohin verschieben sich die rund 500 Geburten im Jahr, die bisher in Emmerich verzeichnet wurden? „Wir gehen davon aus, dass ein großer Teil der zukünftigen Entbindungen in Kleve durchgeführt werden“, sagt Dr. Dieter Morlock, Geschäftsführer der Krankenhaus-Holding „pro homine“. Mit dieser Einschätzung dürfte er richtig liegen. Von der Emmericher Innenstadt bis zum St.-Antonius-Hospitals sind es schließlich „nur“ 13 Kilometer, bis zum Bocholter Krankenhaus hingegen 34 und nach Wesel, wohin die Emmericher Abteilung verlegt wird, sogar deren 36.
„Die angekündigte Schließung der Geburtshilfe in Emmerich ist für die Gesundheitsversorgung im Kreis Kleve ein signifikanter Einschnitt, der alle Verantwortlichen vor neue Herausforderungen stellt“,  lautet die Antwort der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft auf Anfrage des Kuriers. Die Verantwortlichen sehen die Geburtsklinik des Klever Hospitals aber gut aufgestellt. „Wir sind überaus leistungsfähig und jederzeit in der Lage, die werdenden Mütter der Region liebevoll und gut zu versorgen. Ein Mehr an Geburten können wir selbstverständlich übernehmen“, schreibt die Klinikleitung.
Mit der 1000. Geburt noch vor Ablauf des Novembers verzeichnet das Klever Hospital bereits für 2016 einen Geburtenzuwachs von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit der Schließung der Emmericher Geburtsklinik könnten 2017 weitere 200 bis 300 Geburten hinzukommen. Dementsprechend werde auch der Personaleinsatz stetig geprüft. „Gute Mitarbeiter sind uns dabei stets willkommen“, lautet die Botschaft in Richtung Emme-
rich.

 

Michael Terhoeven

Kommentare   

#1 Jens-Uwe Habedank 18.12.2016 18:10
"Früher" - mindestens bis 1989 - war ein Krankenhaus, ein Arzt, eine Behandlung mehr oder weniger Teil einer sogenannten "Bevölkerungsversorgung.

Heute - hat alles, eben ein Krankenhaus, ein Arzt, eine Behandlung etc.,
irgendwie einen kapitalen Wert, und eben hauptsächlich nur diesen!

Geschäfstführer, Sprecher einer Holding etc. erklären uns warum eine Behandlung nicht dort oder da oder überhaupt nicht stattfinden können oder sollen - unabhängig vom Bedarf der betroffenen Personen.
Wer wessen medizinische Behandlung bedarf - geben uns nun Gesellschaften/ Holdings/ Controller/ Geschäftsführer vor...

Bis 1989 hat man derartige Behandlungsvorgaben, Im Osten von uns, als
"menschenfeindliche Bevormundung" bezeichnet; zu recht oder zu unrecht..

Meine Frage nun: "Was ist denn heute anders, als man es bis 1989 so arg kritisiert hat???!!!"

P:S. Der KaS wird fehlen!
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#2 Bernd Derksen 19.12.2016 18:15
@Jens-Uwe Habedank
Mir hat früher in gesellschaftlichen und politischen Debatten oft die Berücksichtigung der finanziellen Dimension gefehlt.
Mittlerweile ist diese aber oft derart dominant geworden, dass ich mich frage, ob es nicht noch andere Werte gibt.
Die Ökonomisierung aller Lebensbereiche kann doch nicht das Ziel einer Gesellschaft sein. Der Mensch ist mehr als ein Homo oeconomicus.
-------
>P:S. Der KaS wird fehlen!>
Ja.
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#3 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 20.12.2016 10:11
@2

Ich denke, dies ist das Ergebnis einer von der Mehrheit der Wähler (CDU/CSU und SPD) gewollten Zwei- oder Drei-Klassen-Gesellschaft, in der die Grundüberzeugungen Sozial und Christlich immer weniger Präsenz haben.
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#4 Jens-Uwe Habedank 20.12.2016 18:26
@3

Das ist (leider) sogenannter "Mainstream" - Alles wird dem Kapital untergeordnet...
Die Dämme des Brutal-Kapitalismus brachen los als das einst verfemte
Sozilalismus-Reich im Sinne der Mauer zusammenbrach.

Mal ehrlich - von "sozialer Marktwirtschaft" á la Ludwig Erhard ( und damals auch nur aus Angst vor den "Sozen") ist doch heute nichts mehr übrig!?
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#5 Willi Heuvens, Spark.ang. a.D. 20.12.2016 19:47
@ 4 Jens-Uwe

Jesus Christus würde diese Klassen- oder Kasten-Medizin nicht zulassen, ebenso wenig Buddha, wohl aber viele von denen, die sich "christlich" nennen.
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#6 Kaubeuhut 22.12.2016 10:11
[..]
"Im Krankenhaus ist der Mensch kein Mensch mehr"
Krankenhäuser als Fabriken, die Mediziner entmündigt - so beschreibt
der ehemalige Chefarzt Ulrich Hildebrandt das System privater Klinikkonzerne.
Für Patienten bringe das ein hohes Risiko mit sich.
[..]
. . . / u l r i c h - h i l d e b r a n d t - e x - c h e f a r z t - r e c h n e t - m i t - d e m - k l i n i k s y s t e m - a b - a - 1 1 2 6 5 6 1 . h t m l

Und es könnte noch schlimmer werden.
Was kann ich aus den vorliegenden Befunden optimal abkassieren?!
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