Bauen webKreis Kleve (17.12.2016). „Bei aller deutschen Gründlichkeit sollten die Realitäten nicht aus den Augen verloren werden“, sagte Dr. Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf beim Themenabend „Bauen und Wohnen für die Zukunft“ im Weezer Bürgerhaus. Zu diesem hatte die Kreis-Wirtschaftsförderung eingeladen. Deren Geschäftsführer Hans-Josef Kuypers zeigte sich mit der Resonanz bei der Premiere dieser Veranstaltung zufrieden. Für ihn war das keine Überraschung, denn: „Im Kreis Kleve wird so viel gebaut wie selten zuvor. Es besteht aber die Sorge, dass es an manchen Standorten mangels entsprechenden Grundstücken zu Engpässen kommt“, so Kuypers. Das ist jedoch nicht das einzige Problem.
Was Dr. Axl Fuhrmann mit seinem zitierten Satz meinte? Damit wies er auf die rechtlichen und behördlichen Ansprüche hin, die auf Planer, Handwerker und Bauherren zukommen - so sie denn nicht schon aktuell sind. „Nicht alles Machbare ist sinnhaft“, meint Fuhrmann. Mit Blick auf die Automobilbranche warf er launig ein, dass sich manches anvisierte Ziel irgendwann nur noch durch kreative Software erreichen lasse.
Altersgerecht, energieeffizient, bezahlbar - das sind nur drei von vielen Schlagworten, die die Häuslebauer beschäftigen. Der Abend im Weezer Bürgerhaus arbeitet sich vor allem an den Themen Klimaschutz und Energiewende ab. Zunächst zeigte Architekt Thomas Euwens, was bei der Sanierung von Altbauten möglich ist und das nicht jedes alte Haus sanierungswürdig ist. „Manchmal lohnt sich nur noch der Abriss.“ Anschließend rückten Neubauten in den Fokus. Hier sind Niedrigstenergie- und Passivhäuser ab 2021 übrigens Pflicht. „In ersten Neubaugebieten werden deshalb keine Gasleitungen mehr verlegt“, berichtete Energieberater Peter Lückerath.
Katrin Moll und Marc Schneimann stellten den Bau ihres Passivhauses vor, während Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser die Entwicklung der Klimaschutzsiedlung „Nierspark“ skizzierte. Die verlief bisher eher schleppend. „Es gab und gibt viel Überzeugungsarbeit zu leisten“, so Kaiser. Informationsmangel sieht er als Hauptgrund. „Moderner Passivhausbau hat nichts mit dem Hochziehen von Styroporburgen zu tun und ist mit Blick auf die Kosten deutlich attraktiver geworden.“          

 

Text & Foto: Michael Terhoeven

Kommentare   

#1 Max Knippert 17.12.2016 14:47
Was für eine bescheidene Veranstaltung, und/oder textliche Wiedergabe.

Ein Wirtschaftsförderer will fördern und hat Sorge das es bald keine Grundstücke mehr gibt.
Vorschlag: Wir kaufen uns noch ein-zwei Planeten dazu.

Ein Architekt will bauen aber nicht umbauen.
Vorschlag: Ein menschenschonender Sechstagekrieg

"Nicht alles Machbare ist sinnhaft“, ist wohl technisch gemeint, den die machbare handwerkliche Qualität bleibt seit Jahrzehnten sehr weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Da wäre das Machbare pure und somit offene Zukunft. Als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer erwarte ich von Axel Fuhrmann, das genau dies immer wieder thematisiert wird. Handwerkliche Qualität ist Nachhaltig aus sich selbst heraus. Es ist zum heulen wenn man Handwerksmeister mit Styropor spielen sieht. Heute läuft alles über den (pseudo) Preis, selbst wenn die Scheiße nach einer Woche wieder zusammenbricht.

Aber schön das Ihr drüber gesprochen habt...
Zitieren

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren