Darts webEmmerich/ Kalkar (20.11.2016). Der Kopf muss frei sein. Sonst geht es nicht. Konzentration, Körperspannung, fokussierter Blick. Dann verlässt der kleine Pfeil die Hand des Werfers. Das Ziel: 2,37 Meter entfernt, nur wenige Zentimeter breit und acht Millimeter hoch. Die dreifache 20: Treffer! Mehr geht nicht. „Dart auf hohem Niveau ist Hochleistungssport“, sagt Herbert Creon. Der Emmericher gehört zum Vorstand des Deutschen Dart Sport Verbandes , der vom 25. bis zum 27. November die 9. Deutschen E-Dart-Meisterschaft im Wunderland Kalkar veranstaltet.
Für Herbert Creon ist die Welt eine Scheibe. Seit vielen Jahren schon. Dart ist für ihn ernsthaft betriebenes Hobby und Leidenschaft zugleich. „Es geht um enorme Präzision, aber auch um mentale Stärke. In Wettkämpfen muss die Konzentration oftmals über Stunden hoch gehalten werden. Das funktioniert nur mit Training. Viel Training. Profis trainieren 4 bis 6 Stunden am Tag“, weiß der 64-Jährige.
Ja, es gibt Dart-Profis. Die Stars können von ihrem Sport sogar richtig gut leben. Und: Der Dartsport boomt. Auch in Deutschland. „Große Turniere werden regelmäßig im Fernsehen übertragen. Das kommt an. Deutschland ist in  Sachen Dart zwar noch Entwicklungsland, doch werden es immer mehr, die zu den Pfeilen greifen“, so Herbert Creon. Das zeigt auch die Zahl der Anmeldungen für die Deutschen Meisterschaften in Kalkar. „Im vergangenen Jahr waren es knapp 400 Teilnehmer, diesmal werden wir wohl die 500er-Marke knacken“, freut sich der Emmericher auf das Turnier.
In den Titelkämpfen sieht Herbert Creon auch die Chance, das Ansehen des Dartsports weiter aufzupolieren. „Im Wettkampf ist Alkohol am Brett ein absolutes Tabu“, sagt der 64-Jährige. Auch auf passende Kleidung werde vermehrt geachtet. „Wir wollen weg vom Kneipenimage“, erklärt er diese und andere Maßnahmen. Das ist aber leichter gesagt als getan, wird Dart nun einmal überwiegend in Kneipen gespielt. Und daran wird sich in Zukunft vermutlich nichts ändern. „Das ist aber auch der Grund dafür, dass es für viele Vereine schwierig ist, Jugendarbeit zu betreiben. Wer schickt seine Kinder zum Sport schon gerne in die Kneipe?“, fragt Creon.

 

Text & Foto: Michael Terhoeven

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