Feuerwehr webEmmerich/Kreis Kleve. Wohnungsbrände, Verkehrsunfälle, vollgelaufene Keller: Alles Fälle, für die Löschzüge der Freiwillige Feuerwehren regelmäßig ausrücken. Zum Teil sind sie mehrere hundert Mal im Jahr im Einsatz. Die Retter in der Not haben aber selbst Probleme. „Uns fehlt es an Nachwuchs“, sagt Kreisbrandmeister Reiner Gilles. Noch kämen die Feuerwehren in den Kommunen mal mehr, mal weniger gut über die Runden. „Wenn sich der Trend der vergangenen Jahre jedoch fortsetzt, könnte es in absehbarer Zeit personell richtig eng werden“, so Gilles.
NRW-Innenminister Ralf Jäger startete vor wenigen Tagen die Kampagne „Für mich - für alle“. Dadurch sollen mehr Menschen für die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr angeworben werden. Es ist nicht die erste Aktion dieser Art. Vor drei Jahren hieß es „Wir brauchen Dich“. Allein: Gebracht hat sie wenig bis nichts. „Der Negativtrend setzt sich weiter fort. In diesem Jahr hat es bei uns noch nicht einen Neuzugang gegeben“, erzählt Emmerichs Werführer Martin Bettray. Er spricht von einem Spiel auf Zeit. In der Emmericher Innenstadt sei es jetzt schon schwierig, eine schlagkräftige Löschgruppe auf die Beine zu stellen. Dabei hat die Stadt eine funktionierende Jugendfeuerwehr. „Das ist der letzte verbliebene Pool, aus dem wir ab und zu schöpfen können“, sagt Bettray. Leider sei es so, dass viele Jugendliche den Sprung nicht schaffen, nach der Jugendfeuerwehr einfach aufhören. Sie ziehen aufgrund eines Studiums in eine andere Stadt, sind durch Beruf und Familie voll ausgelastet oder arbeiten nicht dort wo sie leben... und „ihre“ Feuerwehr steht. Letzteres sorgt gelegentlich für Probleme, wenn der Ernstfall bei Tag eintritt. „Nachts, wenn alle im Bett liegen, sind sie nah genug dran, um zu helfen“, spricht Reiner Gilles von einem kreisweiten Problem.
Also was tun? In Emmerich ist man trotz düsterer Prognosen nicht in Schockstarre verfallen. Im Gegenteil. „Seit Anfang diesen Jahres zahlt die Stadt den freiwilligen Helfern eine Einsatzpauschale. Es ist nicht viel, zeigt aber die Wertschätzung für unserer Arbeit und ist vielleicht ein kleiner Anreiz“, so Martin Bettray. Kreisweit ist Emmerich mit dieser Maßnahme übrigens Vorreiter. Derzeit wird geplant, neben der Jugend- auch eine Kinderfeuerwehr zu gründen. „Außerdem muss unser Ziel sein, mehr Frauen für die Feuerwehr zu begeistern. Deren Zahl ist bisher überaus überschaubar“, so Bettray.

 

Michael Terhoeven

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