ossyra webKreis Kleve (5.11.2016). Fast 2,4 Millionen Euro gibt die Arbeitsagentur aus, um 476 junge Schulabgänger so zu fördern, damit sie die Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. Sie erhalten z.B. Nachhilfe oder psychologische Unterstützung. Die Hilfen sind vielfältig und haben alle nur ein Ziel: den Jugendlichen trotz aller Defizite den Start ins Berufsleben zu ermöglichen. Doch nicht alle nehmen die Hilfe an. „Wir hätten noch Geld für viel mehr Fördermaßnahmen“, gibt Arbeitsagentur-Chefin Barbara Ossyra zu. Warum nehmen denn nicht alle an solchen Maßnahmen teil, die es nötig hätten? Für die Antwort müssen die Leser jetzt sehr, sehr tapfer sein: „Nicht jeder findet Nachhilfeunterricht am Samstag attraktiv“, sagt Ossyra trocken.
Sie stehen ganz am Anfang des Berufslebens und sind eigentlich schon am Ende. Sie haben einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss und lehnen jede Fördermaßnahme ab, die die Arbeitsagentur ihnen bietet. „Es ist nicht einfach, einen Jugendlichen zu einer Förderung zu überreden“, sagt Barbara Ossyra. „Die einen wollen eine Förderung, die anderen nicht.“
Dabei sind die Fördermaßnahmen vielfältig, die die Arbeitsagentur bereit hält. Im abgelaufenen Ausbildungsjahr (Oktober 2015 - September 2016) gab man mehr als eine Million Euro für 136 Jugendliche in Berufsvorbereitungskursen aus, für 405.000 Euro finanzierte man 33 jungen Leuten eine Ausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung und dann gab es noch die assistierte Ausbildung, die Einstiegsqualifizierung, die ausbildungsbegleitenden Hilfen usw. Insgesamt macht das 2,38 Millionen Euro. Man kann manchmal gar nicht fassen, was man Jugendlichen beibringen muss: z.B. das pünktliche Erscheinen auf der Arbeit. Aber das sind wohlgemerkt die jungen Leute, die bereit sind, sich zu verbessern, um die Chance auf eine Lehrstelle zu bekommen. Wie viele junge Leute sich aber gar nicht bemühen, darüber gibt es keine Zahlen. Nur so viel:  Unter den 2.433 Ausbildungsplatzsuchenden in diesem Jahr waren 949, die bereits im letzten und den Jahren zuvor auf der Suche waren.

Olaf Plotke (Text & Foto)

Kommentare   

#1 V. G. 05.11.2016 00:24
Generaltugenden wie Pünktlichkeit, Fleiß und Disziplin werden im Elternhaus vermittelt oder eben nicht. Wenn nicht, dann ist der Erfolg durch die öffentliche Förderung seitens Jugend- und Arbeitsamt leider immer sehr begrenzt. Anscheinend gibt es bei diesen Jugendlichen wohl auch wenig bis gar keinen Leidensdruck, wenn das Ausschlafen am Samstag höchste Lebenspriorität hat.
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#2 Arbeitgeber 05.11.2016 09:35
Staatlich geförderte Faulheit.
Wir suchen neue Mitarbeiter.
Solche finden wir z.B. über eine Zeitarbeitsfirma. Wer taugt, bekommt anschließend eine feste Anstellung bei uns.
Er heißt Pierre. Mitte 20. Er wohnt zusammen mit seiner Freundin auf Kosten des Sozialamtes, also auf Kosten aller Steuerzahler, in einer geheizten Wohnung, hat einen Fernseher, einen Computer, ein Smartphone, hat genug zu essen, warmes Wasser.
Pierre hat Erfahrung in unserer Branche.
Pierre unterschrieb am Montag einen Vertrag bei einer Zeitarbeitsfirma und hatte über diese am Mittwoch seinen ersten Arbeitstag bei uns.
Die Kollegen waren zufrieden. Pierre machte, was ihm aufgetragen wurde. Pierre kann flott laufen und ist stark.
Am Donnerstagmorgen warteten wir vergeblich auf Pierre. Wir mussten in der Teamplanung improvisieren. 2 Mann machten Montagearbeiten, welche für 3 geplant waren. Das bedeutet Überstunden.
Später erfuhren wir, dass Pierre am Nachmittag die Zeitarbeitsfirma angerufen hat. Er hat erstmal ausgeschlafen. Seine Mitteilung: Die Arbeit ist mir zu schwer.
Pierre ist nun der sovielte Mann, der bei uns anfing und innerhalb der ersten beiden Tage in den Sack haut. Diese jungen Herren erklären Mitarbeitern, die mehr als 20 Jahre bei uns arbeiten, dass sie bekloppt sind.
Vielleicht haben sie, lieber Leser, eine Ahnung davon, was pensionierte Mitarbeiter, Mitte 60, die gerne noch einen halben Tag arbeiten kommen um nicht direkt den scharfen Übergang von Arbeit zu reiner Freizeit zu haben, deren Rente vielleicht auch ein bisschen knapp ausfällt, weil sie für Leute wie Pierre Geld in Sozialkassen zahlen mussten, statt es für die eigene Rente zurückzulegen, von Menschen wie Pierre halten.
Liebes Sozialamt, lieber Sozialstaat.
Ich kann meinen Mitarbeitern nicht vermitteln, dass wir einen Teil des bei uns generierten Einkommens für solche Faulenzer in Sozialkassen abführen. Auch ein höherer Lohn wird solche Menschen nicht motivieren, sich vom Fernseher in ihrer geheizten Wohnung fort zu bewegen.
Für Leute wie Pierre habe ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern daher folgenden Vorschlag: Schafft für Pierre Einrichtungen wie die Auffanglager für die Flüchtlinge. Gemeinschaftsschlafsäle in einer großen Halle. 15 Grad und ein Extra-Pullover reichen aus.
Ein warmes Bad pro Woche ist genug, mehr gab es bei meinem Vater, seinen Eltern, Brüdern und Schwestern vor 70 Jahren auch nicht. Die hatten damals eine 6-Tage-Woche mit einem 12-Stunden-Tag. Hätte sich damals jemand so verhalten wie Pierre, hätte man ihn verhungern lassen. Pierre wäre vor Hunger garantiert zur Arbeit erschienen.
Wir schlagen vor: Kein Fernseher, kein Computer, kein Smartphone, kein gemeinsames Bett mit der Freundin.
Wir lassen Pierre nicht verhungern, aber zur Ernährung pure Basis des zum Lebenserhalt notwendigen. Brei mit allen notwendigen Inhaltsstoffen. Morgens, mittags, abends. Ungewürzt! Kranwasser reicht als Getränk aus.
Taschengeld ist nicht nötig.
1 Satz Standardkleidung pro Woche reichen aus. Den kann der Sozialstaat viel günstiger einkaufen.
Falls Pierre mehr als diese Basis zur Lebenserhaltung will, kann er sich dies durch arbeiten verdienen. Für den Staat, bei einem Arbeitgeber.
Ich wiederhole: Pierre ist Mitte 20, gesund, stark, hat Erfahrung im Handwerk. Aber Pierre ist faul.
Leute wie Pierre leben auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung und lachen diese dabei aus.
Pierre braucht Motivation. Gute Worte helfen nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass, wenn Pierre das bekommt, was er verdient und keinen Cent mehr, dass Pierre anfangen wird, das zu verdienen, was er braucht. Er wird stolz sein auf seine erste eigene Wohnung, seinen ersten selbst verdienten Fernseher, die selbst verdiente Waschmaschine, den selbst verdienten Computer und das Smartphone.
Und wenn sie, liebe Politiker, weiterhin den Sozialstaat so strukturieren, dass Leute wie Pierre herumschmarotzern, kann ich meinen Mitarbeitern nicht ausreden, AfD zu wählen.
Mir graut hiervor.
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#3 Der schon wieder 05.11.2016 13:06
@2 Arbeitgeber
Bei weitem kein Einzelfall. Kann ich nur bestätigen. Kann auch bestätigen das viele viele Arbeitgeber das auch so erfahren haben. Schon lange.

Was bedeutet das. Das ist ein lang gehegter Plan. Die systematische Zerstörung der Wirtschaft. Aber nicht nur in Kleve sonder europaweit.

Wolfgang Schäuble hat das vor wenigen Jahren so ausgedrückt.
"Denn wenn die Krise größer wird, werden die Fähigkeiten größer Veränderungen durchzusetzen größer ".

www.youtube.com/watch?v=Xganww9S2K0

Denn das Thema "PKW-Maut, Reichsbürger" und dieser ganze Mist sind nur Ablenkungen. Es geht um der Zerschlagung der Souveränitäten der einzelnen Staaten (dazu hat Schäuble auch mal was gesagt), um endlich die Menschen nicht mehr fragen zu müssen was sie wollen.
Ein Beispiel dazu TTIP und CETA.

www.youtube.com/watch?v=ARf9gyAVl0s

Deswegen sind auch schon Kriege entfacht worden und die heutige Zeit ist unsicherer denn je.
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#4 Der Laie 05.11.2016 13:26
Das traurige ist,das dieser Müßiggang teilweise auch von näheren Verwandten noch unterstützt wird, in dem der vor der Türe stehende PKW offiziell auf deren Namen läuft.
Ja, man sollte nicht verallgemeinern,aber wer es den jungen Leuten zu einfach macht,den Tag ohne Arbeit geniessen zu können,begeht keine Nächstenliebe sondern fördert dauerhaft den Müßiggang auf kosten der Allgemeinheit.

Wer eine Arbeit, solange sie nicht sittenwidrig ist, ablehnt sollte mit entsprechenden Kürzungen der Leistungen belohnt werden.

Wer mit 12 anderen Schnarchen mal einige Nächte gemeinsam in einem Schlafsaal verbracht hat,wird den Luxus eines eigenen Raumes mit Einzelbett zu schätzen wissen.

Alleine deswegen, ist die Abschaffung der Wehrpflicht schon von Nachteil,denn dort bekamen junge Männer mit, das sie Muskeln besitzen von denen sie bisher keine Ahnung hatten.

Auch, wenn plötzlich der Heimaturlaub am Wochende gestrichen wurde,hatte man Zeit genug darüber nachzudenken,was einem wichtig war.

Warum z.B.braucht Pierre eine eigene Wohnung,er könnte auch bei den Eltern wohnen.

Es wird Zeit, das dem Sozial Mißbrauch ein Riegel vorgeschoben wird,damit den wirklich bedürftigen die Hilfe weiterhin gewährt werden kann.
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#5 Klever Geck 05.11.2016 14:35
@2:
100% richtig.
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#6 Arbeitgeber 2.0 06.11.2016 10:40
@2 Afd Wähler sind genau in diesem Metier zu suchen in dem sich Ihr geschilderter Fall bewegt.

Jugendlichen heute fehlt es nicht an Motivation. Vielmer ist es eine Zielkriese gepaart mit Werteverfall die wir in weiten Teilen unserer Geselschaft zu beklagen haben. Heute wird der Eindruck vermittelt das der Arbeiter der Depp der Nation ist. 40+ Stunden Woche, keine Perspektive da größtenteils nur befristete Verträge vergeben werden... (Es gibt hier noch sehr viele weitere Gründe die eine Arbeitnehmerfeindliche Umgebung schaffen) Wie soll man einem Jugendlichen bitte erklären, der von zuhause aus alles hat was er sich selbst nie erarbeiten könnte, in den Arbeitsprozess einzusteigen? Es geht nur über Sinnvermittlung. Was aber vorraussetzt das ein Wertegerüst mit auf den Weg gegeben wurde welches Sinnstiftende Tätigkeiten (nicht nur die in der Arbeitswelt) fördert.
Jobverweigerer wie in ihrem Fall müssen der Allgemeinheit etwas zurückgeben, welche letztendlich für sie zahlt. Das geht z.B. soziale Tätigkeiten. Die ergeben in der Regel Sinn.
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#7 B.R. 06.11.2016 20:06
Dass das Arbeitsamt in Geld schwimmt und geistreiche Kurse anbietet, ist reine Staatspropaganda ala Pjöngjang. Nur mit dem Unterschied, dass in Pjöngjang jeder weiss, dass es sich um reine Staatspropaganda handelt.
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#8 Erbarmen bitte! 07.11.2016 11:00
Früher war nicht alles besser, aber die Erziehung schon.
Seit in Schule und Familie keine Zucht und Ordnung mehr herrschen, schleichen sich solche Verhaltensweisen ein. Ich weiss, dass das heute nicht mehr gerne gehört wird, aber was bringt uns die lasche Erzehung denn? Generationen von unselbständigen, verhätschelten und arroganten Anspruchsberechtigten.
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