Deichgräf Hans-Heinrich Beenen, sein Stellvertreter Andreas Ploenes, Schäfer Robert Evers, Deichverbands-Geschäftsführer Bernhard Schlüß und Schäfer Georg Vierboom (v.li.) sind mit der neuen Nutzungsvereinbarung sehr zufrieden. Fotos: Michael TerhoevenKleverland (10.09.2016). Die früher übliche Rinderbeweidung ist nach der Sanierung des Banndeiches nicht mehr erlaubt. So werden zwischen der Reeser Rheinbrücke und dem Wunderland Kalkar bereits seit zehn Jahren durch Schäfer Georg Vierboom gepflegt. Weiter Stromaufwärts ist Robert Evers für den 2013 fertiggestellten Abschnitt zuständig... und das wird auch so bleiben. Der Deichverband Xanten-Kleve hat den Vertrag mit den beiden und ihren rund 1.400 Tieren um zehn Jahre verlängert.
1400 SchafeFür beide Seiten ist es eine klassische Win-win-Situation: Der Deichverband kann sich entspannt zurücklehnen, während die Schafe die Banndeiche gleichmäßig abfressen, dadurch die Grasnarbe stärken und mit ihren „goldenen Tritten“ den Deich festigen. „Maschinen können das nicht leisten“, so der stellvertretende Deichgräf Andreas Ploenes. Doch auch die Schäfer profitieren, haben sie doch keine Probleme, Flächen für ihre Tiere zu finden. „Ohne ein solches Projekt ist ein Schäfer heutzutage chancenlos. Die normale Pacht ist für uns schlichtweg nicht bezahlbar“, sagt Robert Evers mit einem Schulterzucken. In diesem Zusammenhang bitten er und sein Kollege Georg Vierboom Hundehalter darum, sich ans Hundeverbot auf dem Deich zu halten. „Das wird gerne ignoriert. Die Folgen bei den Schafen sind Stress bis hin zu zerstörten Zäunen und gebrochenen Beinen, wenn Hunde jagt auf sie machen“, erklärt Vierboom.
Zur Vertragsunterzeichnung gab es dann noch eine weitere gute Nachricht: Die Bezirksregierung  hat endlich grünes Licht für die Vertragsverhandlungen mit den Landwirten gegeben, um die Sanierung des nächsten Deichabschnitts zwischen Emmerich Rheinbrücke und Griethausen in die Wege zu leiten. „Darauf haben wir lange gewartet. Im Frühjahr 2018 möchten wir mit dem Bau beginnen - Pumpwerk und Fischpassage inklusive“, sagt Deichverbands-Geschäftsführer Bernhard Schlüß. „Unser Ziel ist, dass in 10 Jahren auf 38 sanierten Deichkilometern Schafe unterwegs sind“, so Deichgräf Hans-Heinrich Beenen.

 

Text & Fotos: Michael Terhoeven

Kommentare   

#1 Peter Lieberom 11.09.2016 17:30
D.h. noch 10 Jahre ohne Fahrradverkehr auf die Deichen. Toll fuer Tourismus!!
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#2 Bernd Derksen 11.09.2016 23:09
@#1
Ach, was hatte ich für Hoffnungen als die linksrheinischen Deichsanierungen begann, dass hierzulande so mancher reizvolle Radweg dazu käme.

Mir scheint genau das Gegenteil geschehen:
Immer seltener sind bei uns Deichwege für Radfahrer und Spaziergänger nutzbar. Immer geringer werden die Zeiten, wo Wege freigegeben sind.

Manches mag juristische Gründe (z.B. Klagen von Landwirten auf Sperrung der Wege für andere als sie selbst) oder Naturschutzgründe haben.

Aber grundsätzlich scheint es nicht im Interesse des Deichverbands sich ernsthafter in diesem Sinne für die Interessen seiner Zwangs-Finanziers ;-) einzusetzen. Bzw. auch der Behörden und Politiker sich in diesem Sinne für ihre Bürger.
Denn wer bezahlt noch mal die Deichbauten und die Wege darauf und deren Pflege? ;-)

Wenn man sieht, was für ein Touristenmagnet und Erholungsgebiet für die Bürger nutzbare Deichwege andernorts sind, finde ich es umso trauriger, dass die Menschen im Kreis Kleve von immer mehr Deichen vertrieben werden.

Da mag es der Deichgräf noch so gerne als "Win-Win-Situation" vermarkten wollen: Es gibt ja nicht nur das Interesse von Deichverbands-Funktionären an wenig Arbeitsaufwand und das von Schäfern an billigen Weideplätzen...
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#3 huppertz,peter 28.11.2016 22:03
endlich sichere deiche ,schafe gehören auf den deich zur deichsicherheit, super weiter so
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