Gerd Plorin kandidiert für die AfD im Kreis Kleve.Kreis Kleve (31.8.2013). Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Gerd Plorin (63) aus Kleve-Materborn kandidiert für den Bundestag. Er tritt für die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) an. Die will vor allem eins: Die Bürger vor noch schlimmeren Folgen der Euro-Krise bewahren. Die AfD ist sicher, dass Deutschland mit zig-Milliarden für Pleitestaaten wie Griechenland wird haften müssen. Im Interview mit dem Kurier erklärt Plorin u.a., warum er kandidiert, obwohl er keine Chance hat, gewählt zu werden.

Warum kandidieren Sie, obwohl Sie doch keine Chance auf einen Sieg haben?
Plorin: „Ich bin doch nicht blauäugig. Aber eine Chance hat Barbara Hendricks von der SPD ja auch nicht. Wie immer dürfte Ronald Pofalla diesen Wahlkreis gewinnen. Und das obwohl er alle Fehlleistungen seiner Partei mitgetragen hat. Aber er wird gewählt, weil er von der CDU ist und die wird ohne Nachdenken aus Gewohnheit gewählt. Meine Kandidatur hat pragmatische Gründe. Ein Bundestagskandidat erzeugt vor Ort immer eine gewisse Aufmerksamkeit. Er ist das Gesicht seiner Partei und wird gehört. Parteien, die keinen eigenen Kandidaten haben, kommen in der örtlichen Berichterstattung nicht vor. Dazu kommt noch ein psychologischer Grund. Die Erststimme ist für den Kandidaten, die Zweitstimme für die Partei. Menschen wählen gerne mit beiden Stimmen die gleiche Partei. Wenn eine Partei aber keinen Kandidaten hat, dann müssten AfD-Sympathisanten mit der Erststimme den Kandidaten einer anderen Partei wählen. Und dann ist leider die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass er in der Wahlkabine auch mit der Zweitstimme die Partei des Kandidaten wählt.“

Die Meinungsumfragen sprechen eindeutig gegen einen Einzug der AfD in den Bundestag.
Plorin: „Das sind allesamt Institute, die staatliche Aufträge erhalten und auch weiterhin erwarten. Zusammen mit der Presse schreiben die uns seit der Gründung im April konsequent herunter."

Was fürchten Sie, kommt auf uns zu?
Plorin: „Griechenland ist pleite und nicht mehr zu retten. Und dabei ist das ein kleiner Staat. Trotzdem haften wir mit bis zu 500 Milliarden Euro. Was passiert, wenn auch Portugal, Spanien, Italien oder gar Frankreich ihre Schulden nicht mehr bedienen können? Auch dafür haften wir. Nach der Wahl kommt alles auf den Tisch - da bin ich mir sicher. Ich gehe davon aus, dass die Umsatzsteuer dann auf 30 Prozent oder mehr erhöht wird, Grundsteuern angehoben, Vermögensabgabe und Zwangshypotheken für Immobilienbesitzer eingeführt werden."

Lesen Sie das ganze Interview mit Gerd Plorin in der gedruckten Ausgabe des Kurier am Sonntag. Sie können die Ausgabe ab Sonntag auch als PDF-Dokument herunterladen (hier klicken).

Kommentare   

#1 Wim Heuvens 31.08.2013 11:40
Wir können jetzt nicht mehr aus dem Euro heraus, die Wirtschaft würde zusammenbrechen. Im übrigen unterstützen und haften wir nicht für den fleißigen griechischen Arbeitnehmer, nicht für den griechischen Rentner ... sondern für Banken und Versicherungen. Der Grieche ist fleißig, leistungsbereit und zuverlässig. Auch hier geht wieder alles zu Lasten der Lohnabhängigen, der Rentner, der Sozialhilfeempfänger und Kinder.
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#2 Mathias Natrop 31.08.2013 19:51
Sehr geehrter Herr Heuvens,

Die AfD schlägt mehrere Alternativen vor, wie die Eurorettung gestaltet werden kann: Parallelwährungen, Nord/Südeuro, kleinere Währungsverbünde oder auch die DMark Wiedereinführung - wichtig ist, dass diese Alternativen besprochen, diskutiert und durchgeplant werden und nicht als "alternativlos" von der Kanzlerin wegefegt werden.
Der AfD ist bewusst, dass der Grieche sein bestes gibt, aber dieser Staat ist einfach hoffnungslos verschuldet und das Geld fließt nicht an die Griechen, sondern an die Banken, die für ihr eingegangenes Risiko nicht haften müssen. Nicht umsonst lautet ein Wahlspruch der AfD "Griechen leiden, Deutsche zahlen, Banken kassieren".
Der Zusammenbruch der Wirtschaft soll ja genau verhindert werden in dem man GEORDNET den Währungsraum auflöst - stellen Sie sich mal vor Italien würde wegen fehlender Wettbewerbsfähtigkeit aus dem Euro plötzlich aussteigen und andere Länder folgen - das wäre das pure Chaos und dann würde die Wirtschaft wirklich zusammenbrechen. Z.B. mit hilfe von Parallelwährungen gäbe es einen gleitenden Ausstieg.
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#3 Klausr Reiners 02.09.2013 14:35
Herr Plotke , ein Herz für die ganz Kleinen haben Sie ja.
Aber, warum reden Sie nicht über die anderen Inhalte ( eingeschränktes Wahlrecht )und andere Delikatessen aus der ganz rechten Ecke. Kein Wunder, dass dieser merkwürdige Club von Rechten unterwandert wird! Mir wär mein Blatt für solche Antidemokraten zu schade! Aber: Jeder so, wie er will!
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#4 Frank Thon 02.09.2013 15:09
Weltjournalist Plotke interviewt völlig unkritisch denk Kandidaten einer Partei die selber offen zugibt, dass sie von rechtsradikalem Pack unterwandert wird. Abartig.
[...]
Dieser Partei hier ein Forum bieten geht gar nicht!
Aber ich gehe mal davon aus, dass Clickzahlen und Werbungsverkäufe [...] vielleicht einfach wichtiger geworden sind.
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#5 Frank Thon 02.09.2013 16:38
Stark! Die hälfte meines Kommentars wurde zensiert. Dabei handelte es sich keineswegs um Beleidigungen. [...] Ist das also der Umgang mit kritischen Lesern??
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#6 Tyler Durden 02.09.2013 17:14
Beängstigend - geht den JuSos der Arsch schon so sehr auf Grundeis?!

Der Versuch, durch ständige mediale Wiederholung der AfD rechtsradikale Tendenzen zu unterstellen, ist sowas von offensichtlich Angst getrieben, dass er fast mitleidserregend ist.

Sicher ist auch den JuSos die SPD-interne Studie zur AfD bekannt, die zu dem Schluss kommt:

"Die Versuche, die AfD als Türöffner für rechtsextreme Politik zu charakterisieren, mussten bislang mangels ausreichender empirischer Beweise scheitern. Die Analyse der etwa 150 Kandidatenpräsentationen zum Parteitag ergibt, dass neben einigen wenigen „bizarren“ Meinungsbildern bestenfalls eine Handvoll Kandidaten Nähe zu rechten Einstellungen aufweist. Ein einziger gibt an, die „Junge Freiheit“ gerne zu lesen. Für die Masse der Führungspersonen und prominenteren Unterstützer ist der Vorwurf sicher auszuschließen."


Im übrigen ist es die ureigenste Aufgabe der Journalisten und Medien, vor einer Wahl über ALLE wesentlichen politischen Strömungen und Parteien zu berichten. Das macht man so in einer Demokratie.

Müsste auch ein JuSo verstehen können... ganz langsam... schaffste schon!
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#7 Thomas Friedrich 02.09.2013 17:30
Liebe Leser,

Herr Reiners und Herr Thon sind wahrscheinlich dem weit linken Spektrum zuzuordnen und machen nur Stimmung gegen Andersdenkende wie damals vor 70 Jahren. Von Rechtsradikalen ist bei der AfD weit und breit nichts zu sehen. Liebe Bürger, überzeugen Sie sich selbst und kommen Sie zum wöchentlichen Stammtisch in Weeze, 19.00 Uhr im Waldhaus Dicks, Weller Str. 161. Jeden Donnerstag.
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#8 Tyler Durden 02.09.2013 17:34
Und noch ein Auszug aus der SPD-internen Studie (Frank Wilhelmy Stand 17.04.2013):

"Die AfD hat sich satzungstechnisch und mit entsprechendem Auftrag an das neu gewählte Partei-Schiedsgericht so aufgestellt, dass diese Versuche (Anm.: der Unterwanderung) aussichtsreich bekämpft werden können. Ob das in allen zu gründenden Landesverbänden auch gelingt, bleibt offen."
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#9 Klaus Reiners 02.09.2013 18:19
Herr Friedrich , ich weiß nicht so genau, was Sie da brabbeln : Stimmung wie vor 70 Jahren ! Weit linkes Spektrum !
So ein Kommentar geht durchbdie Zensur ?!
Die Geschichte unserer Partei ist Ihnen wohl gänzlich unbekannt! Die Nazi Schergen haben die Kommunisten und die Sozis gefoltert und getötet.

Ein Anzeigenblatt hat meiner Meinung nach andere Aufgabe als eine Tageszeitung , weil es in erster Linie Anzeigen verkaufen will.
Also haben auch die hier tätigen Journalisten eine andere Aufgabe .

Was die AfD angeht , finde ich deren Programm mehr als dünn! Wer nur den Euro abschaffen will, aber nichts zum Mindestlohn , zum Zusammenwachsen Europas ( ich meine konkret die soziale Einheit ), Entschuldigung den kann ich nicht einschätzen . Dies Vakuum ist wahrscheinlich auch der Antrieb für Rechtsradikale Unterwanderungsversuche.

Und dann nochbeinen schönen Abend!
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#10 Tyler Durden 02.09.2013 19:54
zitiere Klaus Reiners:
Stimmung wie vor 70 Jahren ! Weit linkes Spektrum! So ein Kommentar geht durchbdie Zensur ?!


Ich zähle hier knapp 100 Fälle von Sachbeschädigung, Bedrohung, Schikane, Behinderung der Ausübung des demokratischen Rechts auf freie Meinungsäußerung.

gewaltgegendieafd.wordpress.com/chronologie-der-gewalt-gegen-die-afd/


Finden Sie das ok?
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#11 Bernd Derksen 03.09.2013 12:35
Bemerkenswert (und entlarvend), wie unsachlich teilweise Anhänger von Linken, Grünen und SPD auf die neue Konkurrenz reagieren.

Da reicht es ja manchmal nicht mal zur glaubwürdigen Distanzierung von Gewalt als Mittel in politischen Auseinandersetzungen.

Für mich eher ein Grund mehr diesmal eine neue Alternative zu wählen. ;-)
______
Nebenbei:
Vielleicht für manchen eine Entscheidungshilfe:
kandidatencheck.abgeordnetenwatch.de
(wobei 3 regionale Kandidaten nicht teilnehmen, aus welchen Gründen auch immer)
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#12 Willi Heuvens 03.09.2013 17:44
Diese Konkurrenz ist nicht rechtradikal, wohl patriotisch. Da ich selbst keinesfalls ein Patriot bin und auch weiß, dass man jetzt nicht mehr den Euro verlassen kann, würde ich diese Partei nicht wählen, jedoch akzeptieren.
Übrigens: die SPD und Teile der Jusos sind nicht links, sie gehören zum neoliberalen Lager. Links bedeutet für mich sozial, mitfühlend, gerecht, gegen Kriege .... da sehe ich nur die Linke und Teile der Grünen.
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#13 Andreas Wiedenhaupt 13.09.2013 21:28
zitiere Wim Heuvens:
Wir können jetzt nicht mehr aus dem Euro heraus, die Wirtschaft würde zusammenbrechen.


Diese Annahme ist ein Irrtum. Mit der Einführung des Euros wurden die europäischen Wechselkurse abgeschafft. Das war das Instrument, durch das eine schwache Volkswirtschaft (wie Griechenland) stärkeren gegenüber wieder wettbewerbsfähig wurde. Weil Griechenland jetzt nicht mehr abwerten kann, geht deren Wirtschaft den Bach runter. Durch Wiedereinführung der Drachme könnte Griechenland abwerten und seine Waren besser in Resteuropa verkaufen und damit wieder wirtschaftlich auf die Beine kommen. Deutschland war vor Euro-Einführung Exportweltmeister, ist im Euroverbund Exportweltmeister und ich sehe keinen Grund, warum wir nicht Exportweltmeister bleiben sollen. Aha, weil deutsche Waren zu teuer werden? Naja, die meisten Rohstoffe exportiert Deutschland. Mal angenommen, wir kehren zur Deutschen ark zurück, würde die sicher aufgewertet werden (ca. 30% nach derzeitigem Stand), aber dadurch würden die Exporte billiger und damit auch die deutschen Produkte. Außerdem: Warum sind wir Exportweltmeister? Weil bei uns so hübsche Mädchen leben? Nein, weil "made in Germany" weltweit begehrt ist. Unsere Technik und Know-How sind nun einmal weltweit mit an der Spitze. Die deutsche Wirtschaft wird überleben, keine Bange. Wer vor einem Eurocrash Angst haben muss, ist jeder, der Ersparnisse in Euro hat (Bargeld, Sparbuch, Lebensversicherungen, Sparpläne, Bausparverträge etc.)
Gruss aus Neuss von der dortigen AfD.
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#14 Arnold Fischer 20.08.2014 01:14
Herr Plorin :
Meine Stimme geht Ihnen wegen Diesem verloren:http://juergenelsaesser.wordpress.com/2014/08/19/skandal-afd-stimmt-fur-sanktionen-gegen-russland/
Danke, danke.
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#15 Thomas Derks 05.09.2017 10:42
Wenn AfD Sicht auf Realität trifft...oder andersrum.
Zunächst mal kostet uns nicht der €Billionen..wir sind im offenen Markt Gewinner durch den €.
Was der Herr meint ist die Verteuerung von Dienstleistungen und Waren..das ist aber die Wirtschaft/Handel schuld..nicht der Euro!!
Dienstleistungen würden mit DM teuer bleiben.

Und Atomstrom sicher?Na ja..der Rissmeiler Tihange in Belgien sorgt dafür das sich die Region Aachen mit Jodit Tabletten eindeckt..sehr sicher also.

Die AfD verschweigt unter all der Hetze auch ihr neoliberales Profil mit sozialem Kahlschlag und Privstisierungen sämtlicher Trinkwasser Systeme und Autobahnen und der Arbeitslosenversicherung..
Ausserdem fördert sie in Wahrheit die Investoren z.b mit der Wegnahme der Mietpreisbremse..sie will weiterhin das Investoren Wohn- und Geschäftraum kaufen mit Mieten die sich nur nich Grossverdiener leisten können..

Man nennt das Gentrifizierung urbanen Wohnraums..auf Deutsch Veradeliging von Stadtteilen in Gutverdiener..

Lasst euch nicht von der Hetze und der Angst mache blenden..der kleine Mann wird da nicht vertreten!
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