janusz1 webKleve (18.12.2016). Unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit fand in Kleve eine waschechte Europameisterschaft statt: The First European Phantom Contest. Ausrichter war der Klever Künstler Janusz Grünspek. Und die Teilnehmer des Wettbewerbs waren keine Sportler, sondern Kunstwerke. Und die waren ganz schön schnell unterwegs.
Janusz Grünspek ist einer von Kleves vielseitigsten Künstlern, der immer wieder mit besonderen Aktionen überrascht und seine Kunst nicht „bierernst“ nimmt. Sogar die „Sendung mit der Maus“ ist auf Grünspek aufmerksam geworden und hat ihn vor zwei Jahren gefilmt, wie er Kunst aus Schaschlik-Spießen macht.
janusz2 webUngewöhnlich sicher auch, dass er zum ersten Advent immer eine Kunst-Edition verschenkt. „Weihnachten soll man doch anderen ein Geschenk machen“, sagt der Künstler. In diesem Jahr gab es 25 Objekte namens „Phantom“. Die waren innerhalb von einem Tag vergriffen. Klar, Kunst zum Nulltarif - das lässt man sich nicht entgehen. Doch Grünspek setzte noch einen drauf. Das kostenlose Kunstobjekt namens „Phantom“ sieht aus wie eine Pille in Alufolie. Allerdings bewegt sie sich wie von Geisterhand, zuckt, stellt sich auf, bewegt sich vor-, seit- oder rückwärts. „Und weil man nicht weiß, wer das Objekt bewegt, ist es ein Phantom“ erklärt Grünspek.
Die 25 glücklichen Eigentümer des „Phantom“ lud er nun zum „First European Phantom Contest“ in sein Atelier an der Briener Straße in Kleve. Hier war eine große „Autobahn Deutschland“ aufgebaut und die Inhaber ließen hier ihre Phantome gegen einander antreten. Kurhaus-Chef Prof. Harald Kunde hielt eine kurze Eröffnungsrede, in der er auf die Beziehung von Kunst und Wettbewerb einging, die eine lange Geschichte habe. In dem Phantom-Wettbewerb von Janusz Grünspek sah er „eine Parodie auf die Rankings und Competitions der Gegenwart.“ Es war in jedem Fall eine Kunst, wie Grünspek die Kunstfreunde dazu brachte, ihre kleinen, sich ulkig bewegenden Kunstobjekte anzufeuern, als seien es lebendige Wesen. Und am Ende jubelten die Sieger, als hätten sie selbst einen Sprintwettbewerb gewonnen: Die Siegerin Katharina Koselleck aus Köln machte einen Luftsprung, Platz 2 ging an Annegret Gossens und Eveline Hommel kam auf Platz 3. Da das Phantom des Autors dieses Beitrags den letzten Platz belegte, ist eine Manipulation des Wettbewerbs wohl nicht auszuschließen...

Olaf Plotke (Text & Foto)

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