madeinkleve2-webKleve (10.12.2016). Die Neuerfindung von „Made in Kleve“ ist geglückt: Die Besucher in der ausverkauften Stadthalle erlebten am Donnerstagabend eine völlig neue Show, die zwar immer noch ein lokaler Jahresrückblick war, aber in völlig neuem Gewand daherkam. Das lag vor allem am neuen Moderatorinnen-Duo Steffi Neu und Anne van Eickels. Die beiden Radio- und Fernsehprofis drückten der Show ihren Stempel auf: Es gab viele Einspielfilme, die neue Perspektiven auf das vergangene Jahr einnahmen. So durften erstmals Vertreter aller Klever Zeitungen, des Radios und Blogs das abgelaufene Jahr kommentieren, aber es kamen auch Bürger zu Wort und vor allem die Kinder des Montessori-Kinderhauses, die in „Dingsda“-Manier die Ereignisse von 2016 beschrieben - der hinreißendste Moment des Abends.
Geblieben vom alten Konzept ist die Mischung aus Musik- und Akrobatikelementen sowie Gesprächsrunden auf der Bühne. Natürlich immer mit Menschen aus Kleve. So gab es Breakdance-Artistik mit der Tanzgruppe „Akwaaba“ des Kalle-Jugendzentrums, einen Auftritt des madeinkleve3-web„Theater im Fluss“-Team, eine Judo-Darbietung von Alexe Wagemaker aus Zyfflich, die holländische Judo-Meisterin in der Altersklasse bis 15 Jahren ist. Als Talkgäste konnten die beiden Moderatorinnen u.a. Stefan Duda begrüßen, der das vermutlich schlagendste Erlebnis des Jahres hatte: Während des Sektempfangs nach der Hochzeit mit seiner Frau Maja vor dem Museum Kurhaus stürzte plötzlich eine 100 Jahre alte Buche aus dem gegenüberliegenden Forstgarten um. Direkt auf die Hochzeitsgesellschaft. Es wurde niemand verletzt, die Gäste waren nur geschockt. Aber immerhin war es so eine Trauung, von der noch immer gesprochen wird, wie Duda berichtete. Erich Gietmann erzählte von der Rettung seines Materborner Ratskrugs durch Bernd Zevens, den Steffi Neu als „Klever Heiland - the holy Mom“ bezeichnete. Bewegend auch die Geschichte vom Amadou, der beim Elektromeister Jörg Weikamp einen Arbeitsplatz gefunden hat. Diese Worte von Amadou gingen ans Herz: „Ich danke Gott für ein Leben in Frieden und Freiheit.“
Die ulkigsten Momente des Abends kamen aus Berlin: Aus dem Café Einstein meldeten sich die Mitglieder des Stammtischs „Klever in Berlin“ und der Gründer Alfons A. Tönnissen, der anfangs für das Publikum gut sichtbar Grimassen schnitt - vermutlich wusste er nicht, dass er schon zu sehen war. Tönnissen, der immer viel redet und gern sein überlegenes Wissen offenbart, durfte hier nur kurz was sagen. Als es dem Moderator in Berlin zu lange dauerte, entzog er ihm einfach das Mikrofon und moderierte selbst. Tönnissens Gesichtsausdruck in diesem Moment wäre schon den ganzen Abend wert gewesen. Aber es war nur einer von vielen Höhepunkten beim neuen „Made in Kleve“. Die Neuerfindung ist geglückt. Da freut man sich schon auf 2017.

Olaf Plotke (Text & Fotos)

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