Faces of KleveKleve (16.10.2016). Mit seinen ersten Arbeiten handelte sich Michael Strogies einigen Ärger ein. „Ich habe einfach mal ein paar Leute bzw. Selfies von ihnen, die sie im Internet veröffentlicht hatten, auf meine Art abgezeichnet. Das kam nicht immer gut an. Meine ‚Modelle‘ wussten nämlich nichts von ihrem Glück“, erzählt der in Hannover lebende Künstler. Die Reaktionen hätten unterschiedlicher kaum sein können, reichten von Begeisterung bis hin zu bösen Briefen von Rechtsanwälten. „Am Ende konnten wir uns aber immer einigen“, sagt Strogies mit einem Schmunzeln. Eine Idee war geboren. Und die wandert seit zweieinhalb Jahren durch Deutschland. Hamburg, Köln, Karlsruhe: In über einem Dutzend Städten startete Michael Strogies seine Kunstaktionen. Jetzt sollen seine Arbeiten auch in Kleve für Furore sorgen.
„Faces of Kleve“ nennt sich das Projekt, dessen Startschuss am Donnerstag, 27. Oktober, fallen wird. Die dazu gehörige Internetseite existiert bereits und ist unter www.facebook.com/facesofkleve aufrufbar. Die Idee: Klever schicken Michael Strogies via Internet Selfies. Woche für Woche stellt der Künstler dann eine Auswahl der Einsendungen ins Netz über die an den folgenden Tagen abgestimmt werden kann. „Die zwei Fotos mit den meisten Likes werden von mir nach Ablauf einer Frist künstlerisch aufgegriffen und bei einer großen Ausstellung präsentiert“, erklärt Strogies das Prozedere. Er hofft auf ebenso mutige wie kreative Bewerber. Über sieben Wochen soll die Aktion laufen.
Nicht nur in Großstädten machte Michael Strogies aus Selfies großformatige Kunstwerken in Öl. Im vergangenen Jahr war er bereits im Kreis Kleve, genauer: in  Goch aktiv. „Die Resonanz war enorm. Die Abstimmungen waren richtige Wettkämpfe. Das hat Spaß gemacht“, erinnert sich der gebürtige Krefelder. „Schon damals wurde ich gefragt, ob ich dasselbe nicht auch in und für Kleve machen könnte. Jetzt ist es so weit.“ Er ist davon überzeugt, dass Faces of Kleve ebenfalls gut laufen wird. An die Klick-Zahlen von Köln wird man aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht herankommen. Da stimmten an einem Wochenende bis zu 60.000 Menschen ab.
Mitverantwortlich für die Aktion in der Kreisstadt ist übrigens Max Ingo Festing. Der Geschäftsführer des Klever Saturn und der Künstler kennen sich seit einigen Jahren. In der Neuen Mitte wird zum Aktionsstart eine Auswahl der ungewöhnlichen Porträts von Michael Strogies zu sehen sein. „Bilder von vier oder fünf bekannten Klevern werde ich bis dahin angefertigt haben. Zudem werde ich Porträts einiger Promis mitbringen, damit die Klever sehen können, was sie erwartet.“

 

Michael Terhoeven

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