abgehobenBedburg-Hau (30.8.2016). Man staunt immer wieder, wie lange es dauert, bis die Polizei ein Fahndungsfoto herausgeben darf. Die 10 Monate, die es diesmal gedauert hat, bis das Gericht die Freigabe erteilte, dürften einen Rekord darstellen, der in der Öffentlichkeit im besten Fall Kopfschütteln auslöst. Am 30. Oktober 2015 hoben drei unbekannte Männer in zwei Geldinstituten in Bedburg-Hau Bargeld mit drei fremden Bankkarten ab. Dabei waren sie durch Überwachungskameras aufgezeichnet worden.

Die drei EC-Karten stammen aus einer Geldbörse, die kurz zuvor in Moyland verloren ging. Später war mit den Bankkarten im Designer Outlet in Roermond (Holland) bezahlt worden.

Wer kennt die drei Männer auf den Fotos? Hinweise bitte an die Kripo Kleve unter 02821-5040.

Zum Hintergrund der langen Dauer bis zur Freigabe von Fahndungsfotos: Die Polizei muss die Veröffentlichung bei Gericht beantragen - genau wie z.B.einen Durchsuchungsbefehl. Das Gericht verlangt, dass die Polizei erst alle anderen Fahndungsmöglichkeiten ausschöpft, bis ein Foto oder ein Phantombild veröffentlicht werden. Dadurch sollen die Rechte der mutmaßlichen Kriminellen geschützt werden, da die Veröffentlichung von Bildern einen schweren Eingriff in die Persönlichkeitsrechte darstellen. 

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Kommentare   

#1 Fredl Haimer 30.08.2016 13:04
Man kann über unsere Justiz nur noch den Kopf schütteln! Ich würde es auch anders formulieren aber dann dürfte es hier nicht veröffentlicht werden. Datenschutz, Täterschutz, Persönlichkeitsrechte - merkt von den Verantwortlichkeiten eigentlich noch jemand etwas? Abgehoben in ihrem Elfenbeinturm sind solche Leute mit dafür verantwortlich, dass Rufe nach einem "starken Mann" irgendwann Erfolg haben. Und ich kann das sogar ansatzweise verstehen ...
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#2 Der Laie 30.08.2016 17:29
Man mag es sentimental nennen oder rückwärts gewand,aber als es den eisernen Vorhang noch gab, an den Grenzen nicht nur an den offiziellen Übergängen, Ausweise kontrolliert wurden,hatte der Bürger ein größeres Sicherheitsgefühl.
Da man nunmal die Zoll Beamten hat,kontrollieren die keine Schmuggler mehr, sondern gehen heute schwer bewaffnet z.B. in Bäckerei Verkaufsfilialen auf Schwarzarbeiter Jagd.

Schon ein alter Verkaufsprofi sagte einmal,da wo Vorteile sind, sind auch Nachteile,bei der Glorifizierung der offenen Grenzen wollte von den Risiken und Nebenwirkungen der offenen Grenzen allerdings keiner der Befürworter etwas wissen-
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#3 Bernd Derksen 31.08.2016 06:46
Den, sicher ungewollt, Verantwortlichen bei Justiz und Polizei muss klar sein, dass sie so real Täter schützen und quasi unterstützen. Und gegen die Interessen der Opfer, wie allgemein der Bürger, agieren (müssen).

Daraus folgt, dass man die Öffentlichkeit deutlich auf die Verantwortung der Politik als Gesetzgeber, Personalausstatter, ... hinweisen müsste.
Bis auf wenige Ausnahmen vernehme ich da aber wenig Nachdrückliches.

Woran liegt das?
Weil es sich nicht gehört, Vorgesetzte zu kritisieren? Weil Deutsche im internationalen Vergleich recht autoritätshörig scheinen?
Weil hierzulande beispielsweise das jeweils passende Parteibuch unverzichtbare Voraussetzung für die Ernennung zum Polizeipräsidenten scheint? ...

Oder böser:
Weil einem die Opferinteressen und der Schutz der Bürger vergleichsweise doch nicht so wichtig sind???
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Dass hier kein Mitglied von Polizei oder Justiz es sich leisten kann oder möchte, unter Realnamen zu schreiben, fände ich nicht überraschend. Denn vermutlich drohen Konsequenzen.
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