britta4 webKalkar (3.11.2015). Jetzt trägt Dr. Britta Schulz die Bürgermeisterkette. Zwei Wochen nach ihrem Amtsantritt wurde die neue Bürgermeisterin heute im Rat der Stadt Kalkar auch offiziell vereidigt. Die neue Bürgermeisterin war von dem Moment irgendwie selbst ein wenig überwältigt, hatte kurzzeitig Tränen in den Augen. In ihrer ersten Rede als Stadtoberhaupt vor dem Rat reichte sie allen Fraktionen die Hand zur Kooperation. "Ich erhoffe mir, nein ich erwarte eine sachgemäße Zusammenarbeit", sagte sie. "Denken Sie daran, dass der nächste Wahlkampf erst in viereinhalb Jahren beginnt. Von den meisten Fraktionen habe ich Signale für eine sachgemäße Zusammenarbeit erhalten - von einer nicht. Daran arbeite ich noch."

britta1 webSchulz bedankte sich ausdrücklich bei der Verwaltung für die freundliche Aufnahme und Einführung in die Verwaltungsarbeit. Nach eigenen Angaben hat sie in den vergangenen zwei Wochen fast alle Verwaltungsmitarbeiter in ihren Büros besucht und einen Einblick in deren Arbeit erhalten. "Es soll niemand mehr in meiner Gegenwart behaupten, Verwaltungsmitarbeiter würden nicht arbeiten", erklärte sie.

Schulz dankte auch ihrem Vorgänger Gerhard Fonck. Der abgewählte Bürgermeister habe in den 16 Jahren eine Arbeit für die Stadt geleistet, die über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung verdient hätte. Einen Dank in der Ratssitzung wollte Fonck nach Aussagen von Schulz ebenso wenig entgegen nehmen wie die ausgeschiedenen SPD-Ratsmitglieder Jochem Reinkens, Anita Kipper und Paul Bienemann. Die hatten ihre Ratsmandate aus Protest gegen die Unterstützung der Kandidatur von Schulz durch die SPD niedergelegt. Auch ihnen dankte Britta Schulz und bekräftigte ihre Hoffnung, dass man auch ihnen noch einmal im Rahmen einer Ratssitzung für ihre ehrenamtliche Arbeit werde danken können.

britta3 webSchulz wandte sich auch an die Bürger. Sie dankte den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich für die Flüchtlinge einsetzen. Bereits eingangs forderte sie die Bürger auf, sich in die politischen Diskussionen einzubringen. "Bringen Sie Ihre Ideen ein", sagte sie. Die Verwaltung selbst soll unter ihr neue Wege gehen, die Bürger einzubinden. So will sie das Internet vermehrt zur Bürgerinformation nutzen und die Anzahl der Bürgerinformationsveranstaltungen stark ausweiten.

Eine Überraschung gab es bei der Wahl des ersten stellvertretenden Bürgermeisters. Da Schulz nun hauptamtliche Bürgermeisterin ist, wurde ihr Amt als erste Stellvertreterin frei. Um das Amt kandidierten die ehemaligen Bürgermeisterkandidaten Birgit Mosler (SPD) und Günter Pageler (FBK). Weder CDU noch Forum Kalkar hatten einen Kandidaten für das Amt des 1. Stellverteters ins Rennen geschickt. Mit 15 Stimmen wurde Günter Pageler von der Mini-Fraktion der FBK (2 Sitze) gewählt, Birgit Mosler erhielt nur 6 Stimmen. Es gab 9 Enthaltungen, vermutlich von der CDU. Dass eine derart kleine Fraktion den ersten stellvertretenden Bürgermeister stellt, ist einigermaßen ungewöhnlich, vor allem, weil von einer engeren Zusammenarbeit zwischen Forum und SPD ausgegangen wurde. Vermutlich hat das Forum aber komplett FBK-Mann Pageler gewählt. Für die SPD dürfte die Niederlage eine herbe Enttäuschung sein. Es dürfte spannend werden, ob diese Wahl Auswirkungen das auf die künftige Zusammenarbeit im Rat haben wird.

Olaf Plotke (Text & Fotos)

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Kommentare   

#1 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 03.11.2015 19:19
Alles Gute für Dr. Britta und für die historische Stadt Kalkar wünsche ich aus der Nachbarschaft Bedburg-Hau!
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#2 Charly 06.11.2015 16:27
Hier war die Gegenreaktion der CDU gegen der SPD deutlich zu sehen-Anstand kenn man ja nicht mehr wenn ein die Sclinge am Hals hängt.
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#3 Willi Heuvens, Spark.ang.a.D. 07.11.2015 15:23
Der Grundstein für eine solide Politik ist gelegt, das Forum geht mit guten Leuten, die auch lernfähig sind, gemeinsam mit der Bürgermeisterin an die Aufgaben, die es zu lösen gilt. Man sollte unbeirrt in die Zukunft blicken, dann wird es gelingen, die Pleiten und Pannen der letzten Jahrzehnte auszubügeln. Ich lernte die Bürgermeisterin auf vielen Unternehmensbesuchen kennen und schätze sie als tolerant, intelligent, menschlich und auch lernfähig. Darüber hinaus hat sich erstklassige Leute im Team, ich nenne hier mal stellvertretend Untervoßbeck und Altenburg.
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