Tim Verhoeven (li.) und Gerd Janßen blicken der 27. Ausgabe des Sylvesterlaufs mit Spannung entgegen. Foto: terhGoch (27.12.2014). In drei Tagen steht Pfalzdorf wieder Kopf, denn: Die 27. Ausgabe des Sylvseterlaufes steht in den Startlöchern.  Fast 3.000 Sportler und noch mehr Zuschauer werden am 31. Dezember im beschaulichen Gocher Ortsteil erwartet und dort für Jubel, Trubel und Heiterkeit sorgen. Der erste Startschuss fällt um 13.15 Uhr, der letzte um 15 Uhr. Mittendrin statt nur dabei sind dann auch wieder Gerd Janßen und Tim Verhoeven. Sie gehören zum harten Kern derer, die das sportliche Großereignis Jahr für Jahr auf die Beine stellen. Kurier-Redaktuer Michael Terhoeven sprach mit den Beiden über organisatorische Kraftakte sowie den alljährlichen Spagat zwischen großem Sport und großen Spektakel auf und neben der Strecke.

Herr Janßen, reizt es Sie eigentlich nicht, in Pfalzdorf selbst an den Start zu gehen? 

Janßen: Es ist ja nicht so, als wenn ich hier noch nie gelaufen wäre... es ist nur schon ziemlich lange her. Außerdem gibt es noch andere tolle Wettbewerbe bei denen man sich sportlich austoben kann.

Dennoch muss der Sylvesterlauf etwas ganz Besonderes an sich haben. Wie ließe sich sonst erklären, dass Jahr für Jahr tausende Sportler und Zuschauer aus der ganzen Region geradezu nach Pfalzdorf pilgern?  

Janßen: Ich denke, dafür sind gleich mehrere Faktoren verantwortlich. Zum einen war das ja nicht immer so wie es jetzt ist. Die Veranstaltung ist im Laufe der  Jahre und Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen. Hier wurde nichts aus dem Boden gestampft. Es sind vielmehr gewachsene Strukturen, die auf einer großen Unterstützung aus dem Verein Alemannia Pfalzdorf und Menschen aus dem gesamten Dorf basieren. Darüber hinaus ist es gelungen, dass der Pfalzdorfer Sylvesterlauf zwar auch, aber nicht nur eine Sportveranstaltung ist. Es ist ein Spagat zwischen Spitzenleistungen und großem Spaß auf und neben der Strecke, der großen Zuspruch erfährt..

Verhoeven: Und nicht vergessen werden sollte der Tag der Veranstaltung, der zieht natürlich auch. Viele Teilnehmer sehen in der Veranstaltung einfach den perfekten sportlichen Abschluss eines langen Jahres. Der Termin hat aber seine Schattenseite, schließlich besteht eine nicht unerhebliche Chance, dass das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung macht. Abgesagt werden musste der Sylvesterlauf in seiner langen Geschichte jedoch erst einmal. Da war selbst mit vereinten Kräften nichts mehr zu machen.
 
Wie groß ist eigentlich die Zahl der Helfer?  

Verhoeven: Neben dem leitenden Orga-Team dürften am Tag X gut und gerne 150 Helfer unterwegs sein. Die meisten muss man nur kurz daran erinnern, dass Silvester vor der Türe steht und schon sind sie wieder mit dabei. Hinzu kommen dann noch die Aktiven der Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz.

Janßen: Gut ist, dass in den vergangenen Jahren viele junge Leute zu uns gefunden haben, dadurch konnten gleich mehrere Staffelstäbe problemlos weitergereicht werden. Nachwuchssorgen gibt es also keine. Im Gegenteil. Vor kurzem haben sich noch die Turndamen der Alemannia gemeldet, diese wollen tatkräftig in der Cafeteria helfen.

Zur 27. Ausgabe des Pfalzdorfer Sylvesterlaufes: Hat man sich wieder etwas Neues einfallen lassen?  

Verhoeven: Es gibt tatsächlich eine Neuerung. Physiotherapeut Dave Mölders und fünf seiner Mitarbeiter werden einen Stand aufbauen und Massagen für die Läufer anbieten. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Die Veranstaltung lässt sich nach so langer Zeit aber auch nicht mehr neu erfinden. Das muss auch nicht sein, ist sie mittlerweile doch fast schon zu einem Selbstläufer geworden. Das Messen der Netto-Laufzeiten war die letzte echte Neuerung. Gut an kommt auch, dass die Urkunden unmittelbar nach dem jeweiligen Lauf ausgedruckt werden. Im vergangenen Jahr haben unglaubliche 2404 von 2415 Läufern die ins Ziel gekommen sind von diesem Service Gebrauch gemacht.

Eine Besonderheit des Sylvesterlaufes sind die sogenannten Motivationsstände...

Verhoven: Hier gibt es Verpflegung für Zuschauer und auch Läufer - vor allem in flüssiger wohl temperierter Form. Offiziell gibt es deren Fünf, inoffiziell sind es wahrscheinlich dreimal so viel... so war es zumindest im vergangenen Jahr. Es organisieren sich einfach zahlreiche Nachbarschafen und Kegelclubs um für den Silvesterabend „vorzuglühen“. Aufgrund einer verlorenen Wette gegen die IPK (Interessengemeinschaft Pfalzdorfer Karneval; stellt das Gocher Prinzenpaar 2015) wird es diesmal sogar einen Stand des Asperdener Karnevalsvereins geben.

Wurde an der Strecke etwas geändert?  

Janßen: Sie ist gleich geblieben und wird auch diesmal wieder so manchen Starter überraschen, geht es hier doch in manchen Abschnitten ziemlich steil bergauf. Dementsprechend raten wir Sylvesterlauf-Neulingen, sich bloß nicht von der gigantischen Atmosphäre im Start-Ziel-Bereich mitreißen zu lassen. Wer zu schnell angeht, dem gehen in Pfalzdorf ziemlich früh die Körner aus - 5 oder 10 Kilometer können dann richtig, richtig lang werden.

Und was raten Sie den Zuschauern, die nach Pfalzdorf kommen?  

Janßen: Die Pfalzdorfer kommen zu Fuß, die Gocher mit dem Fahrrad. Wer mit dem Auto anreist, der sollte entweder die Parkplätze am alten Bahnhof ansteuern oder aber die Pendelbusse, die vom alten Gofa-Gelände aus eingesetzt werden, nutzen. Spätestens um 12.30 Uhr ist der Bereich der Laufstrecke komplett dicht, gibt es für Autos kein rein- und kein rauskommen mehr.

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