WGGoch. (03.11.2012) Nina Spitz ist 23 Jahre alt und wohnt noch bei ihren Eltern. Alleine käme sie nicht zurecht, denn Nina wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Ausziehen möchte die junge Frau trotzdem und das soll sie auch. Keine Sorge, ihr droht kein Rausschmiss. „Wir möchten ihr mehr Selbstbestimmung und Freiheit, aber auch mehr Selbstverantwortung ermöglichen“, sagt ihre Mutter Sabine Spitz.
Bestehende Möglichkeiten der Unterbringung stießen bei der Gocher Familie allerdings auf wenig Gegenliebe. Zu viele Beschränkungen und einen nicht unerheblichen Heim-Charakter wollte man Nina ersparen. Was tun? Die Lösung: Die Schaffung einer privaten Wohngruppe. „Solche Projekte gibt es bereits, wenn auch nicht im Kreis Kleve“, erzählt Sabine Spitz. Zunächst wurde die rechtliche Lage ausgekundschaftet, dann eine Immobilie ins Visier genommen... und gefunden. Spitz: „Dort besteht Platz für vier Bewohner. Das passt super, fällt man so auch nicht unter das Heimrecht.“
So weit, so gut. Es fehlt jedoch noch etwas Entscheidendes: drei Mitbewohner für Nina. „Da das Haus nicht barrierefrei ist, suchen fittere gehandicapte junge Menschen, die gerne weiter in einer familiären Umgeben leben möchten, auch wenn sie zuhause ausziehen“, erklärt Sabine Spitz. Finanziert durch das persönliche Budget, der Grundsicherung und gegebenenfalls der Pflegekasse werde es auch eine Unterstützung im Alltag geben, denn „ohne Hilfe wird es nicht gehen“.
Anfang 2014 soll der Einzug erfolgen. Bis dahin müsse noch einiges getan werden. „Es braucht Engagement der Eltern, um die Idee umzusetzen“, so Sabine Spitz, die zu einem Tag der offenen Tür am Samstag, 17. November in das Haus an der Heinrichstraße 5 einlädt. Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 02823/88950 oder im Internet unter www.wg-mal-anders.de.

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