OhneGrenzen2 webWeeze (19.11.2016). „Was ist Europa?“ - Mit dieser Frage eröffnete Manon Pelzer, Bürgermeisterin der Gemeinde Bergen, den Limburgsee Bestuurdersdag. Der fand erstmals auf der anderen Seite der Grenze statt. Genauer: Im Terminal des Airport Weeze. Hier trafen Verwaltungsspitzen und Vertreter aus Gemeinden der niederländischen Provinz Limburg und Gemeinden in Deutschland von Kleve bis Aachen. Auch Regierungspräsidentin Anne Lütkes gab sich die Ehre.
Nicht nur für Anne Lütkes  war der Tag ein wichtiges Signal für Europa und die gegen die momentane Entwicklung hin zu alter Kleinstaaterei. „Heute muss man manchmal das Fernglas herausholen, um Europa erkennen zu können“, sagte Weezes Bürgermeister Ulrich Francken in seiner Begrüßungsrede. „Was derzeit passiert, ist fatal“, sagte er mit Blick auf den Brexit sowie ähnliche Strömungen in Frankreich und den Niederlanden. Dass es auch anders gehe, sei Tag für Tag an der deutsch-holländischen Grenze zu sehen. „Hier wird Europa gelebt“, so Francken. Theo Bovens, Gouverneur von Limburg, pflichtete ihm bei. Infrarstruktur, Arbeitsmarkt, Schulabschlüsse: In zahlreichen Bereichen gebe es bereits Verflechtungen, in einigen sei sie jedoch noch ausbaufähig. „Es muss über Landesgrenzen hinaus gedacht werden, wenn das Konstrukt Europa funktionieren soll“, so Bovens.
„Aus Nachbarn werden Freunde!“ - So beschreibt Anne Lütkes das, was in der Grenzregion geschieht. Ein Einigungsprozess, der fortgeführt werden müsse. „Beim Gefahrenmanagement müssen wir noch besser werden und auch was Verkehrsprojekte betrifft“, so die Regierungspräsidentin. Damit meinte sie nicht unbedingt den Flughafen, sondern vor allem den Öffentlichen Personennahverkehr.

 

Text & Fotos: Michael Terhoeven

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