göring-e-webGoch / Kreis Kleve (2.11.2016). Vor einer Woche war der Grünen-Bundestagsfraktionsvhef Anton Hofreiter in Kleve, jetzt kam gleich der nächste grüne Star: Katrin Göring-Eckardt, Ko-Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, besuchte die Diakonie in Goch. Sie hörte viel über die vielfältige Arbeit der Diakonie und über Geldsorgen. Denn soziale Arbeit ist teuer, wird in der Öffentlichkeit auch stets mit schönen Worten, aber eher wenig Geld bedacht. Allein dem Betreuungsverein fehlen jedes Jahr 100.000 Euro, die die evangelischen Kirchengemeinden zuschießen.
Katrin Göring-Eckardt präsentierte sich als interessierte Zuhörerin, die für die Probleme eines konfessionellen Trägers ernst nimmt. Dass sie gerade die Diakonie besuchte, ist natürlich kein Zufall. Göring-Eckardt ist nicht nur Protestantin, sondern gehört sogar dem Rat der göring-e-web2Evangelischen Kirche in Deutschland an. Aber die Konfession spielte bei ihrem Besuch in Goch nur eine Nebenrolle. Es ging eher um grundsätzliche Fragen. Und da muss man festhalten, dass soziale Arbeit in Deutschland nur mit Worten groß anerkannt wird, beim Geld hört die Anerkennung schnell auf. Bei den Zockern an der Börse ist es ja anders herum: Über sie sagt man viele schlechte Sachen und sie bekommen trotzdem viel Geld.

Das kann natürlich auch die Grünen-Fraktionschefin nicht ändern und sie versprach es den Vertretern der Diakonie in Goch auich gar nicht erst. Das fand ich gut,  denn natürlich würde auch im Falle einer Grünen-Regierungsbeteiligung nicht das große Füllhorn über den Trägern sozialer Arbeit ausgeschüttet werden. Anerkennung ist eine sehr schwierige Sache und eine Bank ist vielen Politikern dann doch mehr Geld wert, als die Behindertenhilfe. „Behinderte haben keine Lobby“, stellte Katrin Göring-Eckardt m.E. korrekt fest. Aber natürlich gilt das auch für die Pflegefälle und die Pflegekräfte, für die Betreuten und Betreuenden.
Auch wenn sich daran vermutlich in absehbarer Zeit nichts ändern wird: Es tat den Verantwortlichen der einzelnen Diakonie-Abteilungen des Kirchenkreises Kleve vielleicht einfach mal gut, einer Spitzenpolitikerin ihr Herz auszuschütten.

Olaf Plotke (Text & Fotos)

Kommentare   

#1 Adam Smith 03.11.2016 08:15
"Das Wirtschaften dient dem Gemeinwohl", so steht es in vielen, u.a. der Bayrischen Verfassung. So lange wir unseren "Erfolg" weiterhin mit dem BIP ausdrücken - einer rein monetären Größe, die in keinem direkten Zusammenhang mit dem Gemeinwohl steht - wird sich nichts ändern.

Die Mehrzahl der Menschen ist längst mit dem bestehenden, zerstörerischen Wirtschaftssystem mehr als unzufrieden. Gerade die Kirchen, beispielsweise Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika, zeigen neben einer steigenden Zahl von Ökonomen neue, interessante Wege auf.

Statt beklagen und jammern würde ich mir von der Politik Lösungsansätze wünschen, von denen es genug gibt.
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#2 Controleur 03.11.2016 13:34
Wie so oft von Seiten der Poltik wird auch im Bereich der "gesetzlichen Betreuung" gelogen was das Zeug hält. Letztlich geht es um viele Geld, dass in dunkle Kanäle umzuleiten gilt.
Der Beitrag mag noch für den Bereich der ehrenamtlichen Betreuung gelten, jedoch keineswegs für den Bereich der Berufsbetreuer.
Diese haben es mittlerweile geschafft eine Betreungsindustrie aufzu-bauen, in der Menschen mit getürkten Gutachten entmündigt werden, in eine Betreuung hineingezogen werden und schließlich bis auf den letzten Pfennig abgezockt werden.
Und dies geschieht alles unter einer Scheinkontrolle der zuständigen Behörden. Wer mehr wissen will, kann dies unter "https://www.pflege-shv.de/ind ex.php?page=betreuungswillkuer " nachlesen.
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#3 Der schon wieder 03.11.2016 19:38
Laßt euch nicht blenden. Unsere Politiker sind nur Erfüllungsgehilfen eines großen Plans.
In Wahrheit geht es um viel mehr.

www.youtube.com/watch?v=ARf9gyAVl0s
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#4 Fredl Haimer 04.11.2016 11:54
#3
Ich finde es erstaunlich, das die ARD als verlängertes Sprachrohr der Parteien so einen Film am Samstag zur besten Sendezeit ausstrahlt. Sollte es doch noch Hoffnung geben, diesen TTIP Wahnsinn zu stoppen? Sehr optimistisch bin ich nicht.
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