pollutionpolice2 webGoch / Weeze (23.10.2016). Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit haben in den vergangenen Monaten in Weeze, Asperden und Straelen große Fernsehstars wie René Steinke (Alarm für Cobra 11) und Hendrik Duryn (Der Lehrer) vor der Kamera von Starregisseur Roland Leyer gestanden und Szenen für den Film „Der Geisterzug“ gedreht. Die Idee zum Film kam aus Goch – von Dirk Leiber (49), der einen Kinofilm analog zu der Hörspielreihe „Pollution Police- Die kleinen Pfadfinder“ plant. Zusammen mit seiner Frau Tanja sowie den renommierten Drehbuchautoren Carsten und Mark Fehse schrieb er das Drehbuch. Die Stars vor und hinter der Kamera kannte Dirk Leiber gut und konnte sie schnell für das Projekt gewinnen. Derzeit wird allerdings noch nicht der ganze Film gedreht, sondern nur einige Szenen. Aus denen wird dann ein längerer Trailer geschnitten, um Sponsoren für das Projekt zu gewinnen. Dass er das kann, hat Dirk Leiber schon bei anderen Projekten seiner ungewöhnlichen Pfadfindergruppe bewiesen.  

Warum heißt Ihre Pfadfindergruppe eigentlich „Pollution Police“ - also Umwelt-Polizei - und nicht einfach Pfadfinder?

pollutionpolice webDirk Leiber: „Der Name ‚Pollution Police‘ kommt aus unserer medialen Arbeit. Die Pfadfindergruppe in unseren Kinderhörspielen nennt sich so. Englisch, da die Abenteuergeschichten langfristig auch international verbreitet werden sollen. Natürlich sind die echten Pfadfinder in Weeze keine Detektive, die Straftaten aufklären. Aber sie sind immer Freunde der Natur und setzen sich für ihren Erhalt ein. „Pollution Police“ bringt das auf einen Nenner, finde ich. Außerdem ist die Alliteration der drei gleichen Anfangsbuchstaben Pol und Pol sehr schön zu sprechen.“

Nur der Name ist anders?

Dirk Leiber: „Inhaltlich machen wir in Weeze nichts anders, als ich 15 Jahre lang als Stammesleiter bei der DPSG gemacht habe. Die Technik ist heute weiter:  Damals haben wir Theater gespielt, heute machen wir mit den Kindern eben Filme. Das Credo ist geblieben. Toleranz, Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, jeden Menschen und jedes Tier als Freund ansehen, Hilfsbereitschaft, Rücksichtnahme, Solidarität, Pflichtbewusstsein, Umweltbewusstsein usw.“

Das sind Dinge, die fast jeder unterschreiben kann.

Dirk Leiber: „Deswegen bin ich auch überzeugt, dass die Pfadfinderei heute aktueller denn je ist. In einigen Köpfen hat sie jedoch ein falsches, nämlich antiquiertes, Image und viele Eltern wissen gar nicht, dass es diese größte Jugendbewegung der Welt noch gibt. Übrigens mit vielen tollen Gruppen auch in Goch, Kleve, Kalkar, Uedem, Geldern...
Seien wir ehrlich: Wenn alle Menschen nach den Grundsätzen der Pfadfinder leben würden, gäbe es keine Kriege, keine Habgier, keine Religionskonflikte und keine Umweltzerstörung. Ich denke, dass wir, die wir in eine so luxuriöse Gesellschaft geboren sind, eine große Verantwortung haben. Die Verantwortung, den Leitspruch des Weltpfadfindergründers: ‚Ein Pfadfinder macht die Welt ein bisschen besser, als er sie vorgefunden hat‘, auch umzusetzen.“

Indem Sie Ihnen eine neue Haltung beibringen.

Dirk Leiber: „Das ist auf alle Fälle ein ganz wesentliches Anliegen. Bei den Pfadfindern kommen die Kinder raus aus der Virtualität. Bei uns gibt es keine Helikopter-Eltern, die den Kindern das eigenständige Denken abnehmen. Pfadfinder packen ihren Rucksack selber und wenn sie etwas vergessen haben, dann müssen sie selbst sehen, wie sie klarkommen. Das ist nicht so schwer, wie es sich jetzt vielleicht anhört, denn unter Pfadfindern hilft man sich immer. Wenn wir auf Fahrt sind und auf engstem Raum in einem Zelt sitzen, weil es gewittert o.ä., dann muss man lernen mit der Situation und ggfs. auch mit dem Zeltgenossen klarzukommen, der einem vielleicht nicht so sympathisch ist. Bei den Pfadfindern lernt man Selbständigkeit, Verantwortung und Sozialkompetenz. Man kann unangenehme oder schwierige Situationen nicht einfach wegklicken, sondern muss sie aushalten oder lösen. Das sind Tugenden, die für das Leben wichtig sind. Immer wieder beklagen sich Arbeitgeber, dass junge Leute diese Tugenden nicht mehr hätten. Sie wissen, dass Pfadfinder nicht so sind. Wir halten zum Beispiel einen engen Kontakt zur lokalen Wirtschaft. Wir haben dort viele Förderer, die unseren Kindern auch gerne Praktika oder Ausbildungsplätze anbieten. Und das aus gutem Grund: Sie wissen, wofür die Pfadfinder stehen!“

Von der „Pollution Police“ gibt es eine Hörspielserie, zwei Filme, die schon im Fernsehen liefen, und jetzt vielleicht einen Kinofilm.

pollutionpolice3 webDirk Leiber: „Die Hörspielserie dient vor allem dazu, Werbung für die Pfadfinder im Allgemeinen, nicht für unsere kleine Gruppe in Weeze, zu machen. Wir verbinden dort Abenteuer und Krimis mit Pfadfindern – so in der Art von `Fünf Freunde`. Kinder in ganz Deutschland hören die Geschichten, melden sich bei uns und wir vermitteln sie dann an die Pfadfindergruppen vor Ort. So wird zunächst medial ein Fokus auf die Pfadfinder gebracht und ein Interesse auf ein Leben in der Natur mit allen Herausforderungen und Abenteuern geweckt. Die Einnahmen aus den Hörspielverkäufen  nutzen wir, um die nächsten Produktionen zu finanzieren und gleichzeitig Pfadfinderprojekte in Deutschland zu unterstützen. Ein schönes, strategisches Alleinstellungsmerkmal der Hörspielreihe ist, dass viele bekannte Künstler und Schauspieler, die sich zu den Werten der Pfadfinder bekennen, ehrenamtlich als Gastsprecher zu hören sind. Atze Schröder, Sky Dumont, Joko und Klaas, und viele mehr konnten wir dafür gewinnen.“

Sind Ihre Pfadfinder an der Produktion beteilgt?

Dirk Leiber: „Sie sind teilweise als Sprecher mit dabei oder entwickeln die Geschichten mit. Aber deutlich mehr involviert waren sie in zwei Fernsehfilmen, die wir gedreht haben: ‚Die Nebelhexen‘ und ‚Das Rätsel‘. Das waren Filme, die wir in unseren Sommerlagern kreiert haben. Sie zeigen die Pfadfinder bei dem, was sie machen. Aber natürlich wieder eingebunden in eine spannende Handlung. Dass die Filme im Familiensender RIC gezeigt wurden, war für unsere Gruppe natürlich ein toller Höhepunkt. Sie werden auch in diesem Jahr wieder ausgestrahlt: Halloween, 31. Oktober, um 15.30 und 17.40 Uhr.“

Und jetzt soll mit „Der Geisterzug“ die große Leinwand kommen.

Dirk Leiber: „Genau, das ist unser großer Wunsch – ein Kinofilm, der Pfadfinder als Helden zeigt. Wir haben eine spannende Geschichte und berühmte Leute vor und hinter der Kamera, z.B. René Steinke, Hendrik Duryn und natürlich den preisgekrönten TV-Regisseur Roland Leyer. Sie alle glauben an das Projekt und engagieren sich ehrenamtlich dafür. Wir hatten jetzt drei Drehtage in Goch, Weeze und Straelen und natürlich waren unsere Pfadfinder immer dabei. Für sie ist das alles natürlich ein Traum. Sie sehen Leute, die sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen, hier bei sich vor Ort und erleben, wie eine Geschichte mit und über sie gedreht wird. Am Ende spricht aus alldem eine Botschaft, die wir in unserem Gespräch schon einmal angesprochen haben: „Man kann alles schaffen, wenn man es nur will.“ Wenn die Mitgliedschaft bei den Pfadfindern diesen Willen in den Kindern weckt, dann ist das für uns ein großer Erfolg und Dank an unsere Arbeit.“

Mehr Informationen auf: www.pollutionpolice.com

Fragen: Olaf Plotke; Fotos: Peter Rüssmann

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