Spital webEmmerich (14.10.2016). Ende, aus, vorbei: Zum 1. Juli kommenden Jahres wird die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe im Emmericher St. Willibrord-Spital mit der Fachabteilung für Fraueheilkunde und Geburtshilfe des Marien-Hospitals Wesel zusammengeführt und an den Standort Wesel verlagert. Ausschlaggebend für die Entscheidung am gestrigen Dienstag waren sowohl wirtschaftliche als auch strukturelle Aspekte sowie Vorgaben der Kostenträger. "Eine Abteilung, die jährlich 750.000 Euro in den Sand setzt, kann sich kein Haus leisten", sagt Dr. dieter Morlock, Geschäftsführer von pro homine.

Rund 1.000 Geburten braucht die Station, um kostendeckend zu arbeiten. Momentan sind es keine 500 - Tendenz eher fallend. Hinzu käme, dass die räumlichen Voraussetzungen der Abteilung aufgrund der alten Bausubstanz nicht mehr zeitgemäß sind und Investitionen im siebenstelligen Bereich notwendig seien, um sie auf den heutigen Standard zu bringen - sowohl in der Zimmerausstattung als auch energetisch.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Sämtliche Mitarbeiter sollen, so Interesse besteht, in den Krankenhäusern in Emmerich und Wesel oder anderen pro homine-Einrichtungen unterkommen. Auch die 17 selbständigen Beleghebammen können sich auf Stellen bewerben. Die Hebammenpraxis im Spital könne weiter bestehen. Was aus der ab dem 1. Juli leerstehenden Station wird, steht noch nicht fest. "Das wird Anfang 2017 geprüft", so Dr. Morlock. Er schloss weitere Stationsschließungen in Emmerich zum jetzigen Zeitpunkt aus. Stattdessen soll die Modernisierung fortgeführt werden. "Durch die Verlegung der Gynäkolgie wollen wir den Standort Emmerich sichern."

Text & Foto: Michael Terhoeven

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