Kalender webRees (29.10.2016). Ein Terminator mit Bart? - Das geht nun wirklich nicht. Hisham Mohammad überlegte nicht lange, griff zum Rasierer und schon war er bereit für eine Fotosession der besonderen Art. Mit Hilfe von Stylistin Silke Mandelartz und Requisiten wie Lederjacke, Sonnenbrille und schwarz lackierter Wasserpistole wurde der syrische Flüchtling vor der Kamera von Daniela Schlutz zum Kämpfer für eine bessere Zukunft. Er ist aber nur einer von 15 „Reeser Stars“, die für den Druck eines Kalenders in eine (Film-)Rolle schlüpften...
Die Idee zu diesem Projekt kommt eigentlich aus Bielefeld. Ein Seniorenzentrum fotografierte seine Bewohner und Mitarbeiter als Filmstars und veröffentlichte die Bilder als Kalender. Das können wir auch, dachte sich der Reeser Michael Scholten und suchte den Kontakt zur Lebenshilfe. Zusammen mit Ole Engfeld entwickelte er ein Konzept, das schließlich Menschen mit Handicap, Senioren, Kinder und einen Bewohner aus einer Flüchtlingsunterkunft als Fotomodelle vorsah. Die waren schnell gefunden. „Wir hatten so viele Bewerbungen, dass es für drei Kalender gereicht hätte“, erzählt Gabriele Saccaro vom Betreuungsteam des Agnes-Heims.
Überraschend schnell waren auch zahlreiche Unterstützer gefunden, die dafür sorgten, dass aus der Idee (finanzierbare) Realität wurde. Mit Daniela Schlutz als Fotografin, Silke Mandelartz als Stylistin und Lars Giesen als Grafiker holte man sich professionelle Verstärkung mit ins Boot. „Sie alle haben ehrenamtlich für und mit uns gearbeitet, ansonsten könnten wir den Kalender nicht für 5 Euro anbieten“, sagt Michael Scholten. Und auch Requisiten wie Lili Marleens Laterne oder das Fahrgastschiff „Stadt Rees“ wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. „Nur das Harry Potter-Outfit musste gekauft werden“, so Scholten.
An drei Tagen fanden die Fotoshootings statt - in der Kita „Hand in Hand“, bei der Lebenshilfe und im Agnesheim. „Jeder konnte selbst entscheiden, in die Rolle welches Filmhelden sie schlüpfen wollten. Nur Dumbledore fanden wir zu schwierig. Der hätte womöglich ausgesehen wie der Weihnachtsmann“, erzählt Ole Engfeldt. Und da die Modelle zwischen 3 und 94 Jahre alt waren, war es eine bunte Mischung an Filmhelden, die Daniela Schlutz vor die Linse bekam: James bond (nebst Bond-Girls), Feuerwehrmann Sam, Harry Potter und Hermine. „Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, das kein Star Wars-Motiv dabei war“, so Michael Scholten, ein riesen Fan der Weltraum-Saga, mit einem Schmunzeln.
Nachdem die Bilder im Kasten waren (Schlutz: „Das ging alles mit einer großen Leichtigkeit und viel Freude vonstatten.“) ging es an die Nachbearbeitung. In drei Nachtschichten wurde den Fotos am Computer der Feinschliff verpasst. Einigen Motiven musste noch ein Hintergrund zugefügt werden. Dafür bediente sich Lars Giesen aus dem Fundus an Weltreise-Fotos von Michael Scholten. Der weiß-blaue Himmel  hinter Mary Poppins stammt aus der Mongolei, die Schneelandschaft der Eiskönigin aus Sibirien und das Kopfsteinpflaster unter Lili Marleens Laterne aus Uruguay.
Der Kalender „Reeser Stars“ kostet 5 Euro und ist im Agnes-Heim, in der Werkstatt der Lebenshilfe und beim Bürgerservice erhältlich.

 

Text & Foto: Michael Terhoeven

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