bge1 webEmmerich (30.10.2016). Die Bürgergemeinschaft Emmerich (BGE) hat nach turbulenten Monaten einen Neuanfang gemacht. Mit der Selbstzerfleischung soll nun Schluss sein. Mit dem neuen Vorsitzenden Joachim Sigmund und einem frischen Vorstandsteam will sich die BGE wieder als bürgernahe Wählervereinigung präsentieren, die sich vor allem als Opposition zu etablierten Parteien wie SPD und CDU versteht. Beim Interview mit Joachim Sigmund, Fraktionschef Gerd Bartels sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden Maik Leypoldt und Fraktionsmitglied Alfred Weicht herrscht gute Stimmung - vom einstigen internen Streit keine Spur. Man demonstriert Einigkeit und Entschlossenheit.  

Der neue Vereinsvorstand hat seine Arbeit aufgenommen. Was hat sich verändert?

Joachim Sigmund: „Der neue Vorstand hat ein Arbeitstreffen mit der Fraktion organisiert, zu dem alle Vereinsmitglieder eingeladen waren. Es ging darum, die Ziele und Zwecke unseres Vereins und unsere Ausrichtung für die Zukunft zu definieren. Unterstützung durch Teilhabe an der politischen Arbeit der Fraktion, Nachwuchsgewinnung und -förderung, Nutzung des im Verein vorhandenen Wissens und  Einbindung der Mitglieder in die kommunalpolitische Arbeit - das sind unsere Hauptanliegen in den nächsten Jahren.“

Das hört sich so an, als sei das vorher nicht der Fall gewesen. Das wäre ein böser Seitenhieb in Richtung Ihres Vorgängers?

bge2 webJoachim Sigmund: „So ist das nicht gemeint. Aber es war in der Vergangenheit so, dass zu viel Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt wurde. Gerd Bartels hat vor fünf Jahren das schwere Erbe der Ära Beckschäfer übernommen, die sich wirklich in einer unglaublich engagierten Art und Weise um den Verein und die Fraktion verdient gemacht haben. Wir haben aber festgestellt, dass sich das nicht so einfach fortsetzen lässt und man nicht praktisch alle Arbeit auf ein paar Mitglieder- abladen kann. Dadurch bleiben zwangsläufig ein paar Dinge liegen. Das haben wir jetzt im Sinne aller geändert.“  

Maik Leypoldt: „Wir haben eben auch schon die Kommunalwahl im Jahr 2020 im Blick. Wir wollen frühzeitig Weichen stellen. Das bedeutet, wir werden die Mitglieder schulen, die künftig Verantwortung in der Ratsarbeit übernehmen wollen und wir wollen natürlich auch neue Mitglieder gewinnen, die sich für Emmerich einbringen wollen. Die Nachwuchssorgen haben ja alle Parteien - das ist ja keine neue Erkenntnis. Wenn wir im Jahr 2020 alle Wahlkreise besetzen wollen, müssen wir was tun. Und das tun wir.“
Bedeutet die Verteilung der Arbeit auf mehrere Schultern, dass der Vereinsvorsitzende nicht auch Fraktionschef werden möchte?
Maik Leypoldt: „Der Verein sieht sich als strategischer Impulsgeber für die Fraktion. Wir sind sozusagen der Filter zwischen Mitgliedern und der Fraktion.“

Gerd Bartels: „Wir pflegen eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Fraktion und Verein, die ich vollständig unterstütze. Das ist doch für alle Beteiligten ein Gewinn.“

Joachim Sigmund: „Wir schließen aber natürlich nicht aus, dass sich im Laufe der Wahlperiode nochmal personelle Veränderungen innerhalb der Fraktion ergeben könnten. Immerhin dauert die ja noch vier Jahre.“

Und Sie wollen vielleicht ja auch nochmal Bürgermeister werden...

Joachim Sigmund: „Ich werde in diesem Jahr 60 Jahre jung und habe nicht vor, über das 70. Lebensjahr hinaus noch aktiv Kommunalpolitik zu machen.“  

Eine Wahlperiode als Bürgermeister wäre da durchaus drin.

Joachim Sigmund: „Wir beobachten jetzt erstmal, was unser aktueller Bürgermeister so macht. Bislang fällt die Bilanz einigermaßen ernüchternd aus. Er ist viel zu defensiv.“

Was kritisieren Sie genau an ihm?

Alfred Weicht: „Die Entwicklung der Innenstadt ist eines der vordringlichen Ziele. Das wissen wir seit Jahren. Aber der Bürgermeister versteckt sind hinter immer neuen Gutachten, deren Ergebnisse er abwartet und bis dahin lehnt er sich zurück. Gleiches gilt für den Wohnungsmarkt. Wir brauchen dringend günstige Wohnungen. Mittlerweile konkurrieren sozial Schwache, Rentner und anerkannte Flüchtlinge um den Wohnraum. Hier muss dringend was passieren. Die 60 Wohnungen, die auf dem Neumarkt geplant sind, kommen für diese Gruppe allerdings nicht infrage - der Mietpreis wird für sie viel zu hoch sein.“

Womit wir beim Neumarkt wären. Den Widerstand gegen das Wohn- und Geschäftshaus von Josef Schoofs scheinen Sie nun aufgegeben zu haben. Jetzt informieren Sie die Bürger sogar von sich aus über das Bauvorhaben. Dabei war doch anfangs eine Protestaktion geplant.

Joachim Sigmund: „WWir lehnen das Projekt nach wie vor ab. Aber wir würden unsere Glaubwürdigkeit verlieren, wenn wir den Bürgern vorgaukeln würden, man könnte es z.B. mit einer Unterschriftenaktion noch stoppen. Deshalb wollen wir die Bürger über das Projekt informieren, damit sie sich eine eigene Meinung bilden können.“

Gerd Bartels: „Wir sind Demokraten und nehmen zur Kenntnis, dass CDU und SPD das Projekt unbedingt wollen und dafür natürlich auch die nötige Mehrheit haben. Wir wollen deshalb das Projekt kritisch begleiten und den Bürgern die Chance geben, sich über die Planungen zu informieren. Deshalb gehen wir zu den Bürgern. Die Verwaltung informiert lediglich im Rahmen der Offenlage - die Bürger müssen also ins Rathaus kommen und dürfen sich dort Pläne angucken.“

Alfred Weicht: „Wir haben große Sorge, dass das Neumarkt-Center nicht erreicht, was man uns versprochen hat - nämlich eine Attraktivierung der Innenstadt. Wir fürchten, dass es im Falle eines Erfolgs zu Lasten des Rheinparkcenters gehen und Rewe dort ausziehen würde. Wir haben genau das vor Jahren bekanntlich umgekehrt erlebt, als der Neumarkt unter dem neuen Center am Rheinpark litt und wir schließlich eine Ruine in der Innenstadt hatten.“

Fotos & Fragen: Olaf Plotke

Kommentare   

#1 Hugo kraak 30.10.2016 10:04
Im Holland hat mann ein Sprichwort " de beste stuurlui staan aan wal".
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#2 Matze 30.10.2016 12:32
zitiere Hugo kraak:
Im Holland hat mann ein Sprichwort " de beste stuurlui staan aan wal".

Hohler Spruch! Beweist nur, dass da jemand offensichtlich nicht weiß, wie in Emmerich der Hase flitzt.
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#3 Kalflack 30.10.2016 21:22
Sigmund. Ein aufgeblasener Labersack. Die Bundeswehr wird ja nachgewiesener Maßen so gut verwaltet. Da kann, nein muss Emmerich einfach dran genesen. Jeder bekommt eben das was er verdient. Die BGE anscheinend so einen Sigmund.
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#4 Basta 31.10.2016 13:30
zitiere Kalflack:
Sigmund. Ein aufgeblasener Labersack. Die Bundeswehr wird ja nachgewiesener Maßen so gut verwaltet. Da kann, nein muss Emmerich einfach dran genesen. Jeder bekommt eben das was er verdient. Die BGE anscheinend so einen Sigmund.

[vom Administrator gelöscht - bitte die Netiquette beachten!]. Oder ist es gar ein beleidigter Sozi?
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#5 Matze 31.10.2016 14:07
zitiere Kalflack:
Sigmund. Ein aufgeblasener Labersack. Die Bundeswehr wird ja nachgewiesener Maßen so gut verwaltet. Da kann, nein muss Emmerich einfach dran genesen. Jeder bekommt eben das was er verdient. Die BGE anscheinend so einen Sigmund.

Verbal inkontinent dieser Kalflack. Der labernde Bundi im Rathaus, der nichts auf die Kette kriegt, ist doch der Hienze. Lange war der stellvertretender und jetzt ist er der erste Bürger. Bisher haben die doch nichts richtig nach vorne gebracht, er und seine SPD in Emmerich!
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#6 Susanne M. 01.11.2016 09:11
Emmerich braucht genau solche Politiker wie Weicht und Sigmund. Sind super schlaue Köpfe. An solchen fehlt es vor allem bei der SPD. Die Frau dort an der Spitze kann nur Bildung und Soziales. Das allein reicht nicht.
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