Niedriger Krankenstand als Wirtschaftsfaktor
Kreis Kleve. Der Kreis Kleve ist die gesündeste Region im Rheinland. Andererseits ist auch hier die Zunahme von psychischen Erkrankungen bei den Arbeitnehmern auffällig. Die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve, das Kölner Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und die AOK-Regionaldirektion Kreis Kleve hatten deshalb klein- und mittelständische Betriebe zu einer gemeinsamen Informationsveranstaltung „Wenn die Psyche streikt“ eingeladen, die im Rathaussaal Kalkar von Bürgermeister Gerhard Fonck eröffnet wurde.
Die Gesundheit der Mitarbeiter ist ein bedeutender Produktivitätsfaktor. So gesehen ist der Kreis Kleve ein günstiger Wirtschaftsstandort. „Die Wirtschaftskrise ist zwar auch in unserer Region angekommen und auch hier gibt es die Tendenz zu mehr Langzeitkranken, die auf den wirtschaftlichen Druck, die Belastungen im Arbeitsumfeld und die Sorge um Ihren Arbeitsplatz mit psychischen Erkrankungen reagieren“, erklärte der stellvertretende AOK-Regionaldirektor Willy Looschelders. „Trotzdem ist der Krankenstand hier im Vergleich zu anderen Regionen immer noch sehr niedrig. Weitere Standortvorteile sind die qualitativ guten Arbeitskräfte, die mit ihrer Heimat verwurzelt sind und dem Unternehmen, in dem Sie tätig sind, ein hohes Maß an Identifikation und Loyalität entgegenbringen.“
Eine „Liebeserklärung“ an den Kreis Kleve gab es auch von Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers, der über Lagegunst, Menschenschlag und Unternehmergeist als wichtige Standortfaktoren für die Ansiedelung neuer Gewerbe referierte. Der Kreis Kleve zeichne sich neben dem niedrigen Krankenstand und vielen anderen Vorteilen auch dadurch aus, dass die Menschen hier bodenständig, offen, verlässlich und Werte erhaltend seien. Die überwiegende Zahl der Unternehmen im Kreisgebiet habe eine Betriebsgröße von fünf bis 50 Mitarbeitern. In kleineren und mittelständischen Betrieben identifizieren sich die Mitarbeiter besser mit dem Unternehmen, was auch Einfluss auf die Arbeitszufriedenheit, die Leistungsmotivation und das Verantwortungsbewusstsein hat und damit ein zentraler Faktor für den Erfolg des Unternehmens ist.
Arbeitsverdichtung, Arbeitsplatzunsicherheit, Wettbewerb und Globalisierung machen allerdings auch vor dem Kreis Kleve nicht halt und haben hier wie auch anderswo zu einer Zunahme psychischer Belastungen geführt, wie Heinz Kowalski, Geschäftsführer des BGF-Instituts erklärte. Alleine in den letzten fünf Jahren haben die Arbeitsunfähigkeitsfälle auf Grund Psychischer Erkrankungen und Verhaltensstörungen bei den AOK-Versicherten im Kreis Kleve um 24 Prozent zugenommen. Der Anstieg der Arbeitsunfähigkeitstage betrug sogar 41 Prozent. Das BGF-Institut der AOK Rheinland/Hamburg hält eine Vielzahl von Maßnahmen bereit, um hiesige Unternehmen vor dieser Entwicklung zu schützen oder dort, wo „das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“, für Minderung zu sorgen. Dabei stehen die drei Zielrichtungen der betrieblichen Gesundheitsförderung „Gesunde Verhältnisse“, „Gesundes Verhalten/Gesunde Führung“ und „Persönliche Gesundheitskompetenz“ im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Wie wichtig der wertschätzende Umgang mit Mitarbeitern ist, erläuterte der Organisationspsychologe Professor Dr. Dr. Michael Kastner von der Universität Dortmund. Es werde immer schwieriger, Mitarbeiter zu finden und zu binden, die mit der wachsenden Komplexität fertig und von ihr psychisch nicht beeinträchtigt werden. Die Unternehmen müssten deshalb etwas für die „Work Life Balance“ tun, um Mitarbeiter zu halten, die fähig und psychisch stabil bleiben, sich mit der Region und dem Unternehmen verbunden fühlen und sich hoch motiviert engagieren.
Unser Foto zeigt die drei Veranstalter des Kongresses zur Betrieblichen Gesundheitsförderung: Hans-Josef Kuypers von der WFG Kreis Kleve, Ralf Beutel vom BGF-Institut Köln und Willy Looschelders, stv. Regionaldirektor der AOK Kreis Kleve (v.l.).
Kurzmeldungen
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Infoabend für alle Hundefreunde in Rees
Rees. Am Samstag, 18. Februar, gibt es einen Themenabend zur Körpersprache durch. Beginn ist um 19 Uhr auf dem Fahrgastschiff Stadt Rees an der Promenade in Rees. Die Teilnahme kostet 15 Euro. Anmeldungen: 02823/9193842.
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Sterbehilfe-Matinee im Tichelpark-Kino
Kleve. Im Tichelpark Kino gibt es am Sonntag, 5. Februar, und Sonntag, 12. Februar, eine Matinée zum Thema Sterbehilfe. Um jeweils 12 Uhr wird erst der Film „Halt auf freier Strecke“ von Andreas Dresen gezeigt. Anschließend sollen die Besucher Gelegenheit haben, mit lokalen Hospizgruppen ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt kostet 5 Euro.
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FDP lädt zum Neujahrsempfang ein
Emmerich. Am Sonntag, 12. Februar, feiert die FDP Emmerich ihren Neujahrsempfang in der Societät in Emmerich. Beginn ist um 11 Uhr. Gastreferent ist in diesem Jahr der Landtagsabgeordnete Kai Abruszat. Er wird über das Thema Dichtheitsprüfung referieren.
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Jetzt kochen aber mal die Männer
Kleve. Am Dienstag, 14. Februar, beginnt in der FBS Kleve ein neuer Kochtreff für Männer. Er geht über fünf Dienstage und beginnt jeweils um 19 Uhr. Anmeldungen: 02821/72320.
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Gocher Festzelt wird aufgebaut
Goch. Auf dem Klosterplatz in Goch beginnen die Vorbereitungen für den Aufbau des Festzeltes. Halbseitig wird der Platz aus diesem Grund ab dem Abend des 6. Februar gesperrt. Dann werden die ersten Materialien für den Bau des Zeltes und der Toilettenanlagen angeliefert. Voll gesperrt ist der Platz ab dem Abend des 7. Februar, voraussichtlich bis zum 25. Februar. Er steht dann als Parkplatz nicht zur Verfügung. Auch das Parken an der Mühlenstraße wird dann nicht möglich sein. Der Parkstreifen ist ausschließlich für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge vorgesehen. Wer hier parkt, wird abgeschleppt.
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Die SPD Bedburg-Hau lädt zur Sprechstunde
Bedburg-Hau. Am Donnerstag, 2. Februar, veranstaltet die SPD Bedburg-Hau eine Bürgersprechstunde im Rathaus Bedburg-Hau. Ratsmitglied Rainer Dekkers und die sachkundige Bürgerin Karin Wilhelm stehen von 17 bis 18 Uhr für Fragen zur Verfügung. Man kann sie auch anrufen: 02821/66081.

