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Der kurze Traum vom Klinik-Konsens

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Klever CDU-Spitzen: (v.l.) Udo Janssen, Daniela Lestmeister und Jörg Cosar.Die Geschichte des Gocher Klinik-Krachs ist heute um ein neues Kapitel reicher geworden: Denn die Klever CDU schließt sich den Befürchtungen der Klever Ärzte an, dass in der Schwanenstadt bald nur noch ein "Rumpfkrankenhaus" stehen könnte und Patienten u.U. auf die lange, lange Reise ins 12 Kilometer entfernte Goch geschickt werden könnten. 30 "Patrioten in weiß", also Ärzte, hatten zuvor mit einem öffentlichen Brief protestiert. Jetzt hat auch die CDU einen Brief geschrieben. Und zwar an NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (war kürzlich beim Gesundheitstag in Goch!). Darin äußern CDU-Chef Jörg Cosar und Fraktionschef Udo Janssen ihre Bedenken gegen den Plan der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve (KKiKK): "Zwar mögen 12 Kilometer für einen gesunden Menschen nicht viel anmuten, für einen schwer Verletzten können diese aber zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes beitragen." Die Logik gilt ja aus unerfindlichen Gründen nur in der Richtung von Kleve nach Goch und nicht umgekehrt. Aber Udo Janssen erklärt: "Wir haben uns hier nur um unseren Krankenhausstandort zu kümmern. Wir haben dafür Sorge zu tragen, dass jede Versorgung, die hier nötig ist, auch möglich ist."

Die Meta-Ebene dieser Aussage kann man wohl so interpretieren: "Wir werden alles versuchen, die Verlegung von Abteilungen von Kleve nach Goch zu verhindern."

Aber das ist natürlich nicht so einfach, weil die KKiKK ein Unternehmen ist, das Entscheidungen ohne die Politik treffen darf. Deshalb will die CDU jetzt erstmal von Frau Ministerin wissen, ob die Verlegung rechtlich überhaupt erlaubt ist. Zitat aus dem Brief: "Wir möchten Sie als verantwortliche Landesgesundheitsministerin daher bitten, die genannte Maßnahme und gegebenenfalls weitere - uns bislang noch nicht bekannte - Maßnahmen im Zusammenhang mit der aktuellen Umstrukturierung auf Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen."

In der KKiKK-Zentrale wird man nun erstmal hinten rüberkippen. Denn dort glaubte man bis jetzt, dass endlich "Ruhe im Karton" sei. Vom Schreiben an die Ministerin hat die CDU die KKiKK gar nicht erst informiert. Macht nichts - die lesen ja auch Plotke´s Notiz-Blog....

Erst vor wenigen Wochen hatte es ja ein Gespräch zwischen KKiKK-Führung, Klever Stadtverwaltung und Fraktionsspitzen in Kleve gegeben und man gab anschließend eine große "Friede-Freude-Eierkuchen"-Pressemitteilung heraus. Cosar: "Damals kam uns das Konzept ja auch logisch vor." Aus und vorbei. Der CDU-Führung ist der einstige Konsens erstmal schnuppe, denn "uns liegt die bestmögliche Gesundheitsversorgung unserer Klever Bürgerinnen und Bürger am Herzen." Und die Bürger in Goch sind uns pupsegal. Aber das steht da natürlich nicht.

Olaf Plotke, 6. Juni 2012

 

Kommentare 

 
#1 Der da 06.06.2012 21:37
Die Herzöge von Kleve sind wieder auferstanden...
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#2 Michael Welbers 07.06.2012 08:19
Hier sind keine Herzöge auferstanden sondern Fähnchen im Winde.

Hat sich nicht die gesamte Klever Politik nach dem Infogespräch für den vorgeschlagenen Umbau der Kliniklandschaf t entschieden und den großen Konsens gelobt?

Wie immer interessiert die Herzöge nicht das Geschwätz von Gestern, klingt irgendwie doch nach dem 15ten Jahrhundert und dem Herzogtum!
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#3 Klever 07.06.2012 15:30
Da kann man sich für die eigenen Politiker nur schämen.
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#4 Hans-Georg aus dem Spring 07.06.2012 19:52
Es ist nach Ansicht von Experten (Rheinisches Wirtschaftsinst itut mit der Forschungsgrupp e Gesundheit und anderen renommierten Beratungsuntern ehmen wie z.B Price Waterhouse Cooper) längst bestätigt, dass Krankenhäuser in ländlichen Bereichen keine Überlebenschanc e haben, wenn sie sich nicht spezialisieren und auf ein Gesamtangebot verzichten. genau das geschieht hier mit der KKiKK. Offensichtlich man dort verstanden, dass es nur eine Strategie gibt um alle 4 Häuser im Verbund langfristig für die Bürger zu erhalten, nämlich die Spezialisierung . Nun ist die KKiKK in der glücklichen Lage diese Fachkompetenz innerhalb ihrer 4 Häuser aufteilen zu können. Das diese Aufteilungen nicht immer zufriedenstelle nd ausfallen, liegt in der Natur der Sache. Die Gocher Bürger haben die Gynäkologie mit ihren dazugehörigen Abteilungen auch nicht gerne nach Kleve ziehen sehen. Jetzt versucht eine kleine Gruppe von Klever Ärzten eine katastrophale Versorgungslück e zu suggerieren und den Klever Bürgern einzureden, dass die neue Krankenhausstru ktur der KKiKK für die Klever fatale Folgen hat. Und die Politik in Kleve läßt sich wider besseres Wissen vor diesen Karren spannen, der sich im Kreise um die eigene Kirchturmspitze dreht. Diese Art der Polemik ist verabscheuungsw ürdig. Ängste zu schüren ohne klare Beweise, Zahlen oder Fakten zu veröffentlichen entbehrt jeglicher sachlicher Grundlage.
Mein Appell an diese Gruppe der Klever Ärzte und den wenig einsichtigen Klever Politikern ist: Machen sie sich kundig zum Thema Erhalt von Kliniken im ländlichen Bereich. Beschäftigen sie sich mit den bereits dazu veröffentlichte n wissenschaftlic hen Studien. Dort finden sie viele Sachargumente, die den jetzt eingeschlagenen Weg der KKiKK bestätigen. Und hören sie auf Angst und Schrecken in der Bevölkerung zu verbreiten.
Sollte das Ganze aber darauf abzielen, den Standort für ein Zentralkrankenh aus im Kreis Kleve latent zu unterstützen, wird die Sache aus meiner Sicht scheitern, weil Kleve der sicher ungünstigste Standort im Kreis dafür wäre.
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#5 Der da 07.06.2012 23:13
Könnte der ganze Aufstand der Ärzte was mit Abrechnungsmech anismen zwischen KH und Ärzten zu tun haben?
Ich kann mir einfach nichtvorstellen das es den Ärzten wirklich um das Wohl der Patienten geht.
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#6 Jens-Uwe Habedank 11.06.2012 13:04
Es zeigt sich doch, dass die (Klever) CDU nicht weiß, was sie tut und nicht nach Fakten und Ergebnissen handelt, sondern sich nach Weltanschauung festlegt - um es ggf. notwendigerweis e korrigieren zu müssen.(Gilt aber für alle Fraktionen im Rat...). Einer gibt was vor und die Lemminge folgen, erst danach wird nachgedacht und (wenn der Druck groß genug ist-nicht das Gewissen-) revidiert.
Es waren doch Verwaltung und CDU in Kleve, die mal wieder darauf hinarbeiteten den KKIKK- Beschluss bzgl. Goch/ Kleve mitzutragen; Im Frühjahr 12...

Nun fallen Sie um - was die Dilettantenbude der CDU erklären mag. Hoffentlich erkennen das auch mal die Wähler.
Wie wäre es gewesen, wenn die CDU Kleve sich mal erst mit Ärzten und BürgerInnen unterhalten hätte bevor sie ihre göttlich anmutenden Erklärungen zu etwas abgibt?!

Zwei Dinge noch:
1) Lesmeister - nicht Lestmeister...
2) Dem Vernehmen nach die Hoffnung bei den nächsten BM-Wahlen...?
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#7 Helmut Rother 17.06.2012 11:57
Einen Konsens aufzukündigen ist eine Sache - die dabei gelieferten Begründungen eine andere. Der Konsens der seit geraumer Zeit eigentlich auch mit und für die "Schnellmerker" der CDU in Kleve transportiert wurde, beinhaltet bereits vollzogene Verschiebungen von Fachabteilungen . Also hier nochmals langsam - für die Klever CDU zu mitschreiben - wer den Umzug des Bauchzentrums nach Goch ministeriell prüfen lassen will bzw. in Frage stellt, stellt die Umzüge/Verlagerungen insgesamt (also auch die der Gyn und des Brustzentrums) in Frage. Bei der neuen Aufstellung der KKiKK geht es nicht nur um eine in der egoistischen und von der Grundeinstellun g eigentlich verabscheuungsw ürdigen Einstellung Klever CDU Politiker geforderten ausschließliche n Versorgung der Klever Patienten, sondern der Patienten im gesamten Kreis. Wer das intellektuell nicht erfassen will oder kann, dem ist eigentlich vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion und Verfügbarkeit von Fakten nicht mehr zu helfen.
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#8 Leser 25.06.2012 10:11
Hans Goerg und Helmut, wie Recht Ihr doch habt. Was bleibt zur CDU Kleve noch zu sagen......ich biete einfach zwei Zitate an:

"Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont", Konrad Adenauer

"Mittelmäßige Geister verurteilen für gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht", François de La Rochefoucauld
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#9 Willem Heuvens 25.06.2012 13:30
@ Leser

Die Sprüche würde ich nicht auf die CDU, sondern auf viele "Führungskräfte" in der heutigen Zeit beziehen, Mundwerker statt Hand- und Kopfwerker.
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#10 Leser 25.06.2012 14:30
@Willi

Vollkommen richtig. Aber was mich überrascht: Ausnahmsweise nimmst Du den Brauer nicht von der Kritik aus...was ist los?
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#11 Wim Heuvens 25.06.2012 16:12
Brauer hat mit diesen Dingen sehr wenig zu tun, ich beurteile den Klever Bürgermeister in der Gesamtheit seiner Leistungen seit erstem Amtsantritt.
Glaube mir, ich kenne viele Führungskräfte, der Klever BM ist mir mit Abstand am liebsten, da er menschlich und sozial denkt und darüberhinaus diese Fähigkeiten hat, die ich bei vielen Vorständen, Geschäftsführer n und Kommunal"größen" vermisse.
Kleve lebt wieder, vorher vegetierte Kleve dahin.
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#12 Jens-Uwe Habedank 25.06.2012 17:53
Oh Olaf Plotke - schenke uns einen Thread über das Duo Willi-Theo....!

Willi: Kompletter Widerspruch zu der Einschätzung vom Meisterbürger - aus der Erfahrung, und nicht Tee-Abenden, heraus!
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#13 Willem Heuvens 26.06.2012 06:12
@ Jens-Uwe

Man kann mit ihm sachlich und fachlich auf hohem Niveau diskutieren. Er setzt allerdings hohe Qualität voraus. Diese Qualität hatten seine Vorgänger bei weitem nicht.
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#14 Willem Heuvens 26.06.2012 12:43
@ Jens-Uwe

Obwohl ein Thread Willi und Theo .... könnte mir gefallen. Da kommen wieder viele Neider aus ihren Löchern hervor .... herrlich.
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