Superschulstandort Kleve: Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?
Präsentation der Ergebnisse der Elternbefragung gestern im Schulausschuss in Kleve. Meine erste Reaktion als ich –verspätet- den Ratssaal betrat: „Gar nicht so viele Leute da!“ Zumindest mussten keine extra Stühle rangeschafft werden. Es kann natürlich auch an der Uhrzeit gelegen haben – 14.30 Uhr. Da werden nicht allzu viele Eltern Zeit haben.
Die Präsentation der Ergebnisse hat dann auch für keine große Aufregung gesorgt, weil sich alle bösen Unterstellungen, die Stadtverwaltung würde die Ergebnisse manipulieren, als klare Paranoia erwiesen haben.
Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig. Die Eltern wollen eine Gesamtschule, bzw. sie wollen sogar zwei. Vermutlich wollten die Befragten „auf Nummer sicher“ gehen und haben deshalb so eindeutig gewählt, dass nun eigentlich in Kleve zwei Gesamtschulen eingerichtet werden müssten.
Das wird aber wohl nicht passieren, weil angeblich die Bezirksregierung bereits signalisiert hat, dem nicht zustimmen zu wollen.
Welche Szenarien sind also denkbar?
Wahrscheinlich erscheint die Errichtung einer Gesamtschule in Kleve plus die Einführung von zwei Sekundarschulen. Die werden wohl auch in Kleve stehen, da die Eltern in Kranenburg und Bedburg-Hau nicht so begeistert waren von der Idee, einer Schule mit mehreren Standorten. Sie wollen, dass ihr Kind an einer Schule an einem Ort lernt.
Also wird alles an Kleve hängen bleiben.
Und genau darüber werden sich die Politiker jetzt die Köpfe zerbrechen müssen. Denn es werden wohl rund 750 Schüler aus den umliegenden Kommunen sein, die dann in Kleve eine Schule besuchen werden. Das bedeutet vor allem enorme Kosten für Kleve. Kämmerer Willibrord Haas prognostizierte gestern, dass der Klever Grundsteuerzahler künftig nicht mehr 30 Euro im Jahr pro Fremdschüler (Die werden wirklich so genannt) berappen muss, sondern 70 Euro!
Also müssen die anderen Kommunen „mit ins Boot“, z.B. indem für die Gesamtschule ein Zweckverband gegründet wird, wie es ihn auch für die Gesamtschule in Goch gibt.
Dummerweise ist Bedburg-Hau genau da schon Mitglied und kann da nicht aussteigen, wenn man nicht viel, viel Geld verlieren will. Geld, das die klamme Kommune echt nicht verschenken kann. Und eine Doppelmitgliedschaft in Goch und Kleve wird man sich in Bedburg-Hau auch nicht leisten können.
Was passiert eigentlich mit den Hauptschulen in Bedburg-Hau und Kranenburg? Die können dicht machen und sollen keine Anmeldeverfahren mehr durchführen.
Aber auch in Kleve werdn bald in einigen Schulen „die Lichter ausgehen“. Es wird wohl künftig nur noch eine Realschule geben und langfristig auch nur noch ein Gymnasium.
Die Schließung von Schulen ist immer eine heikle Angelegenheit, die Stoff für jede Menge Ärger bietet, weil hier Eltern, Schüler, Lehrer und ehemalige Schüler Stunk machen.
Die Politiker in Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg sind also nicht zu beneiden um die Entscheidungen, die sie in den nächsten Tagen fällen müssen. Am 14. Dezember wird der Klever Stadtrat entscheiden. Eins steht jetzt schon fest: Anschließend „wird sein Heulen und Zähneklappen“ (Matthäus 13, 42).
Olaf Plotke, 30. November .2011
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Kommentare
Was dennoch "gewöhnungsbedür ftig"( aber hier nicht mehr relevant)ist, sind die von Dr. Garbe ausgewiesenen Werte "Gewichtung Garbe -Consult". Wonach ist das denn erstellt worden?
Eine ähnliche Präsentation, mit "Gewichtungsfakt oren", habe ich von Dr. Garbe im Sommer in Straelen erlebt - die wurde ihm von den Eltern und Lehrern um die Ohren gehauen...
Soweit so gut (?). Will bestimmt nicht und (Achtung!) will eher nicht anmelden zählt dagegen beides zu 100%. Das halte ich allerdings für manipulativ.