1. Skip to Menu
  2. Skip to Content
  3. Skip to Footer>

Und Kleve bleibt für immer!

E-Mail

Mal ganz ehrlich: Wie viele französische Könige kennen Sie?

Ich tippe mal zwei: Ludwig XVI., weil er der Dumme war, der 1793 für alle seine Vorgänger "den Kopf hinhalten" musste und Ludwig XIV., den die französischen Revolutionäre wohl viel lieber zur Guillotine geführt hätten. Allerdings war der "Sonnenkönig" da schon fast 80 Jahre tot.

Ludwig XVI. hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man so als Herrscher in revolutionären Zeiten falsch machen kann und obendrein hatte er auch noch eine verschwenderische Frau, die so durchgeknallt war, dass sie angeblich den Satz "Die Armen haben kein Brot mehr zu essen" mit dem Spruch konterte "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen!" Ja, so lustig war das Monarchenleben damals. Letztlich verging ihr das Lachen natürlich genau so wie ihrem Mann.

Ludwig XIV. dagegen hatte da schon ein besseres Marketing und obendrein ein nachhaltiges. Okay, die Verschwendung und Prunksucht des Königs wird bis heute auf die Negativseite gebucht, aber das unübersehbarer Resultat dieser Wesenszüge, sein Traumschloss in Versailles, gucken sich die Menschen dann doch gerne an und kriegen sich fast gar nicht mehr ein vor Schwärmerei. Er zettelte natürlich auch allerlei Kriege an, was für einen absolutistischen Herrscher ja in der Regel recht angenehm ist, weil man nicht selbst in den Krieg ziehen muss, sondern das eigene Volk schickt, das dann kämpfen und sterben muss. Im Lexikon steht am Ende über so einen Mann dann trotzdem so was wie das hier: "Als Ludwig XIV. am 1. September 1715 (...) starb, hatte er das französische Territorium wie keiner seiner Vorgänger vergrößert. Frankreich war der mächtigste Staat und kulturelles Zentrum Europas." (Quelle: Wikipedia)

Ludwig XIV war vermutlich nicht gerade das, was man heute einen Team-Player nennt. Widerspruch kam bei ihm auch nicht so wirklich gut an. Und selbst ausgemachte Geschichtsdeppen kennen diesen Satz von ihm, mit dem er klarstellte, wer in Frankreich einzig und allein das Sagen hat: "L´état c´est moi!" - "Der Staat bin ich!"

Der "Sonnenkönig" ist ausgestorben, und doch gibt es ihn noch. Einige der hauptamtlichen Bürgermeister in unserem Land bekommen, ob eines Wahlergebnisses von 60 und mehr Prozent, ab und an einen Höhenrausch und verlieren ihre Bodenhaftung mit allem, was dazu gehört. Das Volk reagiert darauf dann mit dem Etikett "Sonnenkönig", das es dem Bürgermeister anheftet und ihn bei nächster Gelegenheit abwählt. Dieses Verfahren ist in vielerlei Hinsicht ein zivilisatorischer Fortschritt für alle Beteiligten. Ist das die Stadt? Ute Schulze-Heiming.

Die gerade frisch wieder gewählte Klever Stadtmarketing-Chefin Ute Schulze-Heiming hatte das Etikett "Sonnenkönig" bislang noch nicht angeheftet bekommen. Vielleicht klebt das ja auch schon woanders. Könnte sein, dass sich das nun ändert, denn ein treuer Leser machte mich auf eine Diskussion aufmerksam, die die Stadtmarketing-Chefin vor einem Jahr mit einem Administrator des Online-Lexikons Wikipedia geführt hat.

Bei Wikipedia darf ja jeder Lexikoneinträge schreiben und verändern. Auch den der Stadt Kleve. Das ist so und genau deshalb kann man ja auch schon mal Zweifel an der Richtigkeit und Unabhängigkeit des Lexikons hegen. Nun hat wohl irgendwer am Klever Wikipedia-Eintrag herumgefummelt, was der Stadtmarketing-Chefin nicht so passte. Und darauf schrieb sich dann offenbar leicht "angesäuert" an Wikipedia: "Dennoch, ich finde es ungehörig, wenn jemand, der von Seiten der Stadt keinerlei Legitimation hat auf einer Seite über die Stadt Kleve Änderungen vorzunehmen." Wenn man so einen Satz raushaut, muss man natürlich die eigene Legitimation begründen. Hat sie auch gemacht. Und zwar so: "Ich bin die Stadt!"

Das könnte jetzt Bürgermeister Theodor Brauer doch ein wenig stören. Aber es ist auch nicht nett von mir, diesen Satz hier so hinzustellen und so zu tun, als hätte Ute Schulze-Heiming irgendwelche Sonnenkönig-Anwandlungen. Denn eigentlich wollte sie ja nur klarstellen, dass sie im Gegensatz zu irgendwelchen anderen Schreibern eine offizielle Berechtigung hat, offizielle Dinge über Kleve zu schreiben.

Im Übrigen mögen wir den Satz "Der Staat bin ich" m.E. deshalb nicht, weil wir ihn aus unserer Perspektive von Demokraten lesen. Dabei hat Ludwig XIV. ja nur gesagt, was aus seiner Perspektive ganz richtig war. "Das persönliche Selbst fasst sich auf als den Inbegriff der allgemeinen Interessen; das Ich wird der Staat", erklärt Leopold von Ranke im 12. Buch seiner "Französischen Geschichte".

Es gibt ja auch eine Fortsetzung des Satzes von Ludwig XIV. selbst. Auf seinem Totenbett soll er gesagt haben: "Je m'en vais, mais l'Etat demeurera toujours." - "Ich gehe fort, aber der Staat bleibt für immer." Gilt auch für Kleve.

 

Olaf Plotke, 1. August 2011

 

 

Kommentare 

 
#1 Wim Heuvens 01.08.2011 15:21
Viel Getöse um nichts, man sollte garnicht soviel über die Wahl und über die Vertragsverläng erung berichten, ich denke, die Kandidatin paßt nicht in die Reihe der Profis von Kleve ..... aber viele Amateure spielen in der Kommunalpolitik in der Ersten Liga, ihr Platz wäre die 3. Kreisklasse.
Zitieren
 
 
#2 Jens-Uwe Habedank 03.08.2011 21:08
Frau USH benimmt sich doch nur wie ihr Mentor TB (Nein, nicht TenBrinke..) - was sollte man anderes erwarten...?
Zitieren
 
 
#3 Wim Heuvens 04.08.2011 07:28
Die Bildungsgröße, das Wissen, das Können eines TB vermisse ich jedoch bei USH.
Zitieren
 
 
#4 Jens-Uwe Habedank 04.08.2011 13:20
Ach Willi!
Wir wissen's ja: Theo war hunderte Jahre lang Pädagoge - deshalb muss er aber nicht immer alle so behandeln als seien sie Klippschüler...
Das hat weder was mit Wissen, noch mit Bildung zu tun. Gerade bei einem Schmied einer Bildungs-Verhinderungs-Allianz begibst du dich auf's Glatteis.
Quod licet jovi-non licet bovi...
Zitieren
 
 
#5 Wim Heuvens 04.08.2011 15:17
Franz-Josef Strauß war hochintelligent und ein Fachmann für Wirtschaft und Finanzen, obwohl er mein politischer Gegner (Feind) war.
Zitieren
 
 
#6 Jens-Uwe Habedank 10.08.2011 19:10 Zitieren
 
  • Banner
  • Banner

Werbung

Werbung

  • Banner

Neueste Kommentare