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Freitag 18 Mai 2012

Macht Brüssel uns den Flughafen dicht?

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Dem Flughafen Weeze droht neues Ungemach. Eine EU-Kommission leitete eingehende Untersuchun-gen aufgrund des Zusam-menspiels mit dem Kreis Kleve ein.Kreis Kleve(29.1.2012). Macht die EU-Kommission den Flughafen in Weeze-Laarbruch dicht? Zumindest prüft sie, ob die Gewährung von 34 Millionen Euro Steuergeld als Darlehen durch den Kreis rechtmäßig war. Was im schlimmsten Fall droht, weiß derzeit niemand.
Die Grünen-Fraktionschefin Ute Sickelmann gilt als eine versiertesten Flughafen-Kritikerinnen. Sie begrüßt den Vorstoß der EU-Kommission: „Es ist gut, dass die dauerhafte öffentliche Subventionierung des Flughafens endlich überprüft wird. 34 Millionen Euro sind ja kein Pappenstiel. Und damit ist ja nicht Schluss. Es zeichnet sich ab, dass der Flughafen ein dauerhafter Subventionsbetrieb wird.“
Was sie besonders ärgert: Das Geld, das am Projekt Flughafen gebunden ist, steht für andere Dinge nicht zur Verfügung. Sickelmann: „Der Flughafen ist das Ergebnis von Großmannsträumen, die man nur realisiert, weil sie nicht das eigene Geld kosten.“
Schuld an der Misere sind ihrer Meinung nach vor allem die Kreistagsfraktionen von CDU und SPD, die den Flughafen immer ge-wollt hätten. „Selbst als die ersten Krisen Probleme offenbarten, wurde unser Vorschlag eines geordneten Rückzugs ausgeschlagen“, so Sickelmann.
Mittlerweile sind aber so viele Millionen nach Laarbruch geflossen, dass Sickelmann glaubt, Landrat, CDU und SPD könnten sich einen Ausstieg aus politi-schen Gründen nicht mehr erlauben – der Gesichtsverlust wäre zu groß. „Ich kann mir gut vorstellen, dass die sich insgeheim freuen würden, wenn die EU-Kommission das Projekt beendet“, erklärt Sickelmann. „Dann könnte man Brüssel den schwarzen Peter zuschieben und so tun, als hätte man selbst eigentlich alles richtig gemacht.“
Weil der Flughafen seine Zinsverpflichtungen gegen-über dem Kreis Kleve nicht zahlen kann, wird der Kreis nun Anteile in Höhe von 1,4 Millionen Euro überneh-men. : „Wir hätten besser die ganze Fläche aufforsten sollen, statt in einen Flug-hafen zu investieren“, sagt Grünen-Chefin Ute Sickel-mann. Für Ute Sickelmann ein Vorgehen, dass mit weiteren Risiken behaftet ist: „Wenn wir Anteilseigner sind, werden wir auch für die Risiken mithaften müs-sen!“
Eine gänzlich andere Positi-on nimmt Roland Katzy ein. Ohne Rücksicht auf kreisweite Belange werde von Einzelpersonen geradezu fanatisch gegen ein Hoffnungsprojekt vorgegangen, ärgert sich der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Für ihn ist das Einschreiten der EU-Kommission ebenso überraschend wie fragwürdig. Landes und bundesweit seien Anschubfinanzierungen nichts Ungewöhnliches. Als Beispiel nennt Roland Katzy Zahlungen an die Autoindustrie.
Darüber hinaus diene der Weezer Flughafen unbestreitbar dem Allgemeinwohl. „Ich kann nur hoffen, dass das bei der Untersuchung berücksichtigt wird“, so Katzy. Die SPD-Kreistagsfraktion werde alles dafür tun, um das Highlight Airport zu erhalten… ohne die Steuerzahler-Millionen aus den Kreiskassen aus den Augen zu verlieren. „Wir haben schließlich nichts zu verschenken. Ein staatliches Flughafen-Unternehmen wollen wir aber auch nicht.“
Die CDU-Kreistagsfraktion war zu keiner Stellungnahme bereit.

Michael Terhoeven/Olaf Plotke

 

Kommentare 

 
#1 Friedrich Hecker 29.01.2012 12:48
Das ist aber eine muntere Begründung, die Frau Sickelmann abgibt. Nun, sie beachtet nicht, dass es keinen Flughafen in der Welt gibt, der nicht subventioniert werden muß. In irgendeiner, noch so versteckten Form. Ist ja in Düsseldorf so geschehen. Wir brauchen in NRW einen vernünftigen Luftverkehrsweg eplan. Darum drückt sich aber das Parlament. Man würde dann wohl feststellen, dass Weeze ein sehr guter Ort für einen Flughafen wäre. Aber dazu müßte man uralte Scheuklappen und Privilegien abwerfen. Die Diskussion über Ryanair und Co, das ist eine ganz andere.
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