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Freitag 18 Mai 2012

Schutzwall für den Kalkarer Einzelhandel

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Der Schutzwall um die Kalkarer Innenstadt. Grafik: Junker und KruseKalkar(5.2.2012). Innenstadt-Experte Rolf Junker hat das Einzelhandelskonzept für Kalkar vorgelegt und eine knallharte Empfehlung gegeben, um die Innenstadt zukunftsfähig zu machen: Der Stadtrat soll bestimmte Einzelhandelsansiedlungen außerhalb des Innenstadtkerns verbieten.

„Gegen die autokundenorientierten Versorgungsstandorte am Siedlungsrand ist der innerstädtische Einzelhandel machtlos“, schreibt Junker. Er empfiehlt deshalb eine Art virtuellen Schutzzaun um die Innenstadt zu ziehen und zwar mit einer so genannten „zentrenrelevanten Sortimentsliste“. Darin sind alle Handelsgruppen aufgezählt, die es nur in einem definierten Innenstadtbereich geben darf, z.B. Bekleidung, Elektrogeräte, Sportschuhe, Spielwaren, Bücher, Lederwaren, Nahrungsmittel, Schnittblumen, Zeitungen etc. Der zu schützende Innenstadtbereich würde sich von Netto über das NHG-Gelände und Lidl bis in die Innenstadt erstrecken. Außerhalb dieses Bereichs darf sich dann kein Handel mehr ansiedeln, der Produkte anbietet, die auf der „zentrenrelevanten Sortimentsliste“ stehen. Warum ist dieser Schutz des innerstädtischen Handels gegen Konkurrenz wichtig? „Für ein vitales und attraktives Stadtzentrum ist ein florierender Einzelhandel jedoch immer noch unerlässlich“, schreibt Junker. „Immer noch ist er wichtigster Besuchsgrund für Innenstädte.“

Kalkars Innenstadt leidet nach Ansicht des Experten aber unter zu kleinen Flächen für große Geschäftsansiedlungen. Er empfiehlt Ladenlokale zusammen zu legen, um so attraktive Größen zu erreichen.

Und er bemängelt, dass es bislang nicht gelungen ist, Akzente für den Einkaufsort Kalkar zu setzen. Das historische Stadtbild dominiert so stark, dass der Einkaufs­ort Kalkar untergeht. Junker: „Hier empfiehlt sich eine klare Positionierung des Stadtraums, der eine deutliche Aussage über die Funktion des Ortes formuliert und damit Besucherströme konsequent leitet.“

Am 9. Februar wird sich der Planungsausschuss mit dem Einzelhandelskonzept beschäftigen.

 

Kommentare 

 
#1 Olaf Boothe 05.02.2012 19:31
Ein Junker im Mittelalter hätte mit solchen Ideen sicher den Stadtrat begeistern können, im 20. Jahrhundert braucht es schon bessere Ideen Einzelhändler anzusiedeln.
Eine Autokundenorien tierte Innenstadt würde nur eine Basis bieten Einzelhändler dazu zu bewegen den Standort zu belegen. Leider haben die Maßnahmen der letzten Jahre und gerade die erneute Verschönerung des Marktes mit Pöllern dafür gesorgt das Kunden die Innenstadt meiden.
Immobilien in der Innenstadt befinden sich im Privatbesitz- eine Zusammenlegung und die Mietpreise pro Quadtartmeter legen die Besitzer fest- nicht der Stadtrat.
Dem Einzelhändler der sich ansiedeln will werden wohl sämtliche Reglementierung en von seinem Vorhaben abhalten und er wird sich in einer umliegenden Gemeinde ansiedeln.
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