Anmerkungen vom 7. März 2010
Von Reinhold Kolsberger
Ob Hund oder Haus, Baum oder Blume, kaum ein Tag im Jahr, der nicht irgendwem oder irgendwas gewidmet ist. So wundert es nicht wirklich, dass auch dieser Sonntag damit aufwarten kann: Der 7. März ist der Tag der gesunden Ernährung!
Nun kann man zunächst einmal trefflich darüber streiten, ob ein „Tag der Ernährung“ in die Fastenzeit passt, Tag des Verzichts wäre vielleicht besser gewesen. Immerhin bringen 53 Prozent aller Menschen im Kreis Kleve zu viel auf die Waage.
Es ist also schwer was los bei uns, doch das gefällt den Krankenkassen nicht so gut. Sie bevorzugen eher die Leichtigkeit des Seins und empfehlen mehr Obst, viel trinken und weniger Fett und Zucker. Das sind natürlich keine neuen Erkenntnisse, aber, so die Experten weiter, es mangelt uns an Durchhaltevermögen und Willen, will heißen: Die guten Vorsätze sind allzu schnell Schnee von gestern. Damit aber am Ende nicht immer der innere Schweinehund triumphiert, gibt es gute Ratschläge. Mit der Ernährungsumstellung starte man am besten ganz entspannt am Wochenende. Das mache es dem Körper leichter, die Umstellung zu verkraften.
Wenn Sie dann noch das schöne (und nicht enden wollende) Winterwetter für einen ausgedehnten Spaziergang nutzen, dann sind Sie sicherlich auf dem richtigen Weg zur Frühlingsfigur.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 28. Februar 2010
Von Reinhold Kolsberger
Es ist kaum zu glauben, aber bis der erste Ball bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika rollt, vergehen gerade noch gut hundert Tage. Das lässt uns zurück blicken und mit Erstaunen feststellen, dass das Sommermärchen schon fast vier Jahre vorbei ist.
Und weil es am 11. Juni wieder losgeht, haben die Gocher jetzt schon einmal den Ball auf den Anstoßpunkt gelegt. Im Stadtpark wird zur WM wieder ein „Öffentliches gucken“ oder neudeutsch „Public Viewing“ stattfinden. Das an sich wäre nicht Besonderes, aber, die Gocher machen keine halben Sachen. Schon vor vier Jahren zählte man bis zu 10.000 Besucher im Stadtpark. Nun passen bis zu 15.000 rein. Die Leinwand stand vor vier Jahren auf dem Stuttgarter Schlossplatz und zählt zum Größten, was in Deutschland zu haben ist. Und ebenfalls typisch Goch ist es, dass wieder viele mit im Boot sind, Fußball ist schließlich ein Mannschaftssport.
Natürlich soll nicht nur der Ball, sondern auch der Rubel rollen, aber der Eintritt zu den Übertragungen ist frei. Den Umsatz soll das Drumherum bringen. Sponsoren ermöglichen ein Übriges. Das Ergebnis ist auf jeden Fall bemerkenswert.
Goch nennt sich auch „Miteinanderstadt“. WM bekommt da doch gleich ein ganz anderen Klang: In Goch steht das nämlich für „Wir Miteinander“.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 21. Februar 2010
Von Reinhold Kolsberger
Die Fastenzeit hat begonnen. In den sieben Wochen vor Ostern nutzen viele Menschen die Zeit, um Verzicht zu üben und so zur inneren Einkehr zu kommen.
Dass gerade in dieser Zeit, nämlich am nächsten Sonntag, mit einem Gedächtnisgang von Rees ins niederländische Megchelen an die Menschen erinnert wird, die Anfang 1945 im Zwangarbeiterlager Rees – einer alten Ziegelei - unter unmenschlichen Bedingungen lebten, passt da gut. Jahrzehntelang wurde gar nicht oder kaum über diese Zeit gesprochen, doch die Nachkriegsgeneration möchte wissen, was damals passierte. Denn von den rund 3.750 Menschen, meist Niederländer, die in Rees und Bienen untergebracht waren und an dem militärisch eher unsinnigen Westwall schufteten, kamen rund 350 ums Leben.
Aber ganz vielen Menschen gelang auch die Flucht. Rund 1700 wurden allein in Megchelen aufgenommen und versorgt. Geholfen haben dabei Deutsche und Niederländer. Den Weg, denn die Zwangsarbeiter damals nahmen über Felder und Wiesen wird man am nächsten Sonntag noch einmal nachgehen. Mitgehen kann jeder. Die 8,5 Kilometer bieten Zeit zur Besinnung und zur Nachdenklichkeit, aber dass ein solcher Gedächtnisgang heute problemlos möglich ist, ist auch ein Verdienst des jahrzehntelangen Friedens im zusammenwachsenden Europa und der guten Nachbarschaft entlang der Grenze.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 14. Februar 2010
Von Reinhold Kolsberger
Die Kappe sollten sich die Narren ziemlich fest über die Ohren ziehen, denn das Karnevalswochenende zeigt sich wettermäßig von seiner frostigen Seiten. Besonders am Sonntag sollten sich die Narren warm einpacken. Am Montag könnte dann auch mal die Sonne vorbeischauen.
Immerhin können die Karnevalisten am Straßenrand froh sein, dass überhaupt allerorten die Züge rollen. Wollten doch zwischen Kranenburg und Keppeln schon so manche Karnevalisten statt Kamelle lieber die Brocken hinschmeißen, denn besonders bei den Wagenbauern geht in den letzten Wochen ein Gespenst um und das heißt „TÜV-Gutachten“. Dabei hatten die Klever eigentlich nur wissen wollen, ob man Besonderes beachten muss, wenn es abwärts geht. Bekanntlich rollt der Klever Rosenmontagszug in diesem Jahr von der Oberstadt runter nach Kellen.
Doch die Anfrage brachte eine längst bestehende Verordnung in Erinnerung und damit fing der Ärger an. 100 Euro für das drei Jahre gültige Gutachten verlangt der TÜV. Dumm nur, dass nicht alle Wagenbauer im ersten Anlauf das begehrte Schriftstück bekamen. Manche mussten umbauen und das ging oft ins Geld.
Was lehrt uns das: Sicherheit ist wichtig, aber die Wagenbauer sind schon auch Eigeninteresse immer sehr verantwortungsvoll gewesen. Durch immer mehr Erlasse, Verordnungen und Auflagen bremst man das ehrenamtliche Engagement aus. Irgendwann ist dann Schluss mit lustig.
So weit sollte es eigentlich nicht kommen. In diesem Sinne noch ein dreifaches Helau.
Anmerkungen vom 7. Februar 2010
Von Reinhold Kolsberger
Der Niederrheiner an sich ist vorsichtig. Er bewegt sich nicht gerne auf unbekanntem Boden. Eine Entscheidung will stets wohl überlegt sein. Zwar greift der Niederrheiner nicht gleich zur Teetasse, aber abwarten ist sicherlich eine seiner Stärken.
Deutlich wurde das bei der Jahrespressekonferenz der Sparkasse Kleve. Nicht weniger als 113 Millionen Euro könnten die Kunden des Hauses als Kredite – wohl gemerkt bereits genehmigte – sofort abrufen, aber der Niederrheiner schaut erst einmal, wie sich die Lage entwickelt. Und die ist bei uns gar nicht so übel. Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region hat sich bislang als erstaunlich robust erwiesen. Das Handwerk hat mehr unter dem frostigen Wetter zu leiden, als unter der Finanzkrise.
Natürlich gibt es auch Unerfreuliches. Maschinenbauer und Automobilzulieferer etwa sind als exportabhängige Industrie deutlich stärker betroffen. So ganz auf der Insel der Seligen leben wir halt auch nicht. Doch verglichen mit anderen Ländern und auch anderen Regionen in Deutschland sind es noch nicht einmal Dellen sondern allenfalls Schrammen, die wir bislang davon getragen haben.
Und in der Bilanz der Sparkasse Kleve sind noch nicht einmal die zu sehen. Die regionalen Kreditinstitute – und nicht nur die Sparkasse - gehen gestärkt aus der Krise hervor, auch weil die Menschen hier vorsichtig sind und auf das vertrauen, was sich seit Jahrzehnten bewährt hat.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 31. Januar 2010
von Reinhold Kolsberger
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen drängten sich die Medien auf der Klever Schwanenburg. Nach dem spektakulären Prozess wegen des Mordes an einer jungen Kurdin ging es jetzt um „Sex and Crime“.
Der Polizist, der eine junge drogenabhängige Frau zum Geschlechtsverkehr genötigt haben sollte, wurde allerdings freigesprochen. Das ist auch völlig in Ordnung, schließlich räumte die Frau ein, dass sie das Begehren des Mannes nicht wirklich abgelehnt hätte.
Kurios bleibt das Urteil dennoch. Denn das Gericht glaubte der jungen Frau, obgleich der Beamte recht theatralisch „beim Leben seines Sohnes“ geschworen hatte, mit der Frau nichts gehabt zu haben.
Erkenntnis: Hier hat einer nicht die Wahrheit gesagt. Für den Beamten, der vom Gericht nicht vereidigt wurde, kann die Aussage noch ein unangenehmes Nachspiel haben. Vor allem bei seinem Dienstherrn dürften noch Fragen offen geblieben sein.
Die erstaunte Öffentlichkeit nimmt indes ein Urteil zur Kenntnis, dass nicht ohne Beigeschmack bleibt. Die Wahrheit bleibt auch nach der Verhandlung im dunklen. Aber wie heißt es oft: Nirgendwo wird so viel gelogen, wie vor Gericht.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Kurzmeldungen
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Einbrecher verwüsteten Schulgebäude
Goch. In der Nacht zu Dienstag drangen Unbekannte in das Gebäude der St.-Georg-Schule an der Gertrudstraße ein. Die Täter schlugen eine Verglasung ein und gelangten in den Küchenbereich und Speiseraum. Dort brachen sie mehrere Schränke auf. Die vorgefundenen Lebensmittel zerstreuten sie auf dem Boden oder beschmierten damit Tische und Wände. Ohne irgendwelche Beute verließen die Einbrecher das Schulgebäude. Hinweise bitte an die Kripo Goch unter Telefon 02823-1080.
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Einbruch schlug fehl
Goch. In der Nacht zu Dienstag versuchten unbekannte Täter in den im Bau befindlichen Teil eines Kindergartens an der Niersstraße einzudringen. Die Einbrecher versuchten, die Verglasung eines Fensters einzuschlagen. Da jedoch nur der äußere Teil der Verglasung zersprang, gelangten die Täter nicht ins Gebäude. Hinweise bitte an die Kripo Goch unter Telefon 02823-1080.
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Hochsprachen und Dialekte am Niederrhein
Emmerich. Prof. Dr. Heinz Eickmans, geb. in Goch am Niederrhein, Professor für niederländische Sprache und Kultur im Institut für Germanistik der Universität Duisburg-Essen, wird am Donnerstag, den 11. März ab 19.30 Uhr im Rheinmuseum Emmerich zu dem Thema: „Niederrheinisch-Niederländisch-Hochdeutsch, Hochsprachen und Dialekte am Niederrhein in Geschichte und Gegenwart“ sprechen. Der Vortrag schildert anhand zahlreicher Dokumente aus der rund tausendjährigen Überlieferung die wichtigsten Stationen der niederrheinischen Sprachgeschichte. Die Sprachformen sind Gegenstand des Vortrags, der sich auch auf eine Reihe von Zeugnissen aus der lokalen Emmericher Sprachgeschichte stützt.
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Frühjahrskleider- und Spielzeugbörse
Hüthum. Am Samstag, 13. März, findet von 11 bis 13 Uhr in der Turnhalle der St. Georg Grundschule Hüthum, Georgstraße 2 eine Frühjahrskleider- und Spielzeugbörse statt. Abgegeben werden kann gut erhaltene Kinderbekleidung ab Größe 80, Bücher und Spielzeug für drinnen und draußen. Die Annahme ist am Freitag, 12. März, von 11 bis 12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr gegen eine Startgebühr von 2 €. Die Abgabemenge ist auf 30 Teile begrenzt. Vom Umsatz verbleiben 10 Prozent beim Förderverein der Schule. Eine Kundennummer und weitere Informationen gibt es bei Ulrike van Marwyk, Tel. (0 28 22) 9 26 60.
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Kinderkirche in Kellen
Kellen. Unter dem Motto “Oje, ich hab´ was falsch gemacht! Von Schuld und Vergebung“ steht dieses Mal die Kinderkirche am Samstag, 13. März, von 9.30 bis 12 Uhr im Gemeindezentrum an der Auferstehungskirche in Kellen. Eingeladen sind Kinder von 4-12 Jahren. Gemeinsam wird gesungen, eine Geschichte gespielt, gebastelt und gefrühstückt. Der Unkostenbeitrag beträgt 1,50 Euro. Weitere Informationen gibt es bei Pfarrer A. Rohländer, Tel. 98968.
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Diebe schlugen Seitenscheibe ein
Goch. Unbekannte Diebe drangen am Freitag Vormittag in einen an der Hülmer Straße auf dem Parkplatz des Friedhofs abgestellten VW Golf ein. Sie schlugen an dem Auto eine Seitenscheibe ein und erbeuteten aus dem Fahrzeuginnern eine Tasche mit diversem Inhalt. Hinweise bitte an die Kripo Goch unter Telefon 02823-1080.
