Zum Tod von Reinhold Kolsberger
Wir sind sehr traurig, wir haben unseren Kollegen Reinhold auf tragische Art und Weise verloren. Unfassbar für uns alle, die wir noch am Unfalltag anlässlich des Geburtstages eines weiteren Kollegen zusammengestanden und geplaudert hatten. Mit den Wünschen für ein schönes und für die deutsche Fußballmannschaft erfolgreiches Wochenende ging man auseinander, nicht ahnend, dass wir ihn nicht mehr wieder sehen würden. Entsetzen und ein Gefühl von Lähmung machte sich in unseren Räumen breit. „Wenn Menschen wie uns die Worte fehlen, ist Unfassbares passiert“, so treffend formulierte es eine Kollegin in dieser Woche. Viele andere Kollegen äußerten ihre tiefe Betroffenheit und boten ihre Hilfe an. Danke dafür, denn es fällt schwer, wieder zum Alltagsgeschäft überzugehen.
Die Anmerkungen, von jeher auf Seite Zwei in unserer Zeitung, waren Reinholds „Baby“. Sie, unsere Leser, haben den Mann mit der Pfeife mit diesem Kommentar verbunden. In den fast 15 Jahren seiner Tätigkeit beim Kurier am Sonntag hat Reinhold diese Anmerkungen zum wichtigen Bestandteil unserer Zeitung gemacht. Er hat dort seine Meinung kundgetan, hat kritisch lokalpolitische Themen beleuchtet. Da kannte Reinhold sich aus, da konnte ihm kaum einer etwas vormachen. Dabei war er in seinem Kommentar nie einseitig, sondern immer ausgewogen und hatte zu jedem Thema eine realistische Idee oder Lösungsmöglichkeit parat. Diese Kompetenz und seine ruhige und besonnene Art sind sicher mit ein Grund dafür, dass er nicht nur unter Kollegen ein hohes Ansehen genoss. Ich habe viel von ihm gelernt.
In Respekt vor unserem verstorbenen Chefredakteur möchten wir die Kolumne „Anmerkungen“ hiermit beenden.
Ihre Bärbel Braß-Meier
Anmerkungen vom 11. Juli 2010
Von Reinhold Kolsberger
Schön wär’s schon gewesen, aber der Sommer geht ohne Märchen weiter. Wobei es aller Ehren wert ist, unter die besten vier Mannschaften der Welt zu kommen.
Nun können wir uns locker entscheiden, drücken wir unseren Nachbarn die Daumen oder schlägt unser Herz eher im Rhythmus der Kastagnetten. Aber eines ist auch klar, es wird nicht so euphorisch werden, wie es hätte sein können bei einer deutschen Finalteilnahme.
Die Holländer standen bislang zweimal im Endspiel. Beide Male verließen sie am Ende als Verlierer den Platz. Nun haben Robben und Co. die dritte Chance. Doch die Aufgabe ist gewaltig. Während unsere Nachbarn auf einigen Positionen mit Weltklassespielern besetzt sind, können die Spanier auf eine geschlossene Mannschaftsleistung schauen. In der Form vom letzten Mittwoch braucht die Truppe vor keinem Gegner Angst zu haben.
Bei uns am Niederrhein war es in der Vergangenheit nicht gerade die Regel, dass dem Oranje-Team die Herzen zufliegen. Das scheint sich etwas geändert zu haben. Auch durch die vielen Niederländer, die bei uns wohnen, ist die Zahl der holländischen Fahnen deutlich gestiegen. Entscheidend aber dürfte das sympathische Auftreten von Arjen Robben und Mark von Bommel sein, die erheblichen Anteil haben an der Entspannung des deutsch-holländischen Verhältnisses.
Und wer am Dienstag dann wieder Lust auf Live-Fußball hat, der sollte sich die Begegnung des 1.FC Kleve gegen Galatasaray Istanbul anschauen. Trainer der Türken ist ein gewisser Frank Rijkaard. Aber das war einmal eine ganz andere Geschichte.
In diesem Sinne noch einen schönen Final-Sonntag.
Anmerkungen vom 4. Juli 2010
Von Reinhold Kolsberger
Irgendwie passend. Freitag herrschten bei uns Temperaturen, wie sie zuletzt im Sommermärchensommer 2006 gemessen wurden. Zur Erinnerung: vor 14 Tagen zeigte das Thermometer knapp zwölf Grad an. Es war lausekalt und immer wieder hörte man den Satz: „Sommer gibt es bei uns doch sowieso nicht.“ Von wegen!
Doch nicht nur die Sonne heizt uns kräftig ein, es ist auch trocken. An den Straßenrändern hat das Grün längst zu Braun gewechselt, vereinzelt gar zu Schwarz., da einige Raucher offenbar noch nicht kapiert haben, dass glühende Zigarettenkippen einen Brand auslösen können.
Auch in den Wäldern herrscht höchste Alarmstufe. Wer hier mit Feuer spielt ist nicht nur leichtsinnig, er gefährdet sein Leben und das vieler anderer Menschen und Tiere.
Dass wirklich erheblich zu wenig Regen gefallen ist, hat übrigens Hubert Reyers genau nachgemessen. Der Landwirt und Hobbymeteorologe mit eigener Internetseite hat in den letzten drei Monaten gerade einmal 92 Liter Regen pro Quadratmeter zählen können, normal wären deutlich über 200 gewesen. Kühles Nass von oben ist auch in den nächsten 14 Tagen kaum in Sicht. Allerdings, so Reyers, kann es an diesem Wochenende vereinzelt am Niederrhein zu heftigen Gewittern kommen. Sturm und Hagelschlag sind aber auch nicht das, was beim Bauer und beim Hobbygärtner echte Freude auslösen könnte.
Aber so ist das halt, wo Sonne ist, da ist auch Schatten.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 27. Juni 2010
Von Reinhold Kolsberger
Und täglich grüßt das Murmeltier. Oder anders ausgedrückt: schon wieder England. Die Inselmannschaft ist der nächste Gegner der Deutschen im Achtelfinale der Fußball-WM. Anstoß ist an diesem Sonntag um 16 Uhr.
War schon am Mittwochabend während des Spiels gegen Ghana gefahrloses Überqueren der Straßen möglich, denn fast ganz Deutschland saß vor dem Fernseher, so wird das jetzt sicher noch gesteigert. Feierten Mittwoch rund 12.000 Fans beim Public Viewing im Gocher Stadtpark, so wird die Zahl zwar an diesem Sonntag kaum höher werden (voll ist voll), aber diesmal geht es schon ab zwölf Uhr los. Wer also das dicht gedrängte Gemeinschaftserlebnis bei hochsommerlichen Temperaturen mag, der ist in Goch bestens aufgehoben. Alle anderen werden im kleineren Kreis unseren Jungs die Daumen drücken. Natürlich hoffen wir alle, dass die Engländer am Ende in ihre geliebte Heimat zurück reisen dürfen.
Am Montag spielen dann unsere niederländischen Freunde gegen Italien-Bezwinger Slowakei. Dabei wünschen wir den Holländern selbstverständlich alles Gute. Wäre doch schön, wenn es im Finale wieder heißen würde: Deutschland gegen die Niederlande.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter weg. Erst einmal heißt es Daumen drücken für Deutschland.
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 20. Juni 2010
Von Reinhold Kolsberger
Kleve boomt! Schaut man auf die begonnenen und geplanten Bauvorhaben, so wird diese Aussage sprichwörtlich untermauert. Doch es gibt weitere Fakten. So kann der Kreis mit einer Arbeitslosenquote aufwarten, die andere Regionen geradezu neidisch macht. Und dann sind da noch die Bilanzen – etwa von der Volksbank Kleverland. Ein Zuwachs von fast 24 Prozent bei der letzt jährigen Bilanzsumme ist rekordverdächtig. Allerdings profitieren die Genossenschaftsbanker genau wie die Kollegen der Sparkassen seit geraumer Zeit von einer Verschiebung des Kapitals weg von den Privatbanken. Doch es bleiben schöne Zahlen. Die Geldinstitute, die im Kreis Kleve insbesondere den Mittelstand mit Krediten versorgen, stehen auf gesunden Füßen.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Und den wirft der eigentlich auch boomende Flughafen in Weeze, genauer gesagt, dessen Fast-Komplett-Eigner Herman Buurman. Was in den letzten Monaten schon die Spatzen von den Dächern pfiffen, ist nun bittere Wahrheit, Es wird nichts mit der zum Jahresende angekündigten Kreditrückzahlung. Damit fehlen dem Kreis im Haushalt 26,5 Millionen Euro plus Zinsen. Wir reden also von 34 Millionen Euro – von unserem Geld. Buurman will nun einen Aufschub um sechs Jahre. Das ist starker Tobak und der stößt manchem stark auf. Bislang scheint nur die CDU für eine bedingungslose Verlängerung zu sein. Die FDP möchte vernünftigerweise eine Teilrückzahlung und auch nicht weiter auflaufende Zinsen. SPD und Grüne verlangen ein Rechtsgutachten.
Und der Bürger? Der wundert sich, wie da mit seinem Geld hantiert wird. Und möchte gerne eine Antwort auf die Frage: Wer zahlt denn die Zeche, wenn am Ende Buurmans Börse zu bleibt?
In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.
Anmerkungen vom 13. Juni 2010
Von Reinhold Kolsberger
Endlich rollt der Ball in Südafrika. Da sind nicht nur die Fans des Fußballspiels erleichtert, nein, auch so mancher Politiker dürfte nun einen Stoßseufzer gen Himmel schicken. Ist doch Volkes Seele in den nächsten vier Wochen voll auf Schwarz-Rot-Gold getrimmt. Das lenkt ab vom Schwarz-Gelben Chaos in Berlin und vom sich langsam klärendem Koalitionsfarbenspiel in Düsseldorf.
Was ist uns da in den letzten Monaten nicht alles um die Ohren geflogen, angefangen bei der Finanzkrise über die folgende Euroschwäche bis zur gescheiterten Opelhilfe. Wobei den rund 25.000 deutschen Autobauern schwer klar zu machen sein dürfte, dass man Milliarden in Richtung Griechenland schaufelt, dagegen aber einen vergleichsweise kleinen Betrag nicht bereitstellen will, zur Rettung heimischer Arbeitsplätze.
Das alles ist jedoch ab sofort Schall und Rauch von gestern, denn ab sofort bestimmt die Vuvuzela den Takt des Tagesgeschehens. Doch auch hier wird uns schon wieder in die Suppe gespuckt. Wenige Tage vor der WM fiel dem NRW-Umweltministerium auf, dass die Tröten fiel zu laut sind und empfiehlt bei öffentlichen Rudelgucken, doch auf die afrikanische Begleitmusik zu verzichten. In Goch ist man dem Ansinnen aus Düsseldorf gleich gefolgt. Public Viewing im Stadtpark findet ohne Vuvuzelas statt, obgleich man bei der Vorstellung des Gocher Sommermärchens noch kräftig ins Horn gestoßen hatte. Und da sind wir wieder bei der Politik. Was interessiert schon das eigene Getröte von gestern.
In diesem Sinne noch einen schönen Fußballsonntag.
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Kurzmeldungen
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Im Gespräch mit dem Bürgerforum Goch
Goch. Das Bürgerforum Goch (BFG) lädt interessierte Bürger zum „Offenen Stammtisch“ am Mittwoch, 19. Juni, um 19.30 Uhr in der Gaststätte Rinkenhöfchen (Frauenstraße 17 in Goch) ein. Diskutiert wird unter anderem die zukünftige Nutzung des Gocher Marktplatzes. Soll hier weiterhin kostenloses Parken ermöglicht werden? Sind Parkgebühren zur Sanierung des Haushaltes unumgänglich? Oder sollen die Autos weichen, um im Herzen der Stadt Raum für alternative Nutzungen zu schaffen? Zu Gast sein wird der ehemalige ehrenamtliche Leiter des Archivs der evangelischen Kirchengemeinde Heinz van de Linde, der sich für einen autofreien Marktplatz in Goch einsetzt und seine Gedanken vorstellen wird.
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Stücke aus der Dreigroschenoper
Emmerich. Am Sonntag, 16. Juni, trägt die niederländische Opernguppe „La Musique“ ab 16 Uhr Werke aus der Dreigroschenoper von Kurt Weill und Lieder von Gershwin in der BX-Galerie Emmerich vor. Claudia Wijers singt Sopran, Veronique Lamers Mezzo-Sopran und ihr Mann Hans Bariton. Alle Drei werden auf dem Piano von Jacques Hendriks begleitet. Der Eintritt ist frei.
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Kino-Tag im Goli-Theater
Goch. Am Sonntag, 16. Juni, ist wieder Kino-Tag im Goli. Los geht es um 14.30 Uhr mit dem Kinderfilm über einen Kater, der das Ei einer Möwe ausbrütet und dem Nachwuchs sogar das Fliegen beibringt. Um 16.30 Uhr folgt der Familienfilm über einen Jungen, der sich in die Welt von 1001 Nacht hineinträumt. Um 20 Uhr folgt dann die Tragikkomödie „Zug des Lebens“ über eine jüdische Gemeinde in Rumänien 1941, die mit einem Zug quer durch das besetzte Europa fahren, um nach Palästina zu kommen. Dafür verkleiden sie sich als Nazis und KZ-Häftlinge. Der Eintritt kostet jeweils 3 Euro. Im Foyer des Kinos kann man sich bereits ab 19 Uhr mit anderen Filmfreunden austauschen.
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Geduld der Gemeinde ist am Ende
Weeze. Vor zwei Jahren hatte die Gemeinde Weeze die Chance, das Bahnhofsgebäude zu erwerben. „Hätten wir das doch bloß getan“, sagte Bürgermeister Ulrich Francken angesichts des Spatenstichs für die neuen barrierefreien Bahnsteige. Damals griff die Berliner Aireal Development GmbH zu. Seither geschah, entgegen Absprachen und Versprechen, reichlich wenig bis gar nichts. Jetzt ist die Geduld der Gemeinde am Ende. „Wir wollen den Bahnhof kaufen“, sagte Francken ohne genauer auf den Verhandlungsstand einzugehen. Es war jedoch zu hören, dass bereits über rechtliche Schritte nachgedacht werde.
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Aktion für Organspende
Kleve. Mit einer symbolischen Aktion wird die AOK beim 3. Klever Sparkassen Triathlon am Samstag, 8. Juni, das Thema Organspende stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Als Paten der Kampagne werden Bürgermeister Theo Brauer, der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Rudi van Zoggel und Weltklasseschwimmer Markus Deibler gemeinsam mit AOK-Regionaldirektorin Barbara Nickesen, Triathleten und Zuschauern um 19.45 Uhr mehrere hundert Luftballons mit Organspendeausweisen starten lassen. Außerdem werden an einem Infostand am gesamten Sport-Wochenende Broschüren mit den lebensrettenden Ausweisen verteilen.
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Rentenberater beantwortet wieder wichtige Fragen
Kleve. Der Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund, Hubert Thermann, berät am Donnerstag, 13. Juni, von 15 bis 17 Uhr im Haus der DAK-Gesundheit, Lindenallee 45 in Kleve. Außerhalb dieser Beratung steht er auch unter der Rufnummer 0170/3833352 zur Verfügung.





