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Von Olaf Plotke

Kann man Josef Schoofs eigentlich noch als Neumarkt-Investor bezeichnen? Keiner weiß es so genau. Der Emmericher Stadtrat hat dem Handelsimmobilienentwickler aus Kevelaer jetzt mal wieder eine „letzte Frist“ eingeräumt. Entweder Schoofs legt bis zum 5. Oktober die Unterschriften der Besitzer des Deutsche Bank-Gebäudes vor, die ihm die Unterschreitung des Abstandes erlauben, oder Emmerich kündigt die Zusammenarbeit mit ihm auf. Damit wurde eine Entscheidung über das an Verzögerungen und Absurditäten bereits überreiche Projekt mal wieder über einen Wahltermin hinaus gerettet. Das kann natürlich reiner Zufall sein, aber sicher haben die bislang ewigen Schoofs-die-Stange-Halter Peter Hinze (SPD) und Johannes Diks (CDU) beide kein Interesse daran, dass man sie im Wahlkampfendspurt mit diesem Thema konfrontiert. Soll man Emmerich eigentlich wünschen, dass Schoofs bis zum 5. Oktober die Unterschriften vorlegt? Lieber nicht.Man will sich ja gar nicht ausmalen, was wir noch alles erleben würden, wenn es nach dem 5. Oktober mit Schoofs am Neumarkt weiterginge. Vor diesem Hintergrund bleibt mir unverständlich, warum der Rat am Dienstag das Projekt nicht einfach endgültig beerdigt hat. Chancen hatte Schoofs wirklich genug.

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Von Olaf Plotke

Am Sonntag wählen die, die überhaupt noch wählen, in den Städten des Kreises unsere neue Bürgermeisterin oder neuen Bürgermeister und den Landrat. Wen? Machen Sie sich nichts draus, wenn Sie nicht wissen, was ein Landrat ist und wer da so antritt. Nicht mal die Medien haben sich nennenswert für die Wahl interessiert. Und da unsere Bürgermeister gerne so tun, als würden sie eh für jede Glühbirne in ihrer Gemeinde verantwortlich sein, hat man so ein wenig das Gefühl, dass der Landrat irgendwie ja auch überflüssig ist - wenn man überhaupt weiß, dass es ihn gibt. Natürlich ist er nicht überflüssig. Aber es ist keinem Kandidaten gelungen, klar zu machen, warum die Wahl wichtig sein soll. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich habe nicht das Gefühl gehabt, als hätten die Landratskandidaten irgendwie auch nur ansatzweise versucht, uns zu vermitteln, was ein Landrat so macht. Und wenn man das nicht weiß, dann versteht man erst recht nicht, wo die Unterschiede liegen. In Bedburg-Hau wird man deutlich ablesen können, wie wichtig den Menschen die Landratswahl so ist. Denn dort wird Sonntag kein Bürgermeister gewählt, nur der Landrat. Man muss kein Prophet sein, um eine gruselig schlechte Wahlbeteiligung vorherzusagen.

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Von Olaf Plotke

Am Anfang wollte man nur eine gemeinsame Werbekampagne entwickeln. 40 Jahre später ist der Gocher Werbering ein Musterbeispiel dafür, was Händler für sich und die ganze Stadt erreichen können, wenn sie an einem Strang ziehen.
In Kleve präsentierte das KCN im Jahr 2012 erstmals Einkaufsgutscheine für die Schwanenstadt, die leider nur in wenigen Geschäften akzeptiert werden. In Goch startete der Werbering 1992 gleich mit 130 Geschäften!
Die Gocher Händler wissen, dass eine starke Gemeinschaft allen zu Gute kommt. Heute wird ja der Internethandel von vielen Händlern als existenzbedrohend angesehen. Weil es ja so bequem ist dort einzukaufen. Wenn das stimmen würde, hätte der Versandhandel schon in den 50ern dem innerstädt­ischen Handel den Garaus gemacht. Hat er aber nicht. Kein Katalog und keine Internetseite kann bieten, was eine Stadt mit einer engagierten, kreativen und breit gefächerten Händlerschaft bieten kann: Eine lebendige Einkaufsstadt mit vielen Aktionen und Veranstaltungen, die den Kunden immer wieder überrascht. Eine Händlerschaft, die das kann, muss die Zukunft nicht fürchten. Ich bin mir sicher, dass der Gocher Werbering genau das kann. Auf die nächsten 40 Jahre! Wir gratulieren mit 16 Seiten im Innenteil. Sie können auch gratulieren: mit Ihrem Einkauf vor Ort. Viel Spaß!

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Von Olaf Plotke

Ein Schreiben des Konrad-Adenauer-Gymnasiums aus  Kleve-Kellen sorgt seit einer Woche für Aufregung in den sozialen Medien und hat Kleve nun sogar die zweifelhafte Ehre eingebracht, dass sich Pegida NRW über uns empört.
Es handelt sich um einen vielleicht etwas unglücklich formulierten Brief der Schulleitung, in dem die Schüler zu einem sensiblen Umgang mit den 150 Flüchtlingen aufgerufen werden, die derzeit übergangsweise in der Turnhalle der Schule untergebracht sind. Das Schreiben war gut gemeint, konnte aber leider so gedeutet werden, als habe es irgendwelche ernst zunehmenden Probleme zwischen den Flüchtlingen und Schülern gegeben. Die gab es zwar nicht, aber das war denen egal, die einfach nur hetzen wollten und auch durch Fakten nicht davon abzubringen waren. Denn wenn der Polizei gar keine Vorfälle bekannt sind, dann nur weil sie „unter den Tisch gekehrt werden“. Logik der Hetzer.
Man kann solche geistigen Limbotänzer nicht mit Argumenten überzeugen - man kann sie gar nicht überzeugen. Aber man kann und sollte Ihnen entgegentreten und sie entlarven, damit sich andere nicht von ihren Scheinargumenten und erfundenen „Fakten“ beeindrucken lassen. Wenn Kritik an unserer Hilfe für Flüchtlinge geübt wird, dann wird oft mit dem „gesunden Menschenverstand“ argumentiert, der uns schon dies und das sage, was gegen die Flüchtlinge sprechen soll.
Der gesunde Menschenverstand sagt uns aber vor allem eins: Wenn jemand Hilfe braucht, dann muss man helfen.

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Von Olaf Plotke

Die Podiumsdiskussionen mit den Klever Bürgermeisterkandidaten müssen bei Besuchern den Eindruck hinterlassen haben, dass es eigentlich egal ist, wen sie wählen - es haben eh alle drei die gleiche Meinung (siehe Artikel rechts).
Es werden einfach die falschen Fragen gestellt. Abgesehen von seltsamen Fragen nach Kantinenessen und fair gehandeltem Kaffee, zielen auch die lokalpolitischen Fragen meist nur auf Dinge ab, die nicht in der Kompetenz der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters, sondern des Rates liegen. Und da hat die Verwaltungschefin (-chef) eben auch nur eine Stimme. Man muss sich mal von der Vorstellung lösen, dass die Bürgermeisterin (Bürgermeister) eine Art autokratischer Herrscher sei, der einem willfährigen Rat diktiert, was in der Stadt geschieht. Ein Bild, das Amtsinhaber leider gerne vermitteln und von den Medien bereitwillig transportiert wird. Ein Bürgermeister ist erstmal Chef der Verwaltung, Repräsentant der Stadt und hat einen Sitz im Rat. Natürlich will man wissen, wo die Kandidaten politisch stehen. Aber man sollte auch fragen, welche Führungskompetenzen die Kandidaten haben, welchen Führungsstil sie pflegen und welche Repräsentationserfahrungen sie denn haben. Das sollten Wähler wissen und nicht, was die Kandidaten im Kühlschrank haben.

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Von Michael Terhoeven

Wahlkampferwachen im Kreis Kleve. Die schnellsten Plakatkleber waren diesmal die der CDU. Die anderen Parteien ließen jedoch nicht lange auf sich warten. Mittlerweile lächeln sämtliche Kandidaten der anstehenden Landrats- und Bürgermeisterwahlen den potentiellen Wählern tausendfach von Plakaten, Bannern und Wesselmännern entgegen. Eine stets wiederkehrende Materialschlacht, die an manchen Straßen und Kreisverkehren  für ein gewisses Amüsement oder aber für großes Kopfschütteln sorgt. Mit freundlichen Gesichtern und mal mehr, mal weniger griffigen Slogans allein ist es jedoch nicht getan. Die Wähler wollen mehr als Personenkult. Das zeigt der Zuspruch bei den ersten Podiumsdiskussionen mit den jeweiligen Bürgermeisterkandidaten, die jetzt durchgeführt wurden. In Elten sprengten weit über 200 interessierte Bürger den Saal. Und selbst im politisch ziemlich entspannten Rees kamen mehr Menschen als erwartet. Kleve (u.a. 23. August), Goch (27. August) und Kalkar werden in Kürze mit ähnlichen Veranstaltungen nachziehen. Aufgrund des politischen Sprengstoffs ist auch hier mit „vollen Häusern“ zu rechnen. Allen Unkenrufen von wegen Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit zum Trotz: Die Wähler scheinen sich der Wichtigkeit ihrer Aufgabe bewusst zu sein... und das ist auch gut so.