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Von Olaf Plotke


„Der 1. FC Kleve ist tot und wird nur noch künstlich am Leben erhalten.“ Es war Grünen-Fraktionsmitglied Michael Bay, der die Situation des 1. FC Kleve vor einigen Monaten im Rat mit diesen drastischen Worten beschrieb. Damals empörten sich noch die Fans, heute würde ihm wohl kaum noch jemand widersprechen. Spätestens seit November rast der FC Kleve-Zug unaufhaltsam in Richtung Abgrund und man hat als Außenstehender nicht den Eindruck, dass irgendwas ihn noch vor dem Absturz bewahren könnte. Bemerkenswert, dass die Vereinsführung (obwohl der Verein scheinbar gerade nicht von der eigentlichen Führung geführt wird) sogar im Insolvenzverfahren noch die „Chance für den Neustart“ sieht. Je nachdem, ob man dem Verein das Aus oder die Rettung wünscht, kann man dass Realitätsverlust oder Optimismus nennen. Wahr bleibt aber, dass es mit Joris Ernst, Lukas Verlage und Christian Nitsch ein Trio gibt, das für die Fehler der Vergangenheit nicht verantwortlich ist und seit Monaten irgendwie versucht, „den Karren aus dem Dreck zu ziehen“. Dass sie immer noch nicht aufgegeben haben, finde ich bemerkenswert. Dass es ihnen noch gelingen könnte, den Verein zu retten, daran kann ich leider nicht mehr glauben.

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Von Bärbel Huisman

Karneval bedeutet schon irgendwie Ausnahmezustand. Es kommen weniger E-Mails an, es gibt kaum Pressekonferenzen, Fototermine sind bis auf Prinzenbesuche und Sitzungskarneval ebenso selten. Der Freitagmorgen nach Altweiber ist von überschäumender Ruhe geprägt. Entweder haben die Jecken sich den Tag frei genommen oder sie müssen trotz Karneval zur Arbeit oder zur Schule. Am Berufskolleg beispielsweise wird von denjenigen ein ärztliches Attest verlangt, die ganz plötzlich – quasi über Nacht – eine Magen-Darm-Verstimmung oder eine Grippe bekommen haben. Blöd sind die Lehrer ja auch nicht. Sie wissen, dass am Altweiberdonnerstag gerne und ausgiebig gefeiert wird und die Lust am folgenden Morgen gering sein dürfte, sich aus dem Bett und in die Schule zu quälen. Da aber auch niemand Lust hat, sich ins Wartezimmer eines Arztes zu setzen, haben am Freitag viele unausgeschlafene Schüler und vielleicht auch Lehrer versucht, den Morgen mit möglichst offenen Augen und Ohren hinter sich zu bringen.  Karneval ist aber noch lang nicht zu Ende. An diesem Sonntag gibt es viele Umzüge, die in Kranenburg und Bedburg-Hau sind besonders beliebt. Am Rosenmontag locken natürlich die Züge in Kleve und Goch die Narren auf die Straße. Bei schönem Wetter und gemäßigtem Alkoholkonsum kann man da nur „Viel Spaß“ und „Helau“ wünschen.

olafplotke

Von Olaf Plotke

An allen Stammtischen herrscht stets breite Einigkeit darüber, dass die Politik gefälligst sparen solle. Dieser Satz passt immer. Wenn sie es dann aber tut, lässt die Begeisterung meist recht schnell nach. Denn wenn die Politik spart, wird es vor allem teurer. Dann müssen Hundehalter, Hausbesitzer, Sportvereine, Parkplatzbenutzer und sogar Saunaclubs mehr Steuern Gebühren und Abgaben zahlen. Genau das beschloss jetzt der Emmericher Rat mit den Stimmen von CDU und SPD, gegen die Stimmen aller anderen Parteien übrigens.  Gegen das Sparen sein, ist natürlich einfach. Richtig ist, dass sich CDU und SPD auch lieber dafür feiern lassen würden, finanzielle Segnungen „unters Volk zu bringen“.  Die Wahrheit ist: Emmerich bewegt sich am Rande der Pleite. Deshalb muss man CDU, SPD und Verwaltung für den Drahtseilakt loben, den sie da vollbracht haben. Sie haben an vielen Schrauben vorsichtig gedreht und nur moderate Erhöhungen durchgeführt. Richtig weh, tut dieses Sparpaket nicht.  Jetzt geht es darum, ob die Stadt die Wende schafft. Wenn das nicht gelingt, „wird Heulen und Zähneklappern sein“. Dann übernimmt der Landrat die Finanzaufsicht und wird gezwungen sein, ein viel rigideres Spar- und Steuererhöhungpaket umzusetzen.  


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Von Olaf Plotke

Am 5. April entscheidet der Emmericher Stadtrat, wie der neue Neumarkt aussehen soll. Doch schon jetzt kann es kaum noch einen Zweifel daran geben, dass dort das kombinierte Wohn- und Einkaufsprojekt der Gesellschaft Welasa entstehen wird. Das Konzept eines Mega-Einkaufszentrums wurde von den Experten praktisch völlig niedergemacht (siehe Artikel unten und Seite 3). Ute Sickelmann (Grüne) befürchtet, dass die Ratsmehrheit doch noch umkippt und für das Einkaufszentrum stimmt. Weil es eben ein Prestigeprojekt ist und Stadträten das Gefühl gibt, in einer Liga mit Essen und Oberhausen zu spielen. Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen. Zu deutlich haben die Experten Svenja Krämer von IHK und Rolf Junker von „Junker & Kruse“ die Folgen benannt: Extreme Umsatzumverteilung zu Gunsten des Centers, massive Zunahme der Leerstände und sinkende Immobilienpreise. Nur völlig ver- oder geblendete Stadträte könnten diese Warnungen noch „in den Wind schlagen“ und für das Center stimmen. Man würde sich dann aber fragen, warum man sich von Experten beraten lässt, wenn man den Rat dann doch ignoriert. Nein, dieser „Angriff auf die Innenstadt“ (Titel eines Buchs von Rolf Junker) scheint wohl abgewendet zu sein. Ein Glück!


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Von Olaf Plotke

Am Dienstag, 15. Februar, um 17 Uhr werden im Ausschuss für Stadtentwicklung wieder die Pläne für die künftige Neumarktgestaltung in Emmerich öffentlich diskutiert. Bislang waren die wohl jeweils nur mäßig überarbeiteten Pläne von Welmans und der ITG Immobilien lediglich dem kleinen Kreis der Lenkungsgruppenmitglieder vorgestellt worden. Die Politiker dort reagierten enttäuscht auf die Mini-Änderungen – so richtig hat sich wohl keiner der Investoren bewegt.  Was mich ja erstaunt, ist die scheinbare Lustlosigkeit mit der die Investoren das Thema „Neumarkt-Bebauung“ behandeln. Bislang hat noch niemand Simulationen gesehen, die Lust machen auf das jeweilige Projekt, es gibt keine Modelle, kein erkennbares Werben um öffentliche Sympathien. Angeblich haben sich die Investoren auch noch gar nicht wirklich um die nötigen Grundstücke bemüht. Das macht man normalerweise ja im Vorfeld, denn ohne Grundstücke kann keiner bauen. Der unbedingte Wille, den Neumarkt bebauen zu wollen, scheint mir weder bei Welmans noch bei der ITG erkennbar.  Die Stadt benötigt einen „Maßanzug“ wie es Innenstadtexperte Rolf Junker nannte. Dafür braucht Emmerich aber einen Investor, der für das Projekt brennt. 

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Von Olaf Plotke

Kleves Unterstadt erhält ein neues, modernes Gesicht. Am Donnerstag gab die Stadt schon mal die ersten zwei Investoren bekannt: die Volksbank, die hier ihre neue Zentrale und die Zevens-Gruppe, die hier ein Hotel bauen wird (siehe Artikel Seite 3).   Ich glaube, die Bürger können sich darauf freuen: Das Ensemble, das da am Spoykanal entsteht, wird nicht nur den Bereich Unterstadt, sondern sicher die ganze Innenstadt aufwerten.  Natürlich sind einige trotzdem enttäuscht und meckern. Vor allem darüber, dass noch völlig unbekannt ist, wer und wie denn nun die restlichen drei Flächen bebaut.  Oder darüber, dass die Investoren wohl doch nicht Schlange standen und sich um die Bebauung quasi prügelten.  Na und? Ist doch egal, wie viele Investoren es gab, es kann ja immer nur einer bauen. Wichtig ist doch nicht die Quantität der potenziellen Investoren, sondern die Qualität der tatsächlichen Investition. Und die vorgestellten Pläne finde ich zumindest erstmal sehr gut und ansprechend.  Wenn die Entscheidungen über die anderen Flächen noch nicht gefallen sind, muss das nicht unbedingt ein schlechtes Signal sein. Man will bei diesem Jahrhundertprojekt keine Schnellschüsse riskieren, lautet die Botschaft. Und das ist gut so.