Baerbel2008

Von Bärbel Huisman

Da sag noch mal einer, bei uns am Niederrhein sei nichts los. Tiefste Provinz und außer viel Landschaft, Schafen auf den Deichen und Kühen auf den Feldern gäbe es nicht viel im Kleverland. Das stimmt ja so gar nicht. Gerade jetzt ist wieder Saison. Ein Schützenfest jagt das nächste und mit den Kirmesveranstaltungen geht es in Kranenburg und Geldern am kommenden Wochenende auch los. Diese Veranstaltungen sind vielleicht nicht für jedermann interessant, aber das ist ja noch längst nicht alles. Fans von Musik aller Klang- und Stilrichtungen kommen bei uns auf die Kosten. An diesem Samstag steigt beispielsweise das gemütliche Blues-Festival in Zyfflich. Ja, genau dort, wo sich sonst nur die Störche gute Nacht sagen und die gleich zuhauf. Das Sommer.Open Air im Klever Forstgarten sorgte gleich an zwei Abenden bei tollem Wetter für Stimmung bei den Fans von guter Covermusik. Klassischer ging es beim Schloss-Konzert in Moyland zu und in der Stiftskirche gibt es am Sonntag ein Gitarren Konzert mit Bach-Werken. Und da ist der cinque-Kleinkunstverein noch gar nicht aufgeführt. Wenn am 22. Juni im Spiegelzelt das fünftägige Programm startet und sich Größen wie Götz Alsmann, Thomas Freitag, Rebecca Carrington, Frank Goosen in Kleve ein Stelldichein geben, spätestens dann müsste jeder wissen: Bei uns am Niederrhein ist richtig viel los!   

olafplotke

Von Olaf Plotke

Mit dem Bau der Hochschule Rhein-Waal ist für viele Menschen ein Traum in Erfüllung gegangen. Landrat Spreen erinnerte anlässlich des Richtfests daran, wie lange engagierte Bürger, Firmen und Politiker um die Errichtung einer Hochschule gekämpft haben. Der Betrieb läuft ja bereits in provisorischen Gebäuden - im nächsten Jahr wird dann das Gebäude am Spoykanal bezogen.  Doch die Hochschule ruft auch viele Kritiker (und notorische Nörgler) auf den Plan. Denn die doch recht mickrigen Studentenzahlen von gerade einmal etwas über 600, verteilt auf die Standorte Kleve und Kamp-Lintfort, sind noch nicht so zum Jubeln. Darf´s noch ein bisschen mehr sein? Ja, bitte!  Aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Eine Hochschule muss sich erstmal etablieren. Das wird mit dem fertigen Bau besser gehen als mit den ehemaligen Büros des Reiseveranstalters alltours. Gegebenenfalls sollten auch die Namen der Studiengänge noch einmal überdacht werden. Vielleicht sind Studiengänge wie „Life Sciences“ oder „Usability Engineering“ einzigartig in Deutschland. Aber Einzigartigkeit birgt halt auch die Gefahr, dass man ziemlich einsam ist. Ganz sicher aber muss die miserable Abiturientenquote im Kreis Kleve erhöht werden. Denn Abiturienten, die hier schon wohnen, muss man nicht erst aufwendig anlocken. 
  

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Von Olaf Plotke

Die Kreis Klever Grünen tischen sich und ihren Gästen künftig nur noch vegetarische Spezialitäten auf. Das hat der Kreisparteitag diese Woche beschlossen (siehe auch Seite 3). Das soll ein Zeichen gegen die „zerstörerischen Mittel der Nahrungsmittelindustrie“ sein. Ich bin mal gespannt, ob dieses Zeichen auch vom neuen Kreis-Vorsitzenden Bruno Jöbkes erkannt wird. Der ist nämlich Geschäftsführer einer Großmetzgerei in Wachtendonk. Die ist zwar bio, aber auch bei ihm müssen Tiere für die Wurst und das Schnitzel sterben. So ist das nun mal.  Viele Vegetarier sind ja der irrigen Meinung, sie würden mit ihrem Tun Tiere retten und hoffen, dass irgendwann die ganze Welt kein Fleisch mehr isst. Weil das eben so viel besser für Umwelt und Tiere sei.  Das mag bei der Umwelt stimmen, die Tiere indes wären nicht besser dran. Es würde nämlich kaum noch welche geben. Kein Bauer stellt sich ein Schwein in den Stall, das er nicht verkaufen kann. Also würden über 50 Schweinerassen wohl schlicht aussterben, zumindest aber bis auf ein paar Zoo-Schweine stark dezimiert werden.  Es klingt absurd, aber wer die Vielfalt unserer Schweine, Rinder und Schafe erhalten will, muss sie essen. 

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Von Olaf Plotke

Eine Partei zerlegt sich selbst: Alle wichtigen und bisschen bekannten Köpfe der Partei „Die Linke“ im Kreis Kleve wollen geschlossen aus ihrer Partei austreten.  Der Grund soll eine zugegeben wenig geschmackvolle Internetseite von zwei Klever Genossen sein, die eigentlich nichts in der Partei zu sagen haben.  Die Kreistagsmitglieder Axel Gonder und Bernd Nelissen waren mir bislang eigentlich nicht als Mimosen bekannt. Und ihr Parteiaustritt wird nun sicherlich auch nicht dazu führen, dass die beiden Klever Genossen auf ihrer Website künftig Lobgesänge auf sie anstimmen.  Nein, vermutlich ist das jetzt das Ende eines Machtkampfs, den der langjährige Kreis-Vorsitzende Gonder verloren hat, nachdem ein neuer Kreis-Vorstand gewählt wurde.  Den Austritt nun als Wahrung des Wählerwillens auszugeben, ist m.E. in Wahrheit eine Wählerbeleidigung. Kein Mandatsträger der Linken im Kreis wurde direkt in eines der Kommunalparlamente gewählt. Sie schafften den Einzug nur über die Reserveliste. Die Ämter stehen der Partei zu.  Ich glaube, die Noch-Linken denken einfach nur wie ein  Homo Oeconomicus: Axel Gonder bekommt als Kreisfraktionschef 1.172,70 Euro im Monat und Bernd Nelissen im Monat immerhin noch 390,90 Euro für Kreistag und 169 Euro plus Sitzungsgeld für sein Ratsmandat in Emmerich.   

 

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Von Olaf Plotke

Vor 20 Jahren wurde das endgültige Aus für den Schnellen Brüter in Kalkar beschlossen. Ob und wie es mit der Atomkraft in Deutschland überhaupt weitergeht, wird derzeit wieder heiß diskutiert. Plötzlich wollen alle die so genannte Energiewende.  Wenn man mit offenen Augen durch den Kreis Kleve fährt, dann drängt sich zumindest mir der Eindruck auf, dass wir diese Energiewende schon geschafft haben. Überall riesige Dachflächen voll mit Solarzellen, Wärmekollektoren und Windrädern überall im Kreis. In Emmerich soll nun eine 8.500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage entstehen. Kosten: 2,1 Millionen Euro. Geld, das für saubere Energie sorgt und sich obendrein schnell rentieren dürfte.  Die großen Produzenten dieser sauberen Energie sind natürlich unsere Landwirte. Sie nutzen die großen Dachflächen ihrer Ställe, um dort Solarzellen zu installieren oder stellen sich ein Windrad auf den Acker. Sie verdienen gut am Ökostrom – warum auch nicht? Die Vision der ehemaligen NRW-Landwirtschafts- und Umweltministerin Bärbel Höhn wonach aus dem Landwirt der Energiewirt werden sollte, scheint im Kreis Kleve längst Realität geworden zu sein. In Uedem wurde Bärbel Höhn einst von den Landwirten ausgepfiffen. Heute dürften die Landwirte im Kreis aus Dankbarkeit eigentlich nur noch die Grünen wählen.

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Von Bärbel Huisman

Man kam einfach nicht daran vorbei in dieser Woche.  Alles dreht sich um die Hochzeit des Jahres von Kate und William. Keine Zeitung, kein Radio- oder TV-Sender gibt sich die Blöße, dieses Ereignis zu verpassen. Die Briten stehen sowieso Kopf. Tagelang im Vorfeld zelteten schon Tausende vor dem Buckingham Palace, um vielleicht einen Blick zu erhaschen auf das königliche Paar. Da könnte man natürlich sagen, die Briten sind ja sowieso ein bisschen schräg. Da ist es klar, dass die auf der Insel so richtig austicken. Bei uns wäre das anders… Glaube ich allerdings nicht. Denn mit Sicherheit wurde auch in Deutschland die ein oder andere Träne verdrückt und manch einer mag über die Vorteile der Monarchie nachdenken. Egal, wie man zu dem Pomp steht, hier heiraten zwei, die sich hoffentlich richtig lieben und man sollte ihnen Glück wünschen, denn das werden sie brauchen. Eine Studenten-WG ist schließlich etwas anderes als eine königliche Ehe. An die Hochzeit von Lady Di und Prinz Charles denkt man ja noch gerne zurück. An das, was danach kam wohl eher nicht. Deshalb – Alles Gute. PS.: Ich höre schon meine Kollegen, die sagen: Klar, dass Du darüber schreibst, wo Du doch selbst erst unter die Haube gekommen bist… Denen kann ich dann nur raten: Probiert es doch selbst mal. Es ist gar nicht so schwer, man muss nur an der richtigen Stelle „Ja“ sagen.