olafplotke

Von Olaf Plotke

Am Mittwoch entscheidet der Klever Stadtrat in geheimer Sitzung darüber wie die Rathaussanierung aussehen soll. Schon jetzt ist aber klar, dass man von einer Sanierung kaum noch sprechen kann. Ich hatte vor Monaten schon einmal in einer Pressekonferenz gefragt, ob man es auch Sanierung nennen kann, wenn am Ende nur ein Fensterrahmen des alten Rathauses übrig bleibt.  Das war natürlich provokant, aber nun kommt es beinahe so. Im Prinzip wird das Rathaus komplett abgerissen und an gleicher Stelle neu aufgebaut.  Auch die Kosten überraschen uns: Die ursprünglich kalkulierten 6,1 Millionen Euro werden sich praktisch verdoppeln! Da muss man erstmal durchatmen. Die Ratspolitiker werden sich sehr genau überlegen, wie das finanziert werden soll.  In diesem Zusammenhang irritiert mich immer, dass Kämmerer Haas unentwegt von Investoren statt von Bauunternehmen spricht, die man mit der als Sanierung getarnten Neubaumaßnahme beauftragen will.  Für mich riecht das verdächtig nach PPP. Das steht für Public Private Partnership und heißt eigentlich nichts anderes, als dass öffentliches Eigentum verscherbelt und auf eine kleine Ewigkeit teuer zurück gemietet wird.  Ich hoffe, man kann der Verführung widerstehen so doch noch zum luxuriösen Glaspalast zu kommen. 

 



olafplotke

Von Olaf Plotke

„Den Satz ´In Kleve ist ja nichts los´ kann ich nicht mehr hören“, hat der Kabarettveranstalter Bruno Schmitz am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des aktuellen Kulturprogramms der Stadt gesagt (Seite 2). Und der Mann hat Recht! Wenn man sich einmal anguckt, was das Kulturamt der Schwanenstadt für die nächsten acht Monate „auf die Beine gestellt hat“, dann kann man davor nur den Hut ziehen. Egal, was man gut findet - ob Theater, Kabarett oder Musik, es ist einfach für jeden Geschmack etwas dabei. Und dabei bekommt man hier in der vermeintlichen Provinz auch keine drittklassigen Künstler zu sehen und zu hören, sondern eher schon die Crème de la crème. Harry Potter-Gigant Rufus Beck, Susanne Uhlen, Thomas Freitag, Volker Pispers, Herbert Knebel – man kann hier wirklich mit großen Namen protzen.  Und das alles schon ab 13 Euro. Da kann man wirklich nicht meckern!  Das Kulturamt um den emsigen Stephan Derks hat mit diesem Programm wirklich ein Meisterstück abgeliefert. Zählt man das Kurhaus und die privaten Kulturveranstaltungen noch dazu, dann muss man feststellen, dass Kleve in Sachen Kultur ein Gigant in der Region ist.  Nix los? Von wegen!

olafplotke

Von Olaf Plotke

Der „Night Mover“ war für Eltern in den letzten 10 Jahren der sichere Garant, dass ihre Kinder sicher vom Discobesuch nach Hause kommen. Doch seit Anfang März ist Schluss: Das zuständige Busunternehmen ist pleite und der Night-Mover fährt nicht mehr. Irgendwie wollen alle, dass es weiter geht, aber keiner weiß so genau wie. Die Kreis Klever SPD-Nachwuchsorganisation Jusos hat einen tollen Vorschlag gemacht wie ich finde: ein Nacht-Taxi für das die Jugendlichen bei ihrer Gemeinde Gutscheine kaufen können, die die Taxifahrt um 50 Prozent vergünstigen.  Doch der zuständige Kreisauschuss hat am Donnerstag erstmal beschlossen, dass der Landrat die Konzeption des Night-Mover überdenken und prüfen soll. Zumindest soll er auch die Juso-Idee prüfen, auch wenn die Nacht-Taxi-Idee nicht explizit genannt wurde. Vermutlich wollten die anderen Parteien den Jusos das nicht gönnen. Das ist eben Politik.  Die Jugendlichen interessieren sich aber nicht für Parteien-Hick-Hack, sondern wollen endlich Ergebnisse sehen. Die Night-Mover-Diskussion sollte nicht zu einem Jahresthema werden.     

olafplotke

Von Olaf Plotke

Die Zahlen sehen erstmal gut aus: 85 Anmeldungen an der Verbundschule Uedem-Weeze. Darauf kann man stolz sein, denn das Minimum von 64 Schülern wurde deutlich übertroffen. Zu überschwänglichem Jubel besteht allerdings kein Grund. Ob die Verbundschule eine dauerhafte Zukunft hat, muss sich erst noch herausstellen. Und die dunklen Wolken am Uedemer und Weezer Schulhimmel sind bereits in Sicht. Es ist das Modell der Gemeinschaftsschule, die zu einem ernsthaften Problem werden könnte.  Denn das Angebot möglicher Super-Gesamtschulen in den umliegenden Städten und Gemeinden könnte deutlich interessanter sein für Schüler als eine kleine Hauptschule mit Realschulzweig in Weeze und Uedem. Dieses Beispiel zeigt, dass die Forderung der SPD-Kreistagsfraktion richtig ist, Schulentwicklung nicht mehr kommunal sondern interkommunal zu organisieren wie das in Kleve und Umgebung ja derzeit auch schon gemacht wird. Deshalb darf sich Uedem auf dem Erfolg der Errichtung der Verbundschule nicht ausruhen, sondern sollte rechtzeitig in Gespräche mit Kalkar, Goch und Kevelaer einsteigen. Damit die Schulstandorte Uedem und Weeze auch wirklich eine dauerhafte Zukunft haben. 

Baerbel2008

Von Bärbel Huisman

Vom 26. Juni bis 17. Juli wird die Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland ausgetragen. Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen wird um den Titel gekämpft, und zwar in Mönchengladbach, Bochum und Leverkusen. Überall in diesen Städten gibt Public Viewing oder wie es so schön heißt: Rudelgucken. Das hat jetzt sogar Eingang in den Duden gefunden. Man kann den Frauenfußballerinnen nur wünschen, dass das Interesse so groß ist wie bei den Männern im Jahre 2006 und ein erneutes Sommermärchen stattfinden wird. Obwohl allein in Mönchengladbach so gut wie alle Karten verkauft sind. Leverkusen und Bochum hinken noch etwas hinterher. Es gibt also noch Tickets, wobei klar sein dürfte, dass die Gruppenspiele nicht so stark besucht werden wie die Viertelfinale, das Halbfinale oder das Endspiel. Aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit und wir können uns alle noch mit T-Shirts, Wimpel, Fähnchen und so weiter ausrüsten. Detaillierte Informationen rund um die 16 Teams der Frauenfußball-WM finden Sie auf unserer Panoramaseite im Innenteil.    

Baerbel2008

Von Bärbel Huisman

Ehec und kein Ende!? Gurken, Tomaten und Blattsalate haben einen totalen Imageverlust erlitten in der letzten Zeit. Ehec heißt der Übeltäter, der krank macht und die Bauern in den Ruin treibt. Jeden Tag hört man neue Nachrichten. Zuletzt wurde vor Sprossen aus Niedersachsen gewarnt und dieser Verdacht scheint sich zu erhärten. Vor Redaktionsschluss kam die Meldung, dass die deutschen Behörden die Warnung vor dem Verzehr von Gurken, Tomaten und Salat aufheben werden. Da können die Freunde von frischem Gemüse durchatmen und wieder zubeißen. Endlich müssen sie beim Grillen nicht nur Fleisch und Brot essen. Das hat man sich doch irgendwie einfacher vorgestellt. Man muss doch nur herausfinden, was die Erkrankten gegessen haben und den gemeinsamen Nenner finden. Dann den Weg des Lebensmittels zurückverfolgen und schwupps schon hat man den Übeltäter. Aber so einfach ist es dann doch nicht. Ob es an schlechter Kommunikation, Zuständigkeiten zwischen den Ländern, dem Bund, der EU liegt oder an den vielen Experten, die ihre Meinung auf allen Kanälen dazu kundtun – man weiß es nicht. Auf jeden Fall dauert die Suche nach dem Übeltäter viel länger als gedacht und eines hat sie geschafft: die Verbraucher sind mal wieder völlig verunsichert und viele unschuldige Bauern erleiden große Verluste.