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Von Olaf Plotke

Der September wird wohl der Schicksalsmonat der Kreis Klever Grünen. Durchaus möglich, dass die Partei am Abend des 14. September ohne Vorsitzenden da steht. Denn dann entscheidet die Kreismitgliederversammlung darüber, ob der „Vegetarier-Beschluss“ zurückgenommen wird. Grünen-Chef Bruno Jöbkes hatte bereits durchblicken lassen, dass er als Geschäftsführer einer Bio-Metzgerei nicht Vorsitzender einer Partei sein möchte, die Fleisch verteufelt.  In den Kranenburger Grünen hat Jöbkes wohl keine Verbündeten. Sie laden eine Woche vor der Kreismitgliedersammlung zu einem Abend unter dem Motto „Die unbequeme Wahrheit über Fleisch“. Und die Grünen aus Kevelaer sollen bereits angekündigt haben, den „Vegetarier-Beschluss“ zu verteidigen.  Es ist eigentlich idiotisch: Jöbkes vertritt eine Fleischbranche, die die Grünen eigentlich fördern müssten – Bio-Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren. Aber einer m.E. völlig dogmatischen Vegetarier-Fraktion ist es bislang gelungen, selbst diese aus Grünen-Sicht doch anständigen Bauern zu dämonisieren.  Die neue Grünen-Führung veranstaltete 2 Informationsabende, auf denen mit den Vorurteilen gegenüber Fleischproduzenten aufgeräumt werden sollte. Ein Unternehmen, das von vorne herein zum Scheitern verurteilt war. Jöbkes´ Fehler: Er glaubt, diese Dogmatiker mit Argumenten umstimmen zu können. Dabei geht es hier doch um Glauben, nicht um Vernunft. 

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Von Olaf Plotke

Die Gewaltorgien Jugendlicher in England haben viele Menschen aufgeschreckt. Sie fragen sich: Kann so etwas auch bei uns passieren?  Darauf habe ich natürlich auch keine Antwort. Aber wenn es stimmt, dass dort in England vor allem die sozial abgehängten, arbeitslosen Jugendlichen ohne Perspektive zu Plünderern wurden, dann kann ein Blick in unsere Arbeitslosenstatistik uns schon beunruhigen.  Die aktuelle Zahl der arbeitslosen und langzeitarbeitslosen jungen Menschen im Nordkreis Kleve ist schockierend hoch: 12 Prozent (Emmerich) bis mehr als 13 Prozent (Goch, Kleve) aller Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen sind nicht älter als 25 Jahre.  Allein bei den Arbeitslosen erreicht die Gruppe der jungen Leute sogar knapp 20 Prozent!  Zahlen, die uns nachdenklich machen sollten, aber in der Statistik gerne untergehen und über die wohl keiner gerne spricht.  Unser zuständiges Arbeitsamt führt im Juli erschreckende 3.070 arbeitslose junge Menschen bis 25 Jahre auf. Menschen, deren Start ins Berufsleben direkt in die Arbeitslosigkeit führte.  Ich finde, das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.  

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Von Olaf Plotke

Jahrelang begann um diese Zeit das Heulen, dass es zu wenige Ausbildungsplätze für unsere Jugendlichen geben würde. Und jetzt? Über 200 Lehrstellen sind noch nicht besetzt. Besonders das Gastronomiegewerbe sucht händeringend Auszubildende.  Es sollen die Arbeitszeiten sein, die die Jugendlichen abschrecken, erklärt das Arbeitsamt (Siehe Artikel unten). Jugendliche wollen am Wochenende feiern und nicht arbeiten, heißt es. Kann das sein? Ist die Party denn wichtiger als ein anständiger Beruf. Zumal einer mit Zukunft. Denn wer in der Gastronomie seine Ausbildung erfolgreich abschließt, dem steht praktisch die Welt offen. Köche und Restaurantfachkräfte können auf der ganzen Welt arbeiten: Egal ob in Paris, London oder auf einem Kreuzfahrtschiff.  Ich kann mir denken, dass viele junge Leute die Gastronomie nur wenig kennen oder vielleicht auch nur das Zerrbild, das das Fernsehen von ihr zeichnet. Vielleicht braucht auch die Gastronomie eine Art Werbeaktion wie es Handwerksberufe mit der „Nacht der Ausbildung“ in Kleve vor einigen Wochen gemacht haben.  Na klar hat der Beruf des Kochs und der Restaurantfachkraft seine Schattenseiten. Aber die hat jeder Beruf. Und dieser ist sicher der leckerste.

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Von Olaf Plotke

Das grausame Massaker von Norwegen im Ferienlager der sozialdemokratischen Jugend wird uns noch lange verfolgen. Es ist so unvorstellbar, dass es schwer fällt, das eigene Entsetzen in die richtigen Worte zu fassen.  Bis vor wenigen Tagen hätte ich noch gedacht, dass das bei uns nicht passieren kann. Das ist vielleicht naiv gedacht.  Denn erst jetzt ist bekannt geworden, dass auch die Kreis Klever Jusos vor vier Wochen ein politisches Zeltlager in Kalkar-Kehrum an einen geheimen Ort verlegen mussten, weil sie Angriffe von Rechtsradikalen fürchteten. Die Jusos hatten den Fehler gemacht, ihr Zeltlager auf der Webseite Facebook anzukündigen. Als plötzlich zwei Rechtsradikale aus der Region ihre Teilnahme an dem Zeltlager ankündigten, wurde den Jusos mulmig. Nach eigenen Angaben empfahl die Polizei ihnen, das Zeltlager an einen geheimen Ort zu verlegen.  Als ich diese Geschichte hörte, lief es mir eiskalt über den Rücken.  „Rechte Gewalt und Fremdenhass ist leider nicht nur in den Köpfen Weniger“, schreibt Kreis-Juso-Chef Carsten Otto auf seiner Webseite. Vielleicht meint er damit auch seinen „Parteifreund“ Thilo Sarrazin. Ich hoffe dennoch, dass es Wenige sind, die diese Feuer des Hasses legen und dass die Zahl groß ist derer, die diese Feuer gemeinsam austreten. 

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Von Olaf Plotke

Es liegt irgendwie in der Sache eines Kompromisses, dass am Ende nicht alle so richtig voll und ganz zufrieden sind. Das kann man derzeit am so genannten Schulfrieden erkennen, der dem Nordkreis nun die Einführung der Sekundarschulen bescheren wird.
Viele meckern wieder rum – die einen, weil nun die Hauptschulen abgeschafft werden, die anderen, weil es keine Gesamtschule geben wird. Aber im Grunde ist hier doch ein guter Kompromiss geschlossen worden. Ich würde sogar sagen, dass sich hier die Grünen mächtig durchgesetzt haben, auch wenn „das Kind“ nicht mehr Gemeinschaftsschule heißt. Aber das Konzept, dass nun alle Kinder ihren Fähigkeiten gemäß bis zum Ende der 10. Klasse gemeinsam lernen können, ist doch eine gute Idee. Dadurch wird endlich das statische System aufgebrochen, das einem Hauptschüler bislang den Sprung in die gymnasiale Oberstufe massiv erschwert. Wichtig wird es nun sein, dass das Schulkonzept der Sekundarschulen auch so umgesetzt wird, dass Schüler wirklich besser gefördert und hoffentlich viele den Sprung in die gymnasiale Oberstufe schaffen. Schüler, die von hier aufs Gymnasium wechseln machen dann auch wieder ein G9er-Abitur. Sicher auch ein schöner Vorteil, denn seit der „Massenflucht“ vom Stein-Gymnasium zum Berufskolleg wissen wir, dass nicht alle scharf sind auf das Turbo-Abi.

 



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Von Olaf Plotke

Der Rat der Stadt Kleve beschloss am Mittwoch in geheimer Sitzung, was eigentlich schon klar war: Das alte Rathaus wird praktisch abgerissen und neu aufgebaut. Und der Spaß wird Schwindel erregende 12 Millionen Euro kosten.  Es scheint so, als käme das Projekt Unterstadtbebauung in der Schwanenstadt nun in Schwung, da ja auch die Arbeiten für das Hotel am Spoyufer schon begonnen haben. Kommen sie aber doch wohl noch nicht so richtig. Denn die Volksbank soll für ihren Neubau an der Werftstraße noch immer keine Baugenehmigung haben. Zwar wurden der Presse von der Stadtverwaltung vor einigen Monaten bereits schöne Pläne vorgestellt wie die neue Volksbank-Zentrale aussehen soll, aber passiert ist seitdem wohl nichts.  Das Problem scheint der Minoritenplatz zu sein. Erst wenn fest steht, wer hier baut, kann die Stadt offenbar auch der Volksbank sagen, wie ihr Gebäude genau aussehen darf.  Scheinbar stehen die Investoren nicht gerade Schlange, um dort zu bauen. Verwunderlich, denn der Minoritenplatz ist eigentlich ein Filetstück mit extrem guter Lage, wenn erstmal die Hochschule, das Hotel und die Volksbank mit attraktiver Außengastronomie fertig gestellt sind.  Bürgermeister Theo Brauer hat vor einigen Wochen gesagt, er würde vor seinem inneren Auge bereits Großes sehen.  Es wäre schön, wenn das nun bald auch für die Bürger sichtbar würde.