olafplotke

Von Olaf Plotke

„Was soll denn der Scheiß?“ fragt die Frau ihren kunstbeflissenen Freund beim Anblick des Beuys-Kunstwerks: „Glaskasten mit vier getrockneten Blutwürsten“. Das ist zwar nur eine Geschichte von Robert Gernhardt aus: „Lokal-Termin“, aber die gleiche Frage haben sich auch viele Besucher des Museum Schloss Moyland schon gestellt. Ein Blick in die Gästebücher verrät es. Aber wir wissen auch, dass es ohne die Beuys-Sammlung keinen Wiederaufbau von Moyland gegeben hätte. Darum nehmen die Menschen es auch hin, dass Blutwürste, Batterien und Teebeutel Kunst sind – Hauptsache man kann Schloss und Park genießen. Unverständlicher als die Kunst von Beuys ist allerdings noch der Streit, der seit Jahren um ihn und die Sammlung tobt. Witwe, Land NRW und Moyland überziehen sich seit Jahren mit Prozessen, einstweiligen Verfügungen, Drohungen usw. Gerade klagt Witwe Eva Beuys dagegen, dass Moyland Fotos einer Kunst-Aktion ihres Mannes ausstellt mit der Begründung, die Bilder würden die Kunst ihres Mannes verfälschen. Die jahrelangen Streitereien haben Moylands Ruf massiv geschadet. Worum es eigentlich geht, kapiert vielleicht längst niemand mehr. Die meisten Bürger fragen sich nur: „Was soll denn der Scheiß?“

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren