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Von Olaf Plotke

Mitte Oktober zeigte Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing einen 62-jährigen Duisburger an, der in einem Artikel im Internet behauptete, in Kleve seien 5 Mädchen zwischen 8 und 10 Jahren von Flüchtlingen entführt und vergewaltigt worden. Und Polizisten, Medien, Politiker und Ärzte würden die Sache geheim halten. Vor Gericht konnte der Autor davon nichts beweisen - er wurde wegen Volksverhetzung zu 9 Monaten auf Bewährung und einer Zahlung an den Verein „Pro Asyl“ verurteilt. Seit Monaten ist der zuvor so fleißige Internetautor aus Duisburg verstummt. Vielleicht hat er was gelernt aus der ganzen Sache, vielleicht hat er nur Sorge, wieder eine Anzeige zu kassieren. Aber auch wenn der Hetzer geht, die Hetze bleibt. Der Artikel ist auf seiner Internetseite weiter nachzulesen, genauso wie die Fortsetzung „Lügen haben kurze Beine“ und der eigentliche Ursprungsartikel „Todesangst einer Schulbehörde und das eisige (Til)Schweigen der Gutmenschen“. Aber selbst wenn der Artikel gelöscht würde: Sein Lügenbeitrag wurde auf einschlägigen Frustportalen im Internet dutzendfach geteilt und kommentiert. Die Lüge ist dort längst zu einer unhinterfragten, unhinterfragbaren Wahrheit geworden, auf die neue Lügengebäude getürmt und als Wahrheiten erkannt werden.

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