olafplotke

Von Olaf Plotke

Wer je eine Frau gesehen hat, die von ihrem Mann die Treppe hinunter gestoßen oder grün und blau geprügelt wurde, der weiß zu schätzen, dass es Einrichtungen wie das Frauenhaus der AWO in Kleve gibt (siehe Artikel Seite 3).
Ich weiß schon, dass sich wieder Leser melden, die finden, dass man auch über die Gewalt von Frauen an Männern berichten muss. Man soll auch das nicht verharmlosen. Das gibt es und Männer haben es sicher sehr schwer, Hilfe zu finden, weil sie auch mit der Scham und dem Gesellschaftsbild zu kämpfen haben, wonach der Mann stark sein muss. So stark, dass nur er der sein kann, der schlägt? Traurig ist, dass Gewalt bei uns immer noch alltäglich ist. Ich bleibe jetzt mal beim prügelnden Ehemann: Viel zu viele schauen einfach weg. Nachbarn, Verwandte trauen sich nicht, einzuschreiten oder zu helfen. Weggucken ist aber auch eine Form von Duldung. So wie leider auch Zwangsverheiratungen in muslimischen Familien noch immer gedeckt und geduldet werden. Auch das ist Gewalt! Frauen, die ausbrechen wollen, finden manchmal nur im Frauenhaus Schutz. Dass es notorisch unterfinanziert ist, ist ein Skandal. Es ist mir völlig gleich, wer die Finanzierung sicherstellt, ob Kreis, Stadt, Land, Bund - dieser letzte Ausweg für die Opfer hat es nicht verdient, jedes Jahr neu ums Überleben zu kämpfen.

Kommentare   

#1 K. Brückenbauer 23.04.2016 22:17
Dass für das Frauenhaus nicht genügend Geld da ist, ist sehr traurig und nicht nach zu voll ziehen.
Wenn auf Seite 1 das Courage erwähnt wird und auf Seite 3 das Frauenhaus, so denke ich ist dies kein Zufall von Herrn Plotke. Wenn das Courage mit 165.000.- Euro Kosten angegeben wird frage ich mich, wer schaut wirklich über den Betrag. Was ist mit den Indirekten Kosten, die durch das Festival verursacht werden. Hier kann ich aus Erfahrung nur sagen: Herr Plotke, fahren Sie doch mal zu dem Aufbau, dem Festival selbst und den Abbau hin. Sind die dort entstehenden Kosten der Drittfirmen des Kreises Kleve auch in den 165.000.-Euro inbegriffen? Sind diese Drittfirmen auch schon mal im Frauenhaus gewesen um dort auszuhelfen? Einfach mal genauer hinschauen!
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#2 Der Laie 24.04.2016 13:16
Geld ist doch in Deutschland genügend vorhanden,wer sich nur ansieht wieviel die Elite für externe Berater und Gutachten ausgibt,nur um ihre Entscheidungen die für den Bürger negativ sind, zu rechtfertigen.
Nein,Frauen und Kinder die Schutz bedürfen haben einfach keine Lobbyisten,die sich für sie einsetzen.
Wenn nur ein Bruchteil der öffentlichen Gelder, die für die parteinahen Stiftungen ausgegeben werden,für echte Hilfe vor Ort eingesetzt würden,wäre schon vielen betroffenen Frauen geholfen.

Warum scheuen sich denn am Anfang viele Frauen Anzeige gegen ihren Partner oder Ehemann zu erstatten,weil sie zwar Opfer sind, aber in ihrem näheren Umfeld sofort isoliert werden,weil sie dem Täter keine zweite Chance einräumen.
Hinzu kommt in vielen Fällen die finanzielle Abhängigkeit vom Partner,die Aussicht überall als unfähige Bittstellerin auftreten zu müssen.

Da dürfte es kein Wunder sein, das Frauen erst nach vielen Übergriffen,Schutz im Frauenhaus suchen.
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#3 Frau 24.04.2016 17:07
Es gab in der Vergangenheit auch Vorfälle, wo nach mehreren Übergriffen endlich der Mut, um zu überleben, gefunden wurde, Anzeige zu erstatten.
Durch eine Staatsanwältin wurden Verfahren sofort ohne Anhörung niedergeschlagen, da es nicht im "öffentlichen Interesse" stand!

Eine Frau wurde danach als Abschreckung ohne Zeugen eine Treppe hinuntergeschubst, als "Unfall" getarnt........ und sie hat dann natürlich, obwohl erheblich verletzt, keine Anzeige mehr ertattet........
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