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Von Olaf Plotke

So sehr man den Wunsch von Christoph Gerwers vielleicht auch verstehen kann, Bundestagsabgeordneter zu werden - die Bürger von Rees, die ihn vor einem halben Jahr zum Bürgermeister wählten, müssen sich ziemlich veräppelt vorkommen. Und die CDU-Mitglieder erstmal. Gerade haben sie noch Wahlkampf dafür gemacht, dass Gerwers weitere 5 Jahren Chef im Rathaus bleiben kann, da will er auch schon wieder weg. Der Mann hat „Pofalleritis“: Denn Ronald Pofalla ließ sich 2013 erst in den Bundestag wählen, legte dann wenige Monate später sein Mandat nieder, um Bahn-Vorstand zu werden. Gerwers will nun, dass die Reeser CDU-Mitglieder wieder Wahlkampf für ihn machen:  Damit sie bei dem erhofften Erfolg natürlich sofort weitermachen können. Denn dann muss in Rees ja ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Die Sozialdemokraten dürften sich die Hände reiben. Denn der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Bodo Wißen aus Rees kommt im Juni zurück aus Brüssel. Wenn er für das Bürgermeisteramt kandidiert, dann muss die CDU fürchten, dass sie noch einen Rathaus-Chefposten im Kreis Kleve verliert. Die Kandidatur von Gerwers bietet also einigen innerparteilichen Sprengstoff. Dass der Reeser Bürgermeister wirklich bald „einen Koffer in Berlin hat“, ist noch keineswegs ausgemacht.

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