Atemberaubende 2,10 Meter maß sie nun, und den Zuschauern stockte tatsächlich jedes Mal der Atem, wenn die Reiter und Pferde sich anschickten, das mächtige Hindernis zu überwinden. Zumal das Starterfeld von Beginn an bunt gemischt gewesen war – Debütanten sowohl bei den Reitern (Beispiel Anna Schwarzer vom RV Joistenhof Barrenstein, 18 Jahre jung) als auch bei den Pferden, sogar ein Schulpferd war mit von der Partie, aber auch langjährige Teilnehmer wie Friedhelm Tillmann, der vor 30 Jahren in Keppeln sein erstes Mächtigkeitsspringen gewonnen hatte. Doch am Ende waren es nur zwei Paare, die die wuchtige Mauer ein letztes Mal fehlerfrei überwanden:  Maik Benninghoff vom RFV Bruckhausen mit seinem Spezialisten „Gonzo“ und Christian Weyen vom RV Uedesheim Stüttgen auf Possibility.  

Doch das war bei Weitem nicht der einzige Höhepunkt beim Keppelner Springfestival 2010. Insgesamt fünf Springprüfungen der schweren Klasse standen an den drei Turniertagen auf dem Programm. Besonders am Sonntagnachmittag ging es Schlag auf Schlag: Zunächst stand eine Springprüfung der Klasse S mit Stechen speziell für Amateure (FAB) auf dem Programm. Hier siegte Lars Zander vom FRZV Asbacher Land auf Patina vor Thomas Schönenstein (RFV Im Heidental) auf Ruby Cabernet vor Thomas Schönenstein (RFV Im Heidental) auf Ruby Cabernet und Carina Baudach (RV Waltrop) auf Cheecker B. Es folgte der Große Preis von Keppeln um den Preis des Reitercamps Hötzenhof und der Sparkasse Kleve. Insgesamt 45 Teilnehmer hatten ihre Startbereitschaft erklärt. Mit Deutschland, Großbritannien und der Schweiz waren gleich drei Nationen am Start, darunter der britische Nationenpreisreiter Andrew Saether und der zweimalige Schweizer Meister Romain Sottas. Doch auch die „innerdeutsche“ Konkurrenz konnte sich sehen lassen: Mit Rebecca Golasch (Senioren) und Katrin Eckermann (Junge Reiter) waren die beiden amtierenden Deutschen Meisterinnen am Start. Hinzu kam mit Thomas Weinberg ein Mitglied der Perspektivgruppe des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei und mit Sebastian Karshüning der diesjährige Sieger des Großen Preises von Münster.  Dem Teilnehmerfeld angemessen hatte Parcourschef Georg Broeckmann den Parcours aufgebaut und sich am oberen Limit der abzufragenden Leistungen bewegt. Die Linienführung war anspruchsvoll, die dreifache Kombination mächtig. Dennoch schafften es 15 Paare, im Normalumlauf fehlerfrei zu bleiben. Sie kämpften in der anschließenden Siegerrunde um die Goldschleife. Am Ende hatten Natalie Destree-Kradepohl (RFV Jan van Werth Jülich) und ihre „Kleine Schwester“ die Nase vorn. Knapp dahinter: Tobias Schult vom RFV Bruckhausen auf Luna-Luna vor Klaus Beine vom RFV Jagdfalke Brünen auf Czyro. 

Insgesamt zeigten die Veranstalter sich mit dem Verlauf der Veranstaltung  mehr als zufrieden. Trotz des stürmischen Wetters waren die Ränge auch am Sonntagnachmittag gut gefüllt. Im nächsten Jahr geht es weiter, dann mit dem Keppelner Springfestival 2010.

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